Egal was! Es ist verrückt….

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Hallo liebe Freunde des Lesens,

zum Abschluss des Jahres werde ich nun einen speziellen Titel vorstellen, der aus verschiedenen Kurzgeschichten besteht. Es sind die besten Geschichten vom Christian von Alsters, die mit dem Titel Allerfeinste Merkwürdigkeiten als Buch  vom Golkonda Verlag auf dem Markt erschienen sind.

Inhalt:

In diesem Buch werden verschiedene Geschichten erzählt aus unterschiedlichen Genre. So wird der Leser die Märchen lesen vom König, der einen Drachen geschenkt bekommt und von den Kaninchen, die die schönsten Geschichten schreiben. Außerdem wird hier auf die Wahrheit über Jack The Ripper eingegangen, dass die Liebe zum Clown eindeutig zu weit geht und die Kirche hat einen unheimlichen Pakt geschlossen. Dazu wird der Leser erfahren, dass für einen überzeugten Menschen keine Hoffnung mehr besteht, was es mit dem fast vegetarischen Verbrecher zu tun hat und was passiert wenn man versucht die Vergangenheit zu verändern. Wenn das alles nicht reicht, dann erwartet den Leser unter anderem noch Geschichten wo verschiedene Charakteren sich versuchen im Weihnachtsmanngetümmel zu tarnen ( Ein Student, Zwei Banditen und ein Psychopath) und warum der Weihnachtsmann auf einmal Hilfe braucht von einem Menschen, der gar nicht an den Weihnachtsmann glaubt und von den Geheimdiensten unterschiedlichen Ländern gejagt wird. Schliesslich noch ein letzter Punkt zum Inhalt. Wenn der Leser immer schon wissen wollte was ein Stirnhinterzimmer ist und was es damit auf sich hat, der wird hier auf den Seiten fündig. Horror, Satire, Märchen, Sci-Fi der Autor lässt den Leser nicht entkommen….

Warum dieser Titel?

Christian von Alster schafft es in seinen Geschichten Humor mit fantastischen Geschichten zu paaren. Dabei werden auch ernste Töne angeschlagen und doch alles später mit einem Augenzwinkern entschärft. Als Leser dieser Geschichten fragt man sich doch insgeheim was hat Christian von Alster genommen um solche Geschichten zu erschaffen und wo kann man sich dieses Zeug besorgen. Die Geschichten lassen einen Eiskalt den Schauer über den Rücken laufen, darüber nachdenken oder man muss Grinsen, weil der Humor von Christian von Alster genau der richtige ist für solche Geschichten.

Diese Lektüre ist für die Leser geeignet, die das Skurielle und das Besondere mögen. Egal ob Märchen, Sci-Fi, Horror oder Satire. Der von Alster kann es.

Titel: Allerfeinste Merkwürdigkeiten

Autor/in: Christian von Alsters

ISBN: 978-3-944720-92-0

Verlag: Golkonda

Preis: 16,90 €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

P.S.: Der Trick beim Rutschen ist es immer schön das Gleichgewicht halten. Somit wünsche ich euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr.

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Frankreich von der Schattenseite

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Hallo liebe Freunde des Lesens,

dass in der Wirtschaft nicht immer alles ehrlich zu geht weiß man. Doch Gila Lustiger zeigt in ihrem Roman „Die Schuld der Anderen“ wie weit Korruption geht, dass nicht nur eine Firma sondern auch ein Staat achtlos mit Menschenleben um sich schmeißt. Sie legt den Finger in die offene Wunde und der Schmerz ist für Frankreich riesig und dauerhaft. Erschienen ist der Titel beim Berlin.

Inhalt:

Mark Rappaport ist ein Enthüllungsjournalist, der sich auf jeden Skandal stürtzt. Eines Tages soll er über einen Fall berichten in dem ein Mann nach dreißig Jahren der Mord an einer Prostituierten per DNA nachgewiesen konnte. Doch als Mark die Akte sieht ist es für ihn von vorne rein Klar, dass dieser Mann unschuldig ist. Er macht sich auf die Suche. Dabei stößt er auf eine Firma, die Tierfutterzusatz hergestellt und dabei Krebserzeugende Substanzen benutzt. Die Arbeiter sind erkrankt doch keiner hat es Publik gemacht. Doch was hat die Protestuierte damit zu tun? Hängt ihr Tod mit dem Schicksal der Arbeiter zusammen? Mark stößt auf ein Nest aus Manipulation und Korruption, das sogar bis in das staatliche System reicht. Dabei wird er mit der Vergangenheit seines Großvaters konfrontiert, der auch zu dem elitären Club Frankreichs gehörte. Mark muss feststehlen, dass seine Gegner sich für unbesiegbar halten und vor keiner Aktion zuschrecken. Doch warum konnte es soweit kommen, dass einen Firma ungestört, Menschen vergiften konnte? Mark merkt, dass es mit der Gesellschaft Frankreichs ganz schlecht steht. Er kann selbst seinen Freunde nicht mehr trauen, weil sie alle zu tief in diesem System stecken. Kann Marks Alleingang die Arbeiter zu ihrem Recht bringen und wer ist wirklich der Mörder von der Prostituierten? Mark begibt sich auf einen Spur, die tiefe Risse in Frankreich und ihrem politische und wirtschaftlichen System aufdeckt.

Warum dieser Titel?

Gila Lustiger schafft es mit diesem Roman ohne ein Blatt vor dem Mund die Probleme der Französische Gesellschaft aufzuzeigen. Dabei konfrontiert sie den Leser mit Fakten gepaart mit einer spannenden Geschichte und interressanten Charakteren. Ein Reporter deckt mehr und mehr auf. Dabei ist der Charakter Mark eine sehr Zwiespältige Person  der versucht der Gesellschaft von Frankreich die Augen öffnet selber aber Probleme in einer Beziehung hat und über ihm schwebt immer seine eigene Vergangenheit. Eine gesellschaftskritischer Roman, der nicht nur für Frankreich steht.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die eine spannende Geschichte mit interressanten Charakteren über ein System das Fragen aufwirft lesen wollen.

Titel: Die Schulder der Anderen

Autor/in: Gila Lustiger

ISBN: 978-3-833-31043-0

Verlag: Berlin Verlag

Preis: 11,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht

meineLiteraturWelt

 

Das Weihnachtsstück

Hallo liebe Freunde des Lesens,

euch allen wünsche ich einen schönen 4. Advent. Lasst euch nicht stressen und schaltet alle mal auf Zeitlupe. Ihr werdet erstaunt sein was ihr dann alles entdeckt.

Nun weiter mit meiner Aktion. Es ist der 4. Advent und somit präsentiere ich die 4. Geschichte. Falls einer die anderen Geschichten nicht kennt ihr könnt sie alle nachlesen in diesem Blog. Falls Fehler auftauchen, die den Lesefluß stören bitte melden, das kann ich nicht oft genug sagen. Ich werde es dann schnellstmöglich korrigieren.

Ich werden versuchen nächste Woche noch einen Buchtipp reinzustellen. Aber falls es nicht klappt wünsche ich euch allen eine schöne Weihnacht und besinnliche Feiertage wie man so schön sagt.

Viel Spaß bei der Geschichte

Jan Erichson

Das Weihnachtsstück

Von Jan Erichson

Ein Theater im Stadtzentrum. Menschen in schwarzen und grauen Mänteln und Jacken strömen aus der eisigen Kälte in die wohltuende Wärme. Bevor man die steinerne Stufen, die mit einem roten Teppich bekleidet sind, empor steigt, geht ein jeder zur der Garderobe um seine schwere mit sich gebrachte Last los zu werden, die man wegen dem Winter auf seinen Schultern mit sich trägt. Die Mäntel und Jacken werden auf Bügeln gehängt und bilden wie stramme Soldaten, ein Meer aus schwarzen und grauen inhaltslosen Objekten. Dann folgt man dem roten Teppich, der einen in den Saal führt, wo das Spektakel, die Unterhaltung, das Schauspiel stattfinden wird. Wie ein wohl geordnetes Heer, strömen sie in den Saal und suchen ihren Platz. Ein gedämpftes Murmeln und Tuscheln schwebt über den Köpfen und hüllt den Saal in eine Blase. Hände werden zum Gruß gehoben andere Hände zum Gruß geschüttelt bevor man seinen Platz gefunden hat und sich hinsetzt gespannt auf die Darbietung wartet. Ein großer samtseidender roter Vorhang versperrt die Sicht auf die Bühne. Das Licht der Lampen strahlt so hell wie die Sonne an warmen Julitagen. Es sitzen alle. Nein, einer rennt noch panisch von Hinten nach vorne, suchend nach seinem Sitzplatz. Die Blicke der Anderen folgen ihm erzürnt, ungeduldig, mitleidig, desinteressiert, bis auch er Platz genommen hat. Die Lichter werden gedämmt und mit dem Licht dämmt sich auch das Getuschel und Gerede. Als wäre die Menschen durch einen Regler wie das Licht kontrollierbar. Die Türen werden geschlossen. Das Schweigen breitet sich aus und kann nicht mehr aus dem Raum entweichen. Vereinzelt wird gehustet und sich geräuspert, aber ganz leise, denn man will nicht, dass das Schweigen einen rügt. Ein Rascheln erfüllt den Saal während der rote Vorhang hoch gezogen wird.

Ladies und Gentlemen lassen sie die Bühne von den Schauspielern einnehmen. Lassen sie sich in eine Welt entführen fernab der Realität. Es soll sie zum Nachdenken anregen. Sie sollen entspannen und glücklich sein. Denn nur die Intelligenten verstehen diese Art von Kunst und sie gehören eindeutig dazu. Sie haben genug Geld diese Intelligenz aus einer anderen Dimension auf der Bühne war zunehmen. Sie gehören zu den Glücklichen. Also Pssst und jetzt viel Spaß bei der Unterhaltung.

Das Bühnenbild: Eine Leinwand auf der mit der Hand ein Fenster gemalt ist mit einer angedeuteten weißen Landschaft im Hintergrund. (Das Publikum sieht, dass anscheinend dieses Stück in einer kalten Jahreszeit spielt. Wegen dem Weiß, vermuten die meisten, dass es der Winter sein muss.) Ein Tannenbaum steht auf der Bühne, der mit Kerzen, Kugeln und anderem Schmuck verziert ist. (Das Publikum kombiniert scharf, dass der Schmuck auf dem Baum eine Festlichkeit darstellen soll, den sonst sind Bäume nie geschmückt. Jedenfalls die, die im Wald herumstehen.) Auf einmal geht durch die Menge im Saal ein erstauntes Raunen, dass das Schweigen für einen kurzen Moment in die dunklen Ecken des Saales verweist.  Die Blicke haben auf der Leinwand über dem Fenster den großen fetten Schriftzug entdeckt, der alles überragt. WEIHNACHTEN.  Das Wort erhellt den Horizont des Publikums, das ansonsten noch sehr lange im Trüben gefischt hätte. Das Bühnenbild ergibt ein Gesamtbild. (Das Publikum weiß nun, dass diese Festlichkeit, die auf der Bühne präsentiert wird, Weihnachten heißt. Mit diesem Hintergrundwissen kann sich das Publikum nun auf das Schauspiel konzentrieren.)  Damit das Publikum dieses Feeling wirklich aufnimmt und in das Gefühl hinab taucht wird von einem alten Grammophon eine alte Platte aus Vinyl abgespielt mit einem Weihnachtsjingel.

Auftritt der 1. Person auf der Bühne. (Verhaltender Applaus vom Publikum. Das signalisiert, dass diese Person beim Publikum keinen hohen Bekanntheitsgrad genießt.)  Der Bühnenboden gibt knarrende Geräusche von sich, während die Person auf der Bühne auf und ab geht. (Chronisch gehen die Köpfe des Publikums mit der Person mit. Nach rechts, nach links und wieder nach rechts.)

„Ach ist das ein schöner Weihnachtsbaum für unsere Weihnacht und so schön geschmückt.“

Mit diesem einem Satz  ist dem Publikum etliches klar geworden beziehungsweise ihr Blick geht jetzt über den eigenen Tellerrand hinaus oder um es noch künstlerischer auszudrücken: Es hat sich eine Sphäre der Freiheit eröffnet, die den Horizont des Denkens erweitert hat. Denn jetzt weiß das Publikum, dass diese Festlichkeit, die auf der Bühne präsentiert wird tatsächlich Weihnachten ist. Es wird getuschelt: „Habe ich dir doch gesagt.“ Manch einer murmelt in sich hinein. „Wusste ich es doch.“ Die Person auf der Bühne verschwindet kurz darauf hinter einer Wand und kommt dann mit einem rechteckigen Objekt, dass sie in ihren Händen hält, wieder hervor. Dieses Objekt ist in buntes Papier eingewickelt und mit einer roten Schleife dekoriert. Die Person auf der Bühne sagt nun folgende Satz während sie das Objekt unter dem Baum packt: „Jetzt wenn ich dieses Geschenk unter dem Baum lege kann das Fest beginnen.“ Auch dieser Satz ist ein Clou in diesem Stück. Nun werden dem Publikum mehrere Fragen gleichzeitig beantwortet:

  1. Diese Objekt nennt man Geschenk
  2. Es wird unter dem geschmückten Baum gestellt.
  3. Anscheinend ist so etwas üblich an dieser Festlichkeit, die man Weihnacht nennt.

Ein Hoch auf die Theaterkunst und ein Hoch auf das Publikum, das intelligent genug ist um so etwas zu verstehen und sich auch darauf einlässt.

Auftritt der 2. Person:  Sie kommt von der rechten Seite und tut so als wenn sie durch eine Tür geht, welche aber nicht auf der Bühne vorhanden ist. Tolles Schauspiel. Man sieht einen Profi bei seiner Arbeit. (Das Publikum tobt. Frenetischer Applaus von Pfiffen begleitet endet in ein freudiges Johlen und Jauchzen. Anscheinend genießt diese Person einen sehr hohen Bekanntheitsgrad um ein vielfaches höher als die 1. Person. Das muss ein schönes Gefühl sein.) Die 2. Person stemmt die Arme in die Hüfte und ruft empörend in den Saal: „Wir brauchen mehr Lametta.“ (Das Publikum lacht. Dieser alte Gag funktioniert immer wieder. Ein Evergreen.) Auf der Bühne findet nun eine Diskussion statt zwischen der 1. und der 2. Person. In dieser Phase kann sich das Publikum innerlich nun folgende Fragen stellen über die nach dem Stück weiter eine intelligente Diskussion stattfinden kann:

  1. Ist der Baum nicht schon schön genug?
  2. Sieht der Baum mit mehr Lametta vielleicht wirklich schöner aus?
  3. Wie geht der Streit aus?
  4. Wird es eskalieren?
  5. Was ist eigentlich Lametta?

Fragen über Fragen. Vielleicht wird man auf manche Fragen antworten bekommen, vielleicht bleiben manche Fragen unbeantwortet und schweben ständig in den Köpfen der Menschen herum. Aber genau das soll ja ein Theater ausmachen und es steckt auch der Reiz da drin. Auf der Bühne werden sich Argumente an den Kopf geworfen und jedes Argument findet im Publikum seine Fürsprecher und seine Gegenstimmen. (Ein Lob an Denjenigen, der die Dialoge verfasst hat.) Die Spannung steigt. Aber bevor es auf der Bühne zur Eskalation kommt betritt aus dem Nichts ein Kind die Bühne. Die beiden Streithähne (1. und 2. Person) halten inne und sind ganz still geworden.  Ihre Blicke wandern zum Kind hinüber. Das Kind steht in einer heroischen Haltung  da und ruft mit voller Inbrunst: „Liebe Mama, lieber Papa! Bitte streitet euch nicht. Weihnachten ist ein Fest der Liebe. Lass uns alle lieb haben statt Zorn und Hass in unseren Herzen zulassen.“ Vom Publikum kommt ein herzzerreißendes: „OOOOHH!“. Die 1. und die 2. Person starren sich an. Dann gehen sie aufeinander zu und umarmen sich. Während der Umarmung winken sie zum Kind hinüber, dass es sich doch dazu gesellen soll. Jetzt umarmen sie sich zu Dritt. Man hört vereinzeltes Schluchzen im Publikum. Es ist eine Szene die Selbst ein Herz aus Eis zum Schmelzen bringt. Der Vorhang schließt sich. Das Publikum applaudiert lautstark. Der Vorhang hebt sich wieder. Die Zwei Personen und das Kind verbeugen sich. Es werden Blumen auf die Bühne geworfen. Dann schließt sich der Vorhang und diese Mal bleibt er auch unten. Das Publikum verlässt aufgeregt den Saal.  Wie eine Herde Kühe gehen sie die Treppen hinunter und unterhalten sich angeregt über das Stück. Dieses Stück hatte einfach alles zu bieten. Humor, Drama, Happy End. Einfach alles. Das Meer der grauen und schwarzen Soldaten in der Garderobe lichtet sich, bis keiner mehr übrig ist.

Während das Publikum nach Hause geht, fragen sich die Menschen woher diese Künstler ihre Ideen herbekommen. Ist es denn wirklich möglich so ein Fest der Liebe und Weihnacht zu feiern oder ist das alles nur ein Fantasiegebilde aus der Feder eines Autors entstanden? Mit diesem Gedanken im Kopf, der jetzt auf ewig dort spucken wird gehen sie nach Hause.  Die Schritte hinterlassen Spuren im Schnee. Durch die dunkle Nacht begleitet das Sirenengeheul die Menschen. Sie verschließen sich in ihre Luftschutzbunker und warten auf den Regen aus explodierenden Geschoßen die vom Himmel kommen werden.

Das Räuchermännchen

Hallo liebe Freunde des Lesens,

ersteinmal wünschen ich euch allen einen schönen 3. Advent. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben sollten ich habe eine kleine Aktion gestarte, dass ich zu jedem Adventsonnatg eine Weihnachtsgeschichte von mir selber geschrieben präsentiere. Nun ist es wieder soweit.

Habt Ihr euch schon mal gefragt wozu die Pfeife bei einem Räuchermänchen da ist und was in der Nacht passiert wenn alle Menschen schlafen gehen? Nein? Dann viel Spaß bei der Geschichte.

Falls Fehler auftauchen sollten die den Lesefluß stören dann bitte euch wieder mich darauf hinzuweißen. Ich werde es dann korrigieren.

Jan Erichson

Das Räuchermännchen

Von Jan Erichson

Auf einem Tisch steht ein Räuchermännchen. Eine Pfeife im Mund, ein Vollbart aus Watte verziert sein Gesicht.  Mit großen, weit aufgerissenen Augen starrt es in den Raum, die Arme im Neunziggradwinkel vom fülligen Holzbauch abstehend.  Seine Hose ist grün bemalt, seine Schuhe schwarz, so steht er auf dem Holzsockel. Goldene Knöpfe sind auf  seiner blauen Jacken, die auf seinem Oberkörper gemalt ist. Aus seinem Mund kommt Rauch, in seinem Körper glüht ein Weihrauchzäpfchen, welches einen weihnachtlichen Duft erzeugt.  So steht er da den ganzen Tag über. Beobachtet wie kleinen Menschen miteinander spielen, wie große Menschen sich miteinander unterhalten. So vergeht der  Tag. Die Sonne tauscht mit dem Mond die Plätze. Die Zeiger der Uhr gehen der Zwölf entgegen. Zuerst gehen die kleinen Menschen, müde vom Spielen, aus dem Raum. Die großen Menschen bleiben noch etwas länger, trinken rote Flüssigkeit aus einer durchsichtigen Schale, die auf einer Stange, die auch durchsichtig ist,  befestigt ist.  Auch die großen Menschen verlassen den Raum nach einer Weile. Die Sonne ist schon längst auf der anderen Seite des Erdballs. Die Zeiger der Uhr  stehen kurz vor beginn ihrer erneuten  Reise um die Scheibe. Ein Teufelskreis.  Der letzte große Mensch pustet die Kerzen am grünen Baum aus  und schaltet das Licht aus. Der Raum liegt im Dunklen. Man hört, dass Personen Treppen hochgehen, denn knarrende Geräusche sind zu vernehmen. Türen  öffnen sich und schließen sich. Vereinzelt sind Gute Nacht Rufe zu hören. Dann ist es Still im Raum. Alle sind schlafen gegangen, keiner wird mehr den Raum betreten.

„Hust…pfff…..ätze“, schallt es auf einmal durch den Raum.  Das Räuchermännchen erwacht zum Leben. Zuerst bewegen sich die Augen, dann die hölzernen Arme. Plötzlich beugt es sich nach vorn und übergibt sich.  Auf den Tisch breitet sich schwarze Asche aus. „Bäh…Pfui….“, mit den Händen geht es in seine Mundöffnung um die letzte Reste der Asche zu entfernen, denn nichts ist schrecklicher als die ganzen Zeit einen Geschmack von Asche auf der Zunge zu spüren.  Die Pfeife fällt dabei herunter und bleibt am Ende des Tisches bei der Weihnachtspyramide liegen. „Na toll“, grummelt das Männchen. Es guckt hinunter auf seine hölzernen Beine. Man glaubt es nicht, wie schnell man vergisst die Beine zubewegen, wenn man den ganzen Tag steht ohne auch nur eine winzige Bewegung zu machen. Ächzend und mit einer gewissen Langsamkeit hebt er sein rechtes Bein hoch. Leichtes splittern des Holzes ist zu hören.  Langsam noch leicht schwankend, wegen der Unsicherheit, steigt er vom Holzsockel. Er bleibt erstmal stehen  und macht Kniebeugen, wobei er seine Arme wieder in dieser für ihn unangenehmem Neunziggradwinkelhaltung strecken muss, um sich aufzuwärmen.  Nach ein paar Übungen fühlt er sich bereit die Strecke in angriff zu nehmen. Mit seinen kleinen Holzbeinen macht er kleine Schritte und nähert sich der Weihnachtspyramide. „Hey Männchen! Wohin des Weges?“, ruft jemand aus einer gewissen Entfernung. Das Männchen guckt in die Richtung aus der der Ruf kommt. Der Grüne Baum steht dort, an seinen Ästen hängen Figuren. Jede Figur hat seinen eigenen Ast.  Ein Zinnsoldat ist es, der gerufen hat. Ansonsten hängt ein Schaukelpferd, ein paar Kugeln und ein paar Engel an den Ästen, dazu gesellen sich noch anderen Figuren, die das Räuchermännchen nicht identifizieren kann.  „Ja Genau Männchen! Wohin des Weges?“ äfft das Pferd den Zinnsoldaten nach.  „Ich habe mein Pfeife verloren, nun liegt sie…..hust“, ein bisschen Asche kommt aus seinem Mund. Das Räuchermännchen muss sich räuspern und fährt dann fort, „… dort hinten bei der Weihnachtspyramide.“  „Welche Raucher verliert seine Pfeife?!“  „Ja Genau welcher Raucher verliert seine Pfeife? Du Pfeife!“ Der Zinnsoldat guckt das Pferd argwöhnisch an. „Entschuldigung.“, murmelt es leise. Nach dieser kurzen Verwirrung spricht der Zinnsoldat weiter, „Nun vielleicht soll das bedeuten, dass du aufhören sollst zu Rauchen.“ „Ja Genau…“ „Nein du hältst jetzt erstmal dein Maul Pferd. Du solltest wissen, dass du meine Geduld genug  strapaziert hast.  Wenn du dich weiter einmischt, dann bekommst du Ärger. Das garantier ich dir.“ Das Pferd gar nicht dumm, ist sich der Tatsache bewusst, dass der Zinnsoldat  zwei Zweiglängen entfernt ist und  seine Drohung nur heiße Luft ist. So antwortet das Pferd frech mit neuem Selbstbewusstsein: „Was willst du machen? Mich hängen? Da muss ich dich enttäuschen, denn hängen tue ich schon.“ Der Zinnsoldat wird rot vor Zorn. Doch im Gegensatz zum Räuchermännchen ist  sein  Körper an der Schnur befestigt  und so schafft er es nur, dass der Ast sich ein klein bisschen bewegt, aber noch nicht mal bedrohlich. Dies entzürnt den Zinnsoldaten umso mehr und bald ärgert er sich nicht mehr über das Pferd, sondern über den Zweig. Das Pferd kommentiert diese ganz Situation mit einem Wiehern, dass  anscheinend ein  Lachen darstellen soll. Das Räuchermädchen beachtet die Beiden nicht mehr und schaut in Richtung Weihnachtspyramide. Doch seine Pfeife kann er nicht sehen. Er versucht das Gefühl der Enttäuschung  in sich zu ignorieren.  „Räuchermännchen? Wieso so traurig?“, ertönen Kinderstimmen im Chor. Das Räuchermännchen guckt nach Rechts. Auf einer Kommode, welche nicht weit entfernt vom Tisch ist, ist ein Engelschor aufgestellt. Die zarten Gesichter gucken ihn  an, als ob sie seine Seele sehen  können.  Eigentlich will das Räuchermännchen weiter gehen, doch kann es sich von diese Blicken nicht lösen, also erzählt es: „Nun ich musste mal wieder die ganze Asche aushusten, irgendwie war es dieses mal Schlimmer als zuvor. Ich glaube die Menschen hatten vergessen mich vorher zu reinigen.  Jedenfalls beim Husten ist mir meine Pfeife aus dem Mund gefallen über den ganzen Tisch hin zur Weihnachtspyramide gerollt. Doch  ich kann sie nicht mehr sehen. Es ist meine einzige Pfeife. Ich mein was bin ich für ein Räuchermännchen ohne Pfeife im Mund, das hat doch gar keinen Sinn mehr. Ich brauche sie. Sie ist meine Identität.“ Der Engelchor hört schweigend zu. Ihre traurigen, zarten Gesichter sehen so zerbrechlich aus, wenn das Räuchermännchen könnte würde es jetzt weinen.  „Du brauchst nicht traurig sein, wir sehen deine Pfeife von hier aus. Sie ist hinter die Weihnachtspyramide gerollt, deswegen kannst du sie nicht sehen.“  Das Räuchermännchen hat wieder neuen Mut gesammelt: „Ich danke euch vielmals.“ Noch nicht mal ein Lächeln ist auf den traurigen Gesichtern zu sehen und wo das Räuchermännchen noch kurz Mitgefühl gezeigt hat, regt sich jetzt leicht Verachtung: „Mein Güte, die können wenigstens  mal Lächeln. Schließlich bin ich es der seinem Platz verlassen muss um seine Pfeife zu finden“, denkt es sich.

Von der Weihnachtspyramide sind die Kerzen abgebrannt nun liegt sie da im Dunklen. Strahlt immer noch eine Schönheit aus, auch wenn sie jetzt  in der  Dunkelheit liegt.  Das Rad wirft keinen Schatten mehr an die Decke, dabei ist das immer das Schönsten an der ganze Pyramide. Das Räuchermännchen bleibt noch eine Zeitlang davor stehen. Er überlegt, dass er doch mal öfter vorbei kommen sollte, auch wenn er nicht gerade seine Pfeife sucht. Jetzt muss er nur noch hinter die Pyramide um seine geliebte Pfeife zu holen, dann hat er es geschafft. Ein Stöhnen lässt ihn inne halten.  Dunkle Umrisse sind auf der Weihnachtspyramide zu sehen. Das Räuchermännchen schaudert  bei diesem Anblick. Der Mond scheint durch das Fenster und gibt genügend Licht auf die Umrissen. Es waren die Figuren der Weihnachtspyramide, die sich hockend, liegend, stöhnend sich winden. „Boah ist mir übel!“  klagt die Joseph Figur. Maria ist vorne übergebeugt und pustet Luft aus. „Frag uns mal.“ Klagen die Engelsfiguren, die ganz grün im Gesicht sind. Ihre Trompeten benutzen sie als Gehhilfen. „Entschuldigung…“, kommt es zögerlich vom Räuchermännchen, „kann einer von euch mir helfen meine Pfeife zu holen?“ Böse Blicke schauen auf ihn herunter. Eine Hirte meldet sich zu Wort: „Hör mal zu! Wir drehen uns jeden Tag im Kreis und finden nur in der Nacht Ruhe.  Unser Leben ist eine einzige Karussellfahrt, die uns Schwindel und Übelkeit bringt. Erwartest du etwa, dass wir dann noch die Zeit haben deine dämliche Pfeife zu holen.  Du stehst nur den ganzen Tag da, rauchst und machst es dir bequem!“  Das Räuchermännchen hat genug. Nicht nur, dass er seine Pfeife verloren hatte, von einem Zinnsoldaten und einem Pferd beleidgt wurde,  depressiv dreinblickende Engel ertragen musste, jetzt muss er auch noch eine Standpauke von einem mickrige Hirten über sich ergehen lassen.  Sein Geduldsfaden ist gerissen, wobei ihm jetzt erst bewusst wurde, dass er einen hatte. „Du denkst also ich rauche gerne?!“, schreit er den Hirten an, welcher von der  aggressiven Lautstärke überrascht ist und verdutzt drein blickt, „Ich sage dir mal was“, fährt das Räuchermännchen unbeirrt fort. Ihm ist es egal wie laut er ist und dass alle ihn jetzt anstarren, selbst der Zinnsoldaten am Tannenbaum guckt schockiert. „Ja ich bin ein Räuchermännchen und ja ich stehe den ganzen Tag rum. Aber ich möchte eins klar stellen nämlich, dass das Rauchen für mich eine Folter ist. Es brennt innerlich und jedes Mal der ätzende Qualm, welcher sich bildet und sich durch meine Mundhöhle schiebt. Ständig schmecke ich Asche auf der Zunge und du denkst ich genieße das? Verdammt noch mal ich bin Nichtraucher!“ Alle sind still. Keiner hätte gedacht, dass ein Räuchermännchen ein Nichtraucher ist. Selbst die Engelsgesichter haben  nicht mehr einen depressiven, sondern einen mitleidigen Blick auf den Gesichtern. Man hört nur noch die Uhr Ticken und das laute ein- und ausatmen des Räuchermännchen, welches erstmal nach Luft schnappen muss, nach dieser anstrengenden Standpauke. „Vielleicht ist das Gefühl des Schwindels nicht allzu schlecht.“, murmelt der Hirte in sich hinein „Also“, fährt das Räuchermännchen jetzt unbeirrt, aber immer noch mit einer gewissen Drohung in der Stimme fort, „ wo ist meine Pfeife, denn sie ist das einzige was mich beruhigt, ohne sie könnte ich diese Qualen nicht ausstehen. Sie gibt mir frische Luft. Die Pfeife ist eine Art Filter, dir mir den Aufenthalt in der Hölle erträglicher macht.“ Alle Figuren von der Weihnachtspyramide zeigten gleichzeitig auf eine Stelle. Dort halb versteckt unter der Weihnachtspyramide liegt sie seine Pfeife.  Er hebt sie auf und geht zu seinem Platz, gefolgt von den Blicken der anderen. Es kümmert ihn nicht, er freut sich einfach, dass er seine Pfeife wieder hat. Schnell noch holt er einen kleinen Besen aus seiner Jacke um die Asche wegzufegen. Letztendlich steht er wieder auf dem Holzsockel und hat die Arme  im Neunziggradwinkel, als die Sonne wieder auftaucht.

Als erstes sind die kleinen Menschen gekommen. Haben sich heruntergeschlichen um die Geschenke schon zu öffnen. Plötzlich fangen an sich welche zu streiten, während der kleinste Mensch sich dem Tisch nähert, wo das Räuchermännchen steht. Fasziniert guckt  er das Räuchermännchen an und nimmt dabei mit seinen kleinen Händen die Pfeife aus dem Mund.  „Was macht ihr den schon hier unten?“   Ein großer Mensch steht plötzlich im Türrahmen. Blickt böse die beiden Streithähne an. Die hatten aufgehört und gehen mit gesenkten Köpfen aus dem Raum hinauf in ihr Zimmer. Der kleinste Mensch steht immer noch, faszinierend von der Pfeife, vor dem Tisch. Der große Mensch kniet sich in die Hocke. „Du gehst am besten auch erstmal wieder nach oben, Wir werden euch rufen wenn es soweit ist.“ Der kleine Mensch geht Richtung Treppe. „Na Hast du nicht was vergessen?“, kommt es vorwurfsvoll vom großen Mensch.  Schnell hat der kleine Mensch die Pfeife zurück in den Mund von dem Räuchermännchen gelegt. „Wieso ist es wichtig, dass die Pfeife da ist?“ kommt von ihm geflüstert. „Hast du schon einmal ein Räuchermännchen ohne Pfeife gesehen?“ Staunend schüttelt der kleine Mensch den Kopf und als ob seine Frage damit beantwortet wäre, verschwindet auch er in seinem Zimmer. Der große Mensch guckt dem kleinen hinterher,  bevor er den Blick zum Tisch wendet. Konnte es sein, dass vor dem Räuchermännchen die Krümel weg sind, als ob sie jemand wegfegt hat? Nein, anscheinend hatte er sich das Gestern eingebildet, dass vor dem Räuchermännchen Krümel von den Keksen lagen. War auch schon spät und er hatte das ein oder andere Glas Wein getrunken.  Schnell noch einen Blick auf die Geschenke und ein leichtes schmunzeln breitet sich auf seinen Lippen aus. Er erinnert sich wie auch er als kleines Kind versucht hatte die Geschenke zu öffnen und auch sein Vater hatte ihn immer erwischt. Er verlässt den Raum. Wenn doch nur der große Mensch wüsste, das er gerade dem Räuchermännchen einen riesen großen Gefallen getan hat, aber so bleibt das Geheimnis geheim. Nur die Weihnachtsfiguren wissen jetzt die Wahrheit.

 

Ein Hotel und sein Geheimnis

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Hallo liebe Freunde des Lesens,

nun ist ein Titel wieder für die Kinder /Jugendlichen dran, obwohl selbst als Erwachsener hat man mit diesem Titel Spaß. Jedenfalls erging es mir so. Tania Del Rio und Will Staehle haben mit dem Titel „Warren der 13. und das magische Auge“ eine interessante Geschichte erdacht. Erschienen ist der Titel beim Boje Verlag. (Witz: Der Preis ist 13,13€)

Inhalt:

Warren der 13. lebt im Hotel Warren auf dem Dachboden. Er ist das Mädchen für alles. Schornstein fegen und Reparaturen sind nur zwei von seinen vielen Aufgaben. Das Hotel wurde von Warren der 2. erbaut. Als der Vater von Warren der 13. nämlich Warren der 12. verstarb hat der Onkel Rupert und die Tante Annaconda das Hotel übernommen. Seit dem sind keine Gäste mehr gekommen, weil Ruppert faul ist. Warren versucht trotzdem, dass das Hotel nicht verwahrlost in der Hoffnung das Hotel wird wieder so sein wie in alten Zeiten. Eines Tages erscheint ein Auto in der Einfahrt. Ein merkwürdige Gestalt kommt an. Sie spricht nicht und ist mit einen Weißen Verband um das ganze Gesicht verziert. Der Gast will in Ruhe gelassen werden. Warren hat es stattdessen mit seiner Tante Annaconda zu tun. Denn sie tut alles um Warren zu quälen. Warrens Tante ist nämlich eine Hexe auf der Suche nachdem Schatz das magische Auge. Warren denkt, dass es den Schatz nicht gibt. Doch als er auf ein Hinweis stößt, dass es den Schatz gibt, beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Denn neben seiner Tante Annaconda sind auch noch ihre beiden Schwestern Scalene und Isoceles aufgetaucht um zu helfen. Das Problem, die beiden Schwestern haben vom dem Schatz herum erzählt und so tauchen noch mehr merkwürdige Menschen auf auch auf der Suche nach dem Magischen Auge.  Kann Warren sich gegen die Konkurrenz behaupten? Was hat es mit dem Schatz auf sich? Wer ist dieser unheimliche Gast? Warren begibt sich auf ein Abenteuer in dem er neue Freunde kennenlernt aber auch neue Feinde.

Warum dieser Titel?

Mit Warren der 13. und das magische Auge ist den Autoren eine wunderschöne Abenteuergeschichte gelungen. Es hat zwar eine Düsternis doch mit der Sprache wird diese Düsternis zu einem Spaß verwandelt. Neben der Geschichte sind auch die Illustrationen stimmig und man ist als Leser sofort in der Welt von Warren. Noch dazu sind in dem Buch selber Rätsel versteckt, die dem Leser zum selber entdecken motivieren. Außerdem hat die Geschichte einen schönen Humor und wirkt dadurch überhaupt nicht gruselig.

Diese Lektüre ist für alle Leser geeignet, die eine spannende mit Humor versehene Geschichte mögen mit einer sehr lebendigen Welt in Bildern. Ein Spaß in Wort und Bild.

Titel: Warren der 13. und das magische Auge

Autor/in: Tania Del Rio und Will Staehle

ISBN: 978-3-414-82456-1

Verlag: Boje

Preis: 13,13 €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Die Glaskugel

Hallo liebe Freunde des Lesens,

ich fahre nun fort mit meiner Aktion. Somit stelle ich am 2. Advent eine weitere Geschichte von mir rein. Die Nächsten werden auch wieder ein wenige kürzer versprochen. Nochmals zu Erinnerung bei mir geht es in den Geschichten auch um Weihnachten und sind doch etwas Anders.(Denke ich) Bei Fehlern, die den Lesefluß stören bitte melden. Ich versuche es dann zu verbessern bin ja schliesslich keine Maschine.

Ich wünsche euch allen einen schönen 2ten Advent.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch
Jan Erichson

Die Glaskugel

von Jan Erichson

Schnaufend hievt der Weihnachtsmann den großen, braunen Jutesack aus dem Schlitten. Mit dem roten Handschuh an seiner rechten Hand holt er ein rot-weißes Taschentuch hervor mit dem er sein schweißnasses Gesicht abwischt. Seine Renntiere gucken ihn wissend an. „Ja, Ja ist gut. Ich hätte mich nicht so gehen lassen sollen“ Irgendwie kommt ihm das Haus höher beziehungsweise das Dach größer vor als es letztes Jahr war.  „Habe ich eigentlich letztes Jahr auch schon so geschnauft und gepustet?“, fragt er sich lautstark. Die Renntiere gucken ihn spöttisch an, dass er mit einem empörten Blick erwidert. „Was wisst ihr denn schon?! Ihr seid doch nur Renntiere und habt keine Ahnung wie sich ein Weihnachtsmann fühlt.“ Die Renntiere strafen ihn mit einem Blick, der sagen soll: „Auf wen bist du angewiesen? Wer zieht den Schlitten schon seit hunderten von Jahren?“ Der Weihnachtsmann sagt daraufhin nichts mehr, denn eigentlich wollte er so schnell wie möglich wieder zum Nordpol in seinen warmen Sessel sitzen und seinen Punsch mit einem Spritzer drinnen genießen. Während er seine Füßen auf dem Schemel gelegt hätte würde von draußen das Geräusch der Elfenwerkstatt Musik in seinen Ohren sein. Doch auf einmal verschwimmt dieser Traum. Der Weihnachtsmann öffnet seine Augen und anstatt im Sessel zu sitzen am Nordpol steht er auf einem Dach in der Kälte und die Renntiere gucken ihn tadelnd an. „Ihr gönnt mir auch rein gar nichts oder?“ Er wartet nicht auf eine Antwort. Er schultert den Jutesack über seine Schultern, wobei er sich zusammenreißen muss nicht vor den Augen der Renntiere zusammenzubrechen. Er kann spüren dass sie nur darauf warten, dass seine Beine nachgeben.  Als er einigermaßen stehen bleibt -„Ha von wegen ich knicke ein!“- geht er mit schweren Schritten in seinen schwarzen Stiefeln durch den kniehohen Schnee zum Schornstein hin. Sein Blick wandert in den Schornstein und sieht nur Schwärze. Er kann noch nicht mal das Holz sehen auf der Feuerstelle. „Bin ich wirklich immer durch den Kamin gekommen?“ fragt er unsicher als er auch noch feststellen muss, dass der Schornstein sehr schmal aussieht.  Helfend suchend guckt er zu den Renntieren in der Hoffnung sie werden Kopfschütteln und sagen, dass er sich immer rein teleportiert hat. Doch zu seinem Verdruss sieht er nur wie alle Rentiere von Donner bis Blitz mit den Kopf nicken, so dass dabei die Glöckchen an ihrem Geschirr nur so bimmeln. Er meint auch sich einzubilden ein Lächeln auf den Rehmündern zu sehen, wobei Rehe können nicht lächeln oder etwa doch?  Schnell wischt er sich diesen Gedanken aus dem Kopf und konzentriert sich auf den vor schwärze triefenden Schornstein. Der Weg zur Hölle sieht wahrscheinlich angenehmer aus und außerdem ist es dort auch wärmer als hier auf den Dach zu stehen, denkt sich der Weihnachtsmann während er vor dieser Situation steht. Vielleicht liegt es aber auch an dem Alter. Als der Weihnachtsmann nämlich noch jung war, war alles viel einfacher und weniger anstrengend gewesen. Jetzt muss er erst mal überlegen wie genau er das mit Schornstein anstellen soll. Wie ist er sonst herunter gekommen? Gedanklich geht er die einzelnen Schritte noch einmal durch:

  1. Tief durchatmen
  2. Den Jutesack fest umklammern
  3. In die Knie gehen
  4. Abspringen

Es sind nur diese Vier Schritte. Er schüttelt den Kopf als er überlegt ob es vielleicht doch Fünf Schritte sein könnten. Doch er kommt zu dem Schluss, dass Fünf eine doofe Zahl ist und man sich Vier Schritte viel besser merken kann als Fünf. Nächsten Mal sollte er vorsichthalber die Schritte auf einen kleine Zettel schreiben, den er dann jedes Mal herausholen kann. Das würde auf jeden Fall Zeit sparen. Die Gedächtnislücken tauchten in letzter Zeit nämlich  immer häufiger auf weswegen er das mit Zettel auch in Angriff nehmen muss.  Bevor der Weihnachtsmann die Vier Punkte ausübt schließt er seine Augen.  Mit geschlossenen Augen fühlt er sich wohler und kann dadurch gleichzeitig die Blicke der Renntiere ignorieren. Er atmet tief durch, fasst mit seiner rechten Hand den Jutebeutel noch fester, geht in die Knie und springt ab.

Das dumpfe Geräusch hört sich für den Weihnachtsmann nicht gut an und dass er immer noch die kalte Luft auf seinem Gesicht spürt bedeutet auch nichts Gutes. Er ist sich unschlüssig ob er die Augen aufmachen soll.  Er kommt zu dem Schluss, dass die geschlossenen Augen ihm in dieser Situation nicht helfen können. Ganz langsam hebt er die Augenliedern und guckt direkt in die Gesichter der Renntiere. Anscheinend haben sie etwas zu Essen gefunden, denn ihre Kiefer rotieren in Kreisbewegungen. Die Fragen Woher? und Wie? stellt er sich schon lange nicht mehr. Am Anfang wollt er es unbedingt wissen was sie essen. Doch  die anfängliche Neugier, die er verspürt hatte ist erloschen nach mehrfachen Scheitern. Sein Blick wandert nach unten und dann ist ihm die Zwangslage bewusst, in die er sich befindet. Seine Beine hatten es geschafft in den Schornstein reinzukommen, doch der restliche Körper wird durch eine sehr deutliche hervorgehobene Speckschwarte, die sich im Bauchbereich gebildet hat, aufgehalten. „Verfluchte Schei….!?“ In letzter Sekunde kann er sich die Hand vor den Mund halten. Eigentlich sollte es für ihn keine Überraschung sein, denn dieser Bauch ist nicht erst seit heute da. Anscheinend hatte sein Bauch im Laufe der Jahre beschlossen am Umfang zu zunehmen und auch den neu gewonnenen Umfang beizubehalten. Es ist aber das erste Mal, dass dieser Bauch Probleme beim Schornstein macht. Letztes Jahr ging es ja auch. Innerlich verflucht sich der Weihnachtsmann keinen kleinen Zettel geschrieben zu haben, wo auch drauf steht wie er in solchen Situationen verfahren soll. Mit beiden Händen fährt er sich durch seinen langen weißen Bart. Diese Geste nennt er „Den Denker“, auch wenn die Weihnachtselfen in der Werkstatt sagen er sieht dabei aus wie ein Neunmalkluger, der gerade Ahnungslos ist. Ein Geistesblitz trifft ihn. „Wieso bin ich nicht gleich darauf gekommen?“ murmelt er laut vor sich hin. Denn es gibt außer den Vier Schritten, die er noch einigermaßen Auswendig kann tatsächlich noch einen Fünften Schritt. Dieser Schritt ist sogar der entscheidende ohne den es überhaupt nicht funktionieren kann:

  1. Nicht darüber nachdenken

Den Jutesack lässt er auf das Dach fallen. Bevor er diesen Fünften Schritt macht muss er sich erstmal locker machen. Leider kann der Weihnachtsmann nur die Arme dehnen, da die Beine im Schornstein feststeckten. Den Kopf nach rechts und links drehen bis es ein knackendes Geräusch gibt. Zum Schluss macht er mit seinen Armen noch kreisenden Bewegungen.  Er greift wieder nach den Jutebeutel und atmete nochmals tief durch. „Nicht nachdenken.“ , ruft er sich in Gedanken immer wieder auf. Wäre ein Außenstehender, genau in diesem Moment die Straße entlanggegangen und hätte seinen Blick nach oben gerichtet würde er folgendes Bild sehen: Ein schwarze Gestalt, die wild mit den Armen rudert und andere kuriose Bewegungen veranstaltet. Dabei sieht man nur den Oberkörper, weil der Unterleib im Schornstein steckt. Der Beobachter hätte sein Smartphone gezückt und ein Bild geschossen, es in einem Sozialen Netzwerk präsentiert mit einem schönen Spruch darunter wie zum Beispiel: „Was stelle ich in der Nacht fest, der Weihnachtsmann steckt im Schornstein fest.“  Aber zum Glück ist es in dieser Nacht ruhig. Außerdem herrscht eine Kälte, wo die Menschen in ihren Häusern bleiben und an der Heizung sitzend ihre Hände reiben, weil es nicht warm genug werden kann.  Langsam fängt der Weihnachtsmann an zu spüren wie er gedanklich loslässt und dann geht es ganz schnell. Mit einem lauten Geräusch, als wenn ein Korken aus der Flasche gezogen wird, fällt er hinab in den dunklen Schacht vom Schornstein.

Der Ruß aus dem Kamin wird aufgewirbelt und bildet eine kleine Wolke, die sich im Wohnzimmer ausbreitet. Aber so schnell wie die Wolke entstanden ist verschwindet sie auch wieder. Aus dem Kamin gestiegen kommt ein sehr kräftiger, weißbärtiger Mann ohne jegliche Rußrückstände im Gesicht oder auf den Klamotten. Sein Blick wandert zu der eine Ecke im Wohnzimmer wo der Weihnachtsbaum steht. Es liegt alles schemenhaft im Dunklen.  Das Ziel anvisiert wirft er sich den Jutebeutel auf den Rücken und setzt seine rechten schwarzen Stiefel auf den Teppichboden.  „Schon mal etwas von anklopfen gehört?“ kommt es frech aus der anderen dunklen Ecke des Wohnzimmers. Es wird heller in dem Raum als ob jemand gerade einen Lichtdämmer aufdreht. Ein helles Licht herrscht nun, dass den Weihnachtsbaum in all seiner Pracht und Farbe zeigt. Die Augen des Weihnachtsmannes wandern zur der Ecke aus der die Stimme gekommen ist. Ein kleiner Junge im Alter von 10 Jahren steht breitbeinig, die Arme vor die Brust verschränkt da und  guckt ihn herausfordernd an.  „Irgendein Problem Kleiner?“, kommt es trocken vom Weihnachtsmann. „Sehe ich so aus als hätte ich Probleme? Ich denke Sie haben durchaus dickere Probleme. Ich bin hier schon seit Sie auf dem Dach gelandet sind. Sie hatten es ja gar nicht eilig oder?“ Dabei zieht der Junge spöttisch die rechte Augenbraue hoch, die Arme immer noch vor die Brust verschränkt und mustert den Weihnachtsmann von unten nach oben und wieder von oben nach unten. Der Weihnachtsmann denkt sich, dass das Kind für sein Alter eine dicke Lippe riskiert und überhaupt weiß der kleine Racker überhaupt wen er vor sich hat? Der Weihnachtsmann ist sich sicher, dass der Junge es nicht weiß weswegen er  ihn die Frage tatsächlich stellen könnte. Doch bevor er den Gedanken zu Ende gedacht hat formen seine Lippen schon die Worte während die Stimme es in Ton verfasst: „Weiß du eigentlich, wer  dir gegenüber steht?“ Dabei lässt der Weihnachtsmann den Jutebeutel fallen, stellt sich breitbeinig hin und verschränkt die Arme vor seiner Brust um damit bedrohlicher zu wirken.

Wenn jetzt in diesem Augenblick jemand von außen durch das Fenster blicken würde, würde ihm eine aberwitzige Situation dargeboten: Vor einen Kamin steht  ein über 1,90 m großer, alter, dicker Mann in schwarzen Stiefeln, einer roten Pudelmütze, einem roten-weißen Mantel und eine weißen langen Bart.  Ihm gegenüber steht eine schmale gerademal 1,50 m hohe Gestalt,  Barfuß, mit kurzen braunen Haaren in einem Power-Ranger Schlafanzug. Beiden haben die Arme vor die Brust verschränkt und stehen breitbeinig da.

„Hmh lassen Sie mich raten…roter Mantel, sieht aus wie ein 200 Jahre alter Mann und ist so dick, dass er ein Erdbeben auf der anderen Seite der Erde auslöst, sobald er einen Schritt macht. Sie müssen der Osterhase sein!“ Es breitet sich ein teuflisches Grinsen auf den kleinen schmalen Lippen des Jungen aus. Der Weihnachtsmann atmet dreimal tief ein und aus um seinen Puls zu regulieren. Der Arzt hat gemeint er soll sich nicht mehr zu aufregen, denn das wäre nicht so gut für den Bluthochdruck. Deswegen kommt es ganz ruhig fast schon im Flüsterton vom Weihnachtsmann: „ Jetzt hör mal zu Kleiner!“ Die Halsschlager vom Weihnachtsmann pocht immer noch bedrohlich „Wahrscheinlich ist im Nachschlagewerk unter dem Wort „kleiner-verschissener-Klugscheißer“  ein Bild von dir drinnen. Jetzt kannst du deinen anderen Hosenscheißern in der Schule meinetwegen erzählen, wie du den Weihnachtsmann fertig gemacht hast. Tu mit nur einen kleinen Gefallen: Lass mich in Ruhe hier meine Arbeit machen! O.K?!“ Der kleine Junge lässt seine Arme sinken und seine Spannung im Körper lässt nach .Der Weihnachtsmann versteht das Schweigen als eine Art Zustimmung.  Er hievt seinen Jutebeutel auf die Schulter und nähert sich dem Weihnachtsbaum während der Junge immer noch am Lichtschalter steht. An dem Baum angekommen geht der Weihnachtsmann in die Knie und macht sich an die Arbeit. Während er die Geschenke unter dem Baum platziert spürt er im Rücken den Blick des kleinen Jungen. Um sich zu beruhigen summt der Weihnachtsmann ein klassisches Weihnachtslied. Aber im Gegensatz zu anderen Situationen kann ihn das dieses Mal nicht beruhigen, also hört er mit dem Summen auf. Nach wenigen Minuten holt der Weihnachtsmann das letzte Geschenk aus dem Jutebeutel und platziert es unter dem Baum zu den anderen Geschenken.

Jetzt kommt für den Weihnachtsmann das Schönste an dieser ganzen Schufterei: Das Glas Milch und einen Teller mit frisch gebackenen Plätzchen. Damit hat man auch die Erklärung für den zugewonnenen Umfang des Weihnachtsmannes gefunden. Mit voller Vorfreude wandert seine Hand zu dem kleinen Tisch. Dabei hat der Weihnachtsmann die Augen geschlossen, denn das Gefühl des Ertastens würde ihn für einiges Entschädigen, das heute passiert ist. Doch auf seinem Gesicht zeigt sich eine Überraschung, als seine Hand nur nach Luft greift. Der Weihnachtsmann öffnet seine Augen und sieht nichts. Keinen Tisch mit einen Glas Milch und einen Teller mit Plätzchen. Selbst mit mehrfachem Blinzeln taucht der Tisch nicht auf. Der Weihnachtsmann atmet tief aus um ein lautes Och Nö zu unterdrücken. Dabei merkt er wie die Worte schon auf seiner Zunge liege.

„Suche Sie etwas Bestimmtes?“, erklingt die Stimme des Jungen in seinem Rücken. Der Ton trieft vor Hohn und Frechheit, dass dem Weihnachtsmann es eiskalt den Rücken hinunter läuft. Der Weihnachtsmann dreht sich um sieht den Jungen an den Türrahmen gelehnt, kauend und in der rechten Hand ein halbleeres Glas Milch. Der einzige Gedanke, der jetzt durch den Kopf vom Weihnachtsmann geht ist, dass er diesem kleinen verfluchten Bastard, am liebsten den Hals umdrehen würde. Ja auch für einen Weihnachtsmann fällt es nicht leicht jedes Kind lieb zu haben, das ihm begegnet. Der Zehnjährige Junge hat ein Selbstbewusstsein, das erschreckend ist.  Es zeugt von einer Skrupellosigkeit einen alten Mann so in das offenen Messer laufen zu lassen. „Du willst doch bestimmt ein Geschenk haben oder?“ Der Weihnachtsmann sieht sich gezwungen den Jungen Paroli zu bieten und wenn es bedeutet auf die gleichen Mittel zurückzugreifen. Der Junge setzt ein ungläubiges Gesicht auf und legt in seine Stimme eine schauspielerische Dramatik herrein: „Ist das zu glauben?!“ Der Junge bietet eine glaubwürdige Performance, „Der Weihnachtsmann erpresst ein kleines unschuldiges Kind!“ Der erzeugte Tonfall des Jungen appelliert im Weihnachtsmann an das Gute weswegen er nervös auf der Unterlippe kaut. Zum Glück kann der Junge, das nicht sehen, weil der weiße Bart es verdeckt. Der Junge fährt in einem gespielten entrüsteten Tonfall fort: „Ich als Ihr Ernährungsberater, musste mit Entsetzen feststellen, dass sie  die letzten Jahren die Fitness und die Ernährung ganz schön haben schleifen lassen. Deswegen bin ich zum Urteil gekommen, dass jegliche Kost, die ihrer Figur nicht gut tut ab sofort untersagt wird.“ Der Weihnachtsmann ist erstaunt mit welcher Arroganz und Skrupellosigkeit der Kleine dies sagt. Wahrscheinlich hat der Junge, das alles akribisch geplant, denn es  wirkte auf den Weihnachtsmann wie ein Drehbuch und der Junge ist der Regisseure, der alles kontrolliert. Was ist bloß aus den Kindern geworden und soll ich einfach nachgeben und ihn gewinnen lassen? denkt sich der Weihnachtsmann, während er den Jungen sich anguckt. Der Junge fühlt sich als Gewinner, denn sein Plan ist aufgegangen. Der Weihnachtsmann ist in einer Zwickmühle. Die Geschenke kann er nicht mehr mitnehmen, denn als der Weihnachtsmann, die Geschenke unter dem Baum gelegt hat ist das Besitztum automatisch auf die Hausbesitzer übertragen worden. Das heißt, wenn der Weihnachtsmann die Geschenke wieder mitnehmen sollte, würde es als Diebstahl zählen. Außerdem ist der Junge in den Genuss der Plätzchen gekommen, die seine Mutter gebacken hatte. Dieser Abend hat sich absolut gelohnt für ihn. Der Weihnachtsmann sieht das zufriedene Gesicht, das einem teuflischen Grinsen gleich kommt. Seufzend gibt der Weihnachtsmann sich geschlagen und will dieses Treffen einfach nur vergessen. Die Geschenke werden unter dem Baum gelassen, denn der Weihnachtsmann gibt nur Geschenke und nimmt keine weg. So viel Anstand besitzt der Weihnachtsmann noch auch bei diesem Jungen keine Ausnahme zu machen. Er dreht sich um geht zum Kamin. Bevor der Weihnachtsmann den Schornstein wieder hinauf fährt blickt er noch einmal zum Jungen, der immer noch im Türrahmen steht mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht und sich als Gewinner fühlt.  Der Weihnachtsmann atmet tief durch, kontrolliert ob er den Jutebeutel richtig festhält, geht in die Knie, springt ab und denkt an nichts. Oben auf dem Dach wieder angekommen begrüßt er seine Renntiere. Es hat in der Zwischenzeit angefangen zu schneien. „Mensch ihr werdet mir nie glauben was mir in diesem Haus gerade passiert ist.“ Die Renntiere gucken den Weihnachtsmann mit dem Blick Was-interessiert-uns-das-wir-sind-nur-Renntieren an. Der Weihnachtsmann packt seinen Jutebeutel in den Schlitten und winkt ab. „Ach ist ja auch egal“ Somit schließt er das Gespräch mit den Renntieren. Mit einem Ätzen und Stöhnen steigt der Weihnachtsmann in den Schlitten, der das mit einem knarrenden Geräusch bestätigt. Der Junge hat trotz all seiner bösen Absicht nicht ganz Unrecht was die Ernährung angeht. In Zukunft muss er wirklich darauf achten denkt sich der Weihnachtsmann. Er nimmt die Zügel des Schlittens in die Hand und auf einmal zaubert sich ein Lächeln auf seinen Lippen. Der Junge wird staunen, wenn er sein Geschenk auspackt. Denn anstatt der Power-Ranger-Figur, die er sich sehnlichst gewünscht hatte, würde der Junge eine Barbiepuppe bekommen. Der Weihnachtsmann hatte es schon mit viel schlimmere Kinder zu tun gehabt. Wie zum Beispiel der Adolf und der Donald, die waren um einiges schlimmer als der Junge gewesen. Mit einem lauten Knall der Zügel steigt der Schlitten vom Dach in den Sternenhimmel hinauf.

 

Seine Augen beobachten, wie die Renntiere anlaufen, sich abstoßen und den Schlitten mitziehen in den Nachthimmel hinein. Seufzend guckt er sich die Glaskugel an, in der das Haus steht, wo der Weihnachtsmann gerade zu Besuch war. Noch einmal schüttelt er die Kugel, so dass sich das weiße Pulver in den Luft erhebt und es aussieht als ob es schneit.  Seine weißen, dünnen aus Knochen bestehenden Finger umschließen den Boden, der Glaskugel. Langsam erhebt er sich aus seinem Sessel und stellt sie in seinen Schrank, wo noch andere Glaskugeln stehen, die alle eine Geschichte erzählen. Das Ticken der Standuhr erfüllt den Raum, wenn man ihn als solches bezeichnen kann, denn es fehlen die Wände und doch wirkt es begrenzt. Dichter grauer Nebel umgibt diesen Raum. Sein Blick schweift über die ganzen Glaskugeln. Jedes Jahr zum 24.12 guckt er sich eine an. Zwar ist der Weihnachtsmann erfunden, doch gehört diese Glaskugeln zu seinen Lieblingsgeschichten. Der Wunsch, dass der Weihnachtsmann doch real ist wächst in ihm, wenn er immer diese Geschichte gesehen hat. Er wirft noch einen letzten Blick auf die Glaskugeln bevor er die schwere Eichentür des Schrankes schließt und den schwarzen Schlüssel, der im Schloss steckt zwei Mal nach links umdreht. Das Klacken signalisiert, dass das Schloss eingerastet ist. Den Gang zum Kleiderhaken, der so aussieht als ob er an der Nebelwand befestigt ist nur aber in der Luft schwebt, zögert er absichtlich hinaus. Immer nach dem Betrachten der Kugeln überfällt ihn eine Art Unlust. Warum gibt es eine schillernde Figur wie den Weihnachtsmann nicht, ihn aber schon? Manchmal erwischt er sich dabei wie er sich wünscht, dass der Weihnachtsmann doch existiert und ihn besucht um ein Geschenk zu überreichen. Zwar hätte das keine Bedeutung für ihn, aber allein die Geste wäre nett. Er nimmt seine schwarze Robe vom Haken und zieht sie sich über den Körper. Sein Blick wandert zur Sanduhr, die an seiner Robe befestigt ist und sieht wie das letzte Sandkorn durchrieselt. Wenn er einen Wunsch frei hätte, den er sich erfüllen kann, dann wäre es ein Kind zu sein. Kinder sind nämlich unschuldig, unwissend und doch neugierig. Dann würde er an den Weihnachtsmann glauben ganz egal was Andere behaupten würden. Mit diesem letzten Gedanken und den Glockenschlag der Standuhr zieht er sich die Kapuze über den Kopf und verschwindet mit der Sense in der Hand in den Nebel um den Menschen daran zu erinnern, dass nur das Leben real ist.

 

Der Mensch hinter dem Protestantismus…

2016-12-01-15-09-25

Hallo liebe Freunde des Lesens,

kommen wir zur einer ganz interessanten Biographie. Nächsten Jahr wird 500 Jähriges Jubiläum von seiner Tat gefeiert und deswegen wird auch im Jahre 2017 der 31.10 als einmaliger Feiertag für Deutschland eingeführt (Nein es ist nicht Halloween). Er hat damit dem Protestantismus den Weg geebnet. Lyndal Roper hat mit der Biographie „Luther – Der Mensch Martin Luther“ den entsprechenden Titel geliefert. Erschienen ist es beim S. Fischer Verlag.

Inhalt:

Martin Luther ist weltbekannt. Besonders wegen seiner 95 Thesen, die er angeblich an das Portal der Wittenberger Schlosskirche  genagelt haben soll. Was wirklich am 31.10. 1517 ist nicht bekannt. Er hat die Thesen am 31.10 an Erzbischof Albrecht, der ranghöchste Kirchenfürst in Deutschland, gesendet und das ist auf jeden Fall geschichtlich gesichert. Luther hat mit diesen Thesen eine Lawine los getreten, die keiner aufhalten konnte. Doch wer war dieser Mensch? Was waren seine Beweggründe?  Es wird Luthers Leben durchleuchtet. Dabei wird schnell klar das Luther hauptsächlich aus persönlichen Gründen  zu diesen Thesen gekommen ist. Noch dazu kommt die Frage wie ist er aufgewachsen  und aus welcher Gegend kommt er? Sein Geburtsort  Eisleben und die Stadt Wittenberg, wo er sich länger aufgehalten hat, wurden zu Pilgerstädten der Lutheranhänger während Mansfeld bei ihnen keine Beachtung bekommt. Dabei hat diese Gegend wo der Erzabbau stattgefunden hat einen großen Einfluss auf Luther gehabt. Luther stammt aus der Familie Luder, die Wurzeln in einem Adelsgeschlecht besaß. Zuerst sollte Luther Anwalt werden, damit er seinem Vater helfen kann wegen den Schürfrechten. Doch wie wir alle wissen ist nichts daraus geworden. Warum Luther den Weg des Mönchssein ausgewählt hat und wie sein Charakter war und seine unterschiedlichen Beziehungen zu Adel und anderen  Verbündeten und Gegnern wird alles in diesem Buch spannend dargestellt.

Warum dieser Titel?

Die Autorin Lyndal Roper hat eine sehr detaillierte Biographie über den Menschen Luther gemacht und nicht über die Bewegung des Protestantismus.  Dabei ist der Mensch Luther mit der Bewegung eng verbunden. Roper hat die Biografie in einzeln Abschnitte aufgeteilt. Dabei geht sie chronologisch vor. 2006  hatte sie begonnen mit der Arbeit Briefe, Dokumente und andere Quellen auszuwerten. Dieses Buch ist ausführlich und bietet sehr viel Information zu Luther, der politischen Lage, Luthers Beziehungen und wieso Luther so war wie er war.  530 Seiten in Neunzehn Kapitel und auch mit viele Abbildungen sowohl von Personen als auch von Städte und geografischen Landschaften.  Luther hat mit seinen Thesen die Welt in ihrem Grundgerüst erschüttert.  Das Beben hat den Protestantismus hervorgebracht für den Luther heute steht und gefeiert wird.

Diese Lektüre ist für die Leser geeignet, die gerne über bekannte Persönlichkeiten, die einen Einfluss auf die Welt hatten, lesen wollen. Eine Biographie, die komplex und informativ ist.

Titel: Luther – Der Mensch Martin Luther

Autor/in: Lyndal Rope

ISBN: 978-3-596-17930-5

Verlag: S. Fischer

Preis: 18,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt