Das Tagebuch (4. Advent)

Hallo Freunde der Geschichten,

kommen wir nun zur letzten Geschichte, die euch päsentiert wird. Diese Geschichte steht wieder  für sich allein also hat nichts mit der Geschichte vom 2. und 3. Advent zu tun. Falls jemand auf die Idee kommen sollte zu fragen.

Dieses Jahr ist der 4. Advent gleichzeitg auch der 24.12.  Nach meiner Berechung passiert sowas nur alle 11 Jahre. Also war dieses Jahr das Phänomen für alle, die meinten sie sei früh dran mit Geschenken zu besorgen, dass sie rechtzeitig waren und alle, die später Geschenken besorgten, mussten mit entsetzen feststellen, dass am Sonntag die Geschäfte geschlossen haben. Ich hoffe bei euch ist alles glatt gelaufen und ihr könnt euch jetzt entspannt in den Weihnachtsstress/Vorbereitung für den heilig Abend stürzen.

Wieder die Bitte, falls Fehler auftauchen sollten in der Geschichte, die den Lesefluss stören oder den Inhalt unlogisch erscheinen lassen bitte melden. Ich werde es schnellst möglich korregieren.

Ansonsten wünsche ich euch eine frohen 4. Advent und eine fröhliche Weihnacht. Halt das übliche.

Es grüßt euch Jan Erichson

Das Tagebuch

Von Jan Erichson

Ich gehe die Straße entlang. Es ist kalt und der Wind weht mir die Schneeflocken in das Gesicht. Der Himmel ist grau und der Boden ist weiß. Ein Kontrast, der auffällt. Doch keiner schaut nach oben. Alle starren stur geradeaus.  Mein Blick wandert von den finsteren Gesichtern, die mir entgegenkommen, in den Himmel. Auf einmal taucht zwischen den weißen Flocken etwas anderes auf. Zuerst erkenne ich es nicht. Denke meine Augen spielen mir einen Streich. Über den Köpfen der Anderen vom Wind getragen schwebt etwas Braunes. Keiner beachtet es. Niemand nimmt Notiz davon. Der Anblick wie es auf den nassen, dreckigen Boden zwischen den umher tretenden Winterstiefeln landet hat etwas trauriges Melancholisches. Warum gerade dieses Gefühl mich übermannt kann ich nicht erklären. Das Papier lag dort unbeachtet. Ich bleibe stehen, denn es fasziniert mich irgendwie. Die Anderen gucken verärgert, da ich sie aus dem Tritt bringe. Bevor der Ärger ausbricht gehe ich zur Seite und hebe das Papier auf, dass auf wundersame weiße vom Wind in meine Richtung geweht worden ist. Es sieht aus wie eine herausgerissene Seite aus einem Buch oder Notizheft. Keine beachtet mich und obwohl die Schneeflocken immer stärker wurden fange ich an zu lesen:

Hallo liebes Tagebuch. Fängt man so an? Eigentlich finde ich es albern so zu tun, als wenn dieses Buch, in dem ich reinschreibe, eine Person ist. Ich bin nicht gut im Schreiben und ich lehne es auch ab. Finde es albern. Was soll es bringen etwas aufzuschreiben was sowieso niemand liest und was ich schon längst weiß. Eigentlich tue ich es meinem Umfeld zu liebe. Ja und damit gebe ich es zu. Ich habe selbst gemerkt, dass die Arbeit einfach stressiger geworden ist. Die  ohne Grund ausbrechenden Tobzuchtanfälle und das dabei die ein oder andere Sache kaputt gegangen ist, ist auch mir aufgefallen.  Auch meine Ruhe und Geduld ist irgendwie verloren gegangen. Das Gefühl, dass jedes gesprochenes Wort an mich eine Beleidigung ist hat in mir eine Wut geweckt vor der ich selber erschrocken bin. Ich tat es als Laune ab und irgendwann habe ich nicht mehr gemerkt, wenn ich Andere beleidigt habe. Irgendwann als ich mal wieder Wut geladen von der Arbeit kam wartete Zuhause meine Frau und Mitarbeiter. Es war eine wie sie es nannten Intervention. Ich war kurz davor zu brüllen doch dann geschah in  meine Augen etwas Unerwartetes: Ein jeder trat hervor mit einem Zettel in der Hand auf denen stand weswegen wieso und weshalb sie all dies tun. Im Endeffekt hat jeder Zehn Minuten geredet, aber ich kann es in einem Satz sogar nur in Zwei Worten formulieren: Mir zuliebe. Es klingt sehr egoistisch, wenn nicht sogar sehr selbstverliebt. Aber ich hatte mich selbst verloren. Den Spaß den ich bei der Arbeit hatte ist verloren gegangen. Die Kunden wurden immer unverschämter. Der Kunde ist König? Der Kunde ist ein Arschloch. Boah tut das gut dies endlich mal niederzuschreiben. Meine Wut wurde immer größer. Dadurch habe ich die Verantwortung und die Wichtigkeit meiner Arbeit ignoriert. Statt verständnisvoll zu reagieren was ich sonst immer getan habe, habe ich Wut mit Wut bekämpft. Es ist des Öfteren eskaliert. Aber nicht nur dass ich meine Aggression an Kunden ausgelassen habe sondern ich habe es auch an meinen Mitarbeitern und meiner Frau. Auch wenn ich mir bewusst war das ich das Falschenmache habe ich es trotzdem getan, weil es mir eine Art Frieden gegeben hat. Wobei dieser Frieden sehr brüchig war und ich ihn mir nur eingeredet habe. Nach der Intervention hatte ich erst einmal so getan als ob ich mich bessern würde. Mal ganz ehrlich so eine Veränderung funktioniert vielleicht in Filmen aber nicht im realen Leben. Nach einer gewissen haben mir meine Frau und meine Mitarbeiter eine Karte in die Hand gedrückt auf den der Name eines Psychologen stand. Dr. Bla Bla. Ist eigentlich auch unwichtig wie er heißt. Es war schwierig einen Termin mit ihm zu bekommen. Ich wollte es so schnell wie möglich hinter mir haben. Einerseits damit mich alle in Ruhe lassen und andererseits…ach was weiß ich was der andere Grund war. Der Hauptgrund war, dass mich alle in Ruhe lassen sollten. Jetzt merke wie wieder in mir diese Wut und der Zorn in mich aufbegehren, weil die anderen mich gezwungen haben. Tief durchatmen und ausatmen. Der Himmel ist Blau, die Sonne ist Gelb, das Gras ist Grün. Es ist doch manchmal erstaunlich was eine Atemtechnik und ein paar Worte ausmachen. Also weiter im Text. Immer wenn ich einen Termin wollte hat der Dr. immer eine Ausrede gefunden. Nach ewigen Hin und Her hat Dr. Bla Bla – ich komm echt nicht mehr auf seinen Namen, heißt das ich werde alt? – hat er es doch geschafft mir einen Uhrzeit zu sagen, denn es wirkte als würde ihm keine Ausreden mehr einfallen.. Ja ich sage bewusst Ausrede. An mir lag es nicht. Das habe auch meine Mitarbeiter und meine Frau gemerkt. Hätten meine Frau und ich Kinder hätte auch die es gemerkt, dass der Dr. irgendwie mich nicht wollte. Vielleicht hat er meine Akte gesehen und gemeint, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Mal ganz ehrlich ich hätte wahrscheinlich nicht anders reagiert.  Eines Tages klingelte mein Handy. Die Nummer sagte mir nichts. Auf meinem Handy wird jeden Nummer angezeigt man kann nicht auf unterdrückt stellen und wenn doch wird die Nummer bei mir trotzdem angezeigt aber psssst. Das ist eines meiner Geheimnisse. Jedenfalls meinte der Dr., dass es ihm sehr Leid täte, aber er hat die Wichtigkeit dieser Situation völlig unterschätzt. Er hat noch einiges mehr gefaselt. In meinen Kopf war nur ein Rauschen zu vernehmen. Während er etwas davon redete wie leid es im tut guckte ich nur meine Frau an und formulierte mit meinem Lippen ein stummes ich liebe dich.  In diesen Augenblick wurde mir klar, dass ich es meinen Mitarbeitern, Kunden aber vor allem meiner Frau schuldig bin mich zu bessern. Beinahe hätte ich den Termin verpasst mir zu notieren. So vertieft war ich in meinen Gedanken. Unser ersten und letztes Treffen war sehr angespannt. Ich war es einfach nicht gewohnt mit jemanden über meine Probleme zu reden. Zu der Zeit dachte ich auch, dass ich keine Probleme habe sondern die anderen Probleme mit mir haben. Schließlich mache ich es ja auch Ihnen zu liebe. Der Doktor räusperte sich ständig und stellte mir unnötige Fragen wie zum Beispiel wer ich bin, was mein Job ist, wie mein Alltag aussieht. Bla Bla Bla. Natürlich habe ich gemerkt wie der Doktor manchmal stockte während ich anfing über mich zu erzählen. Ich glaube er tat nur so als ob er etwas aufschreiben würde, da bin ich mir sicher.  Wahrscheinlich glaubte er mir sowieso nicht.  Doch wir hatten  das Geld überwiesen für die Stunde. Da ist er nicht abgeneigt, wenn man seinen Porsche finanziert. Hypokratischer Eid am Arsch. Man hat mir gesagt ich soll weniger Fluchen. Besonders auf der Arbeit ist das den Kunden negativ aufgefallen. Aber manchmal muss es raus und sie konnten froh sein wenn es nur ein Schimpfwort und eine entsprechende Geste war. Oh ja ich habe sowas von die Fingergeste drauf. Bei mir staunen immer alle wenn ich das mache, weil ich es mit purer Leidenschaft mache.  Am Ende der Stunde meinte der Dr., dass es ihm leid tue, aber die Stunde neigt sich dem Ende und ob ich sage könnte was ich in dieser Zeit über mich gelernt habe. Ich war sprachlos und habe ihn auch entsprechend angeguckt. Schließlich hat er sich geräuspert und gemeint er sehen sehr viel Potenzial und sehr gute Ansätze wo man das nächste Mal fortfahren kann. Ich staunte weiter ihn Sprachlos an. Irgendwie kann ich mich auch nicht erinnern ihm die Hand gegeben und die Praxis verlassen zu haben. Auf jeden Fall weiß ich noch, dass die liebevolle, und sie war wirklich liebevoll, weswegen sie mir auch in Erinnerung geblieben ist, Sekretärin mir gesagt hatte, dass ich mal versuchen sollte Tagebuch zu führen. Also ihr hat es sehr geholfen. Ich dankte ihr und behielt sie im Kopf. Als ich Zuhause  ankam und meiner Frau erzählt habe was passiert war flog eine Hasstriade auf den Dr.. Was dem einfalle so viel Geld zu nehmen und so weiter und so weiter. Ich staunte nicht schlecht. Das letzte Mal als ich meine Frau so fluchen hörte war….gut lassen wir das. Sowas gehört hier definitiv nicht hin. Zuerst habe ich mich geweigert und die ganze Zeit das Pergament  und die Feder, die im Tintenfass steckte, angestarrt. Meine Frau hatte mich ermutigt es einmal zu versuchen. Diese Frau war und ist einfach das Beste was mir je passieren konnte. Genau in dem Moment  als ich an meine Frau und die Liebe zu ihr dachte, da löste sich eine Blockade in meinem Kopf. Auf einmal wusste ich was mein erster Eintrag sein wird. Während ich dies Schreibe merke ich wie es mir gut tut. Ich fühle mich leichter. Ich weiß ganz genau wie einmal während meiner Arbeit auf meine Hände geguckt und mir eingebildet habe, dass sie verschwinden. Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Vielleicht war ich deswegen so gereizt und habe mich zu Beleidigungen leiten lassen. Wahnsinn was einem so bewusst wird man anfängt darüber zu schreiben. Die Sekretärin hatte Recht. Man hätte sich das ganze Geld für den Dr. sparen können. Vielleicht sollte man es den Anderen sagen, dass man die Sekretärinnen fragen sollte als die Doktoren. Es ist einfach ein gutes Gefühl. So das sollte für das erste Mal reichen. Die Sache mit dem Schreiben hat wirklich Spaß gemacht. Nun muss ich aber los. Rudolph, Blitz, Donner und die anderen Renntieren scharren schon mit den Füßen. Ich habe schon meinen rot-weißen Anzug an, den ich immer bei der Arbeit trage und auch die obligatorische Mütze, die schon zu einer Art Markenzeichen wurden.  Wer hätte gedacht das der Weihnachtsmann einmal anfange würde Tagebuch zu schreiben, Genau Niemand. Ho ho ho ho.

Ich starre auf das Papier und kann nicht fassen was ich da lese. Ungläubig wandern meine Augen immer wieder über den Text. Mein Blick wandert in Richtung Himmel. Doch die Schneeflocken versperren mir die Sicht.  Aber ich bilde mir ein im Himmel einen Schatten von Renntieren und von einem Schlitten zu erkennen. Aber meine Gedanken können mir auch einen Streich spielen. Vielleicht will ich etwas sehen woran ich glauben kann. Das Stück Pergament rolle ich zusammen und packe es in meine Jackentasche. Ich ordne mich wieder in die Menge hinein und lasse mich durch die Stadt tragen. Ein Lächeln huscht über meinen Gesicht, denn eins bilde ich mir nicht ein und das ist  der Klang von verschiedenen kleiner Glöckchen, der aus dem Himmel kommt.

 

 

 

Weihnachten 2006 (3. Advent)

Hallo liebe Freunde der Geschichten,

nun folgt die „Vorgeschichte“ meiner Geschichte vom letzten Sonntag.  Das Ereigniss, dass die Weltmeisterschaft hervorgerufen hat. Dabei deuten ich es nur an und der Leser kann sich selbst denken was passiert. Ja es ist Düster und passt irgendwie nicht zu Weihnachten und natürlich kann man die Geschichte eigentlich um einiges länger gestalten. Obwohl….egal das würde in einer nicht endenden Diskussion ausarten und irgendwie ist mir meine sterbliche Zeit zu wertvoll dafür….obwohl…nein zu wertvoll.

Hier wieder die Bitte, wenn Fehler auftauchen, die den Lesefluss stören oder den Inhalt unlogisch erscheinen lassen bitte melden. Ich werde es dann korregieren oder mich rechtfertigen, wobei es wahrscheinlich beim stillschweigenden korregieren bleibt.

Ich wünsche euch einen schönen 3. Advent und nicht vergessen dieses Jahr fällt der 4. Advent auf den 24.12. Bloss nicht streßen und mal auf Zeitlupe schalten. Dabei findet man die erstaunlichsten Sachen heraus. 😉

Es grüßt euch Jan Erichson

Weihnachten 2006

Von Jan Erichson

 

Der Wecker klingelt. Heute regnet es. Als sie ihre Augen öffnet und ihr Blick mitansehen muss wie die Regentropfen gegen die Fensterscheibe schlagen kommt ein Seufzer aus ihrem Mund und sie dreht sich mit dem Gesicht zu anderen Seite. Nun kann der Rücken sich dem Blick widmet. Ihm macht es nichts aus. Auf der anderen Seite sieht sie Ihr Glück. Dieses Glück ist unrasiert und schnarcht. Doch das Schnarchen stört sie nicht mehr. Es gibt sogar Momenten wo in ihr sich die Sorge ausbreitet, wenn das Schnarchen für einen kurzen Moment verstummt. Sie hat sich so daran gewöhnt, dass es für Sie sogar einen Einschlafhilfe darstellt. Durch die rechte Wand vernimmt sie Geräusche wahr aus denen zu erraten ist, dass nebenan das Leben aufgewacht ist. Es ist noch jung aber voller Neugier. Ein leichtes Schmunzeln ist auf Ihren Lippen, weil man an den Geräuschen erkennt, dass das junge Leben versucht leise zu sein  um sie nicht zu wecken. Ihr Blick wandert zur Uhr, die über der Tür hängt. Es ist kurz nach acht.  Eigentlich hat sie noch Zeit.  Wie auf Kommando als ob er es gehört hat kommt ein Stöhnen von Ihm. Er wendet sich zu Ihr und legt seinen rechten Arm um ihren Oberkörper. Sie greift sich seinen Arm und schmiegt sich an ihn. „Heute ist der 24.12 und anstatt Schnee ist Regen.“, kommt aus ihrem Mund. Sie hat es nur so dahin gesagt, eigentlich erwartet sie keine Antwort. „Ach Schatz schließ die Augen und lass uns im Bett liegen bleiben“ murmelt er im schläfrigen Ton, bevor sein Schnarchen wieder anfängt. Ihr lag auf der Zunge, dass man die Augen schließen kann aber die Geräusche der Regentropfen unüberhörbar sind. Doch er wird nicht antworten, denn er ist wieder in seinem Land der Träume in der sie die Hauptrolle spielt. Ein Schmunzeln huscht über Ihr Gesicht, weil sie weiß, dass sein Traum sich nicht von der Realität unterscheidet. Ihre Freundinnen sagen sie hat Glück. Doch in ihren Augen hat das nichts mit Glück zu tun. Das kleine junge Leben, das nebenan mit Bausteinen spielt, sehen einigen als das Höhepunkt im Leben. Doch jedes Mal, wenn sie das Kind ansieht überkommt sie eine Traurigkeit. Es hat so viel Spaß im Leben. Doch ihr Blick sieht nicht nur die Gegenwart sondern auch die Zukunft. Dort sieht sie wie ihr  erwachsenes Kind einsam an einem Küchentisch sitzt, während von der Decke eine nackte Glühbirne hängt,  und ausdruckslos die Wand anstarrt und im Hintergrund ist das Ticken der Uhr, die über der Tür hängt, zu vernehmen. Alles ist Grau, Trostlos und strahlt einen Hoffnungslosigkeit aus.  Die Schatten, die die Glühbirne auf die Wände wirft sehen aus wie  Monster, die mit ihren Klauen nach ihrem Kind greifen. Doch bevor sie aus Panik anfängt zu schreien schließt sie kurze ihren Augen und schüttelt sich und dann ist ihr Blick wieder klar. Sie küsst ihr Glück und befreit sich aus seinem Griff in dem sie ihn liebevoll ins Ohr flüstert, dass sie ihn liebt es aber an der Zeit ist. Mit einer nicht ernstzunehmenden gespielten Ernsthaftigkeit versucht er sie im Bett zu halten. Ein Lachen verlässt ihre Lippen und mit einen letzten Kuss auf seinen Lippen, der für ihn den Erfolg darstellte um den Griff zu lösen.

Sie hatten gestern Abend  geredet als sie dem kleinen jungen Leben gemeinsam Gute Nacht gesagt haben.  Sie saßen im Wohnzimmer wie immer bei einem Glas Wein. Er hat nichts gesagt sondern nur zugehört. Sie wusste, wenn er etwas zu sagen hätte würde er es sagen. Das schätzt sie so an ihm. Er hat sie in allem unterstützt. Sein Selbstbewusstsein war stark genug den anderen Blicken standzuhalten. Es war sogar so stark, dass die Anderen beschämend weggucken, weil sie es nicht ertragen konnten ihm in die Augen zu blicken. Er wird ein guter Vater sein und versuchen sein Bestes zu geben auch wenn es sinnlos los ist. Sie musste ihn nicht überzeugen, den er teilte von vornerein ihre Meinung. Als sie geendet hat, hat er nichts gesagt. Er nahm das Glas, das mit Rotwein gefüllt ist in die Hand. Sein Blick wandert zur Wand hinter der das Zimmer, in dem das junge Leben schläft, ist. Er wusste der Moment würde kommen. Schon als sie sich das erste Mal getroffen haben war die Zukunft vorherbestimmt. Er genießt den Wein in seinen Mund. Sein Blick wandert wieder zu ihren Augen. Diese starken Augen, die nie an etwas gezweifelt haben und in die er sich verliebt hat. „In Ordnung“, war das einzige was er sagte. Es war das Richtige. Sie küsste ihn, denn damit hat er ihr eine schwere Last von den Schultern genommen. Zusammen tranken sie die Gläser aus und gingen in das Bett, wo sie sich eng an den anderen schmiegten und einschliefen.

Sie erhebt sich und lässt ihn schlafen. Sie hat das was sie ihm noch alles sagen wollte gestern Nacht in das Ohr geflüstert und seine Umarmung, die sie gewärmt hat genossen. Nun ist es soweit. Sie geht zum Schrank und holt die Klamotten heraus. Es wird kalt sein auch wenn kein Schnee liegt. Als sie den dicken Wollkragenpullover über ihren Körper gezogen hat betrachtet sie sich im Spiegel. Es kommt ihr schon wie eine Rüstung vor. Sie wird sich in ein paar Minuten mit den anderen Frauen treffen. Sie alle hatten es beschlossen dem ein Ende zu setzen. Die Anderen sind zu weit gegangen. Doch sie sehen das nicht ein. Es ist schon schlimm genug das in dieser Welt Ihr Glück und das junge Leben leben müssen, doch sie werden sich durchschlagen. Auf mehr hat sie keinen Einfluss. Auf mehr will sie keinen Einfluss haben. Die Anderen machen es viel zu kompliziert und wundern sich dann, dass sie unzufrieden sind. Sie steht jetzt an der Tür zum Zimmer von dem jungen Leben. Ganz leise öffnet sie die Tür. Es hat den Rücken zu ihr gedreht und ist vertieft in seiner Fantasiewelt mit seinen Spielfiguren. Sie lächelt als sie wieder die Tür ganz leise schließt. Sie hatten beide beschlossen es ihm nicht zu sagen. Es würde das auch nicht verstehen. Sie geht die Treppen hinunter in den Flur. Sie hebt die dicke Winterjacke vom Haken. Schnürt die Stiefel. Dann geht sie hinaus. Der kalte Wind schlägt ihr die Regentropfen ins Gesicht. Die schwarzen Stiefel hinterlassen knirschende Geräusche im Kies als sie sich zu dem Gartenschuppen bewegt. Die Tür öffnet sich mit einem lauten Quietschen. Es bleibt im Nachbargarten still. Zum Glück. Ihre Nachbarn gehören zu den Anderen. Ständige beäugen sie einen. Reden mit vorgehaltener Hand und hinter dem Rücken. Runzeln die Stirn und zeigen immer auf das Leben Anderer um von ihrem Leben abzulenken, weil wenn sie darauf gucken würden, hätten sie sich schon längst die Kugel gegeben. Mit einem Grinsen schnappt sie sich die schwarze Tasche und schließt die Tür, dieses Mal draauf achtend, dass es kein lautes Geräusch in die Nachbarschaft trägt. Die anderen Frauen werden auf sie warten. Jeder denkt sie sind zu nichts fähig. Doch sie haben einen Entschluss gefasst.  Dieses Weihnachten wird niemand mehr vergessen. Es wird die Welt prägen. Vielleicht wird es eine bessere Welt. Eine Welt in der die Menschen sich dem Leben bewusst werden und es mehr schätzen werden. Das Auto steht vor der Einfahrt. Ihre Kameraden sitzen drinnen. Alle sind gewappnet. Mit quietschenden Reifen fährt das Auto los. Sie blickt noch einmal zurück. Zu ihrer Liebe zu Ihrem Glück. Keine Träne und kein Bedauern. Der Entschluss steht fest. Der Blick wandert nach vorne. Das Ziel fest im Blick. Die Lichter des Einkaufszentrums, Dreh- und Angelpunkt der Stadt, leuchten hell und weisen den Weg.  Frohe Weihnachten flüstert sie noch ihrem Glück und ihrer Liebe zu bevor sie aus ihrem Sichtfeld verschwinden.

Weltmeisterschaft (2. Advent)

Hallo Freunde der Geschichten,

wie schnell doch eine Woche vergeht. Kaum hat man die erste Kerze ausgepustet muss man schon die zweite Kerze anzünden.  Weiter gehts mit meiner Adventsaktion und mit einer sehr langen Geschichte. (Schuldigung) Es ist ein Zukunftszenario, das in unserer heutigen Gegenwart  spielt. Nächsten Sonntag wird ein Text erscheinen, der die Vergangenheit, dieses Zukunftszenario unserer Gegenwart, verkörpert, also das Hingewiesene in diesem Text ist bzw. angedeutet wird. Kompliziert? Ja, finde ich auch. Falls Fragen sind versuche ich es zu erklären, wobei das Risiko besteht, dass ich es selber nicht verstehe.  Wie immer überlasse ich es dem Leser, ob er daraus schlau wird.

Wieder die Bitte, falls Fehler auftauchen, die den Lesefluss stören oder unlogisch erscheinen bitte melden. Ich werde versuchen es zu korregieren bzw. mich zu erklären.

Ansonsten wünsch ich euch ein frohen und hoffentlich entspannten 2. Advent.

Es grüßt euch Jan Erichson

Weltmeisterschaft

Von Jan Erichson

Reporter Rudi Nachrichtendienst: „Ich grüße alle Menschen, die heute live bei diesem Ereignis dabei sind und auch die, die vor dem Fernseher oder auch vor dem Radio sitzen und gespannt sind was dieses Jahr passiert. Es ist wie jedes Jahr kaum auszuhalten. Jeder hat seinen Favoriten. Aber aufgepasst! Nicht immer sind es die Favoriten, die gewinnen. Hier ist alles möglich. Die Ersten können die Letzten sein und die letzten könnten die Ersten sein. So etwas ist einmalig. Es gibt nichts Spannenderes im diesem Jahr. Also lockern sie noch mal ihre Muskeln, versuchen sie das Atmen nicht zu vergessen und lassen sie sich überraschen. Willkommen zu den Weltmeisterschaften im Einkauf am 24.12!“

Rudi: „Doch was ist dieses Jahr so besonders? Wer sind die Favoriten? Wie jedes Jahr werde ich diesen Event nicht alleine moderieren. Es ist unzumutbar. Deswegen habe ich mir wie schon die Jahre davor den Experten für diese Weltmeisterschaften ins Boot geholt. Sie alle sind begeistert von seiner subjektiven Neutralität und seinem unglaublichen  Fachwissen.  Nach 11 Jahren Zusammenarbeit lerne selbst ich immer noch Neues dazu. Begrüßen sie mit mir den einzige wahren, unschlagbaren und schon gottähnlichen Adolf Schweizer.“

Adolf Schweizer: „ Danke Rudi für diese imposante fast schon blasphemische Ansage. Es ist auch für mich immer wieder eine Freude jedes Jahr mit dir dieses Event zu moderieren. Nicht nur das Publikum und du, sondern auch ich lerne immer wieder etwas Neues hinzu. Aber ich freue mich über dieses positive Feedback, das ich erhalte. Sei es über Mail oder handschriftlichen Briefen: (Adolf Lacht) Ja es gibt Menschen, die mir persönlich schreiben und ich schreibe ihnen sogar zurück. Für alle die es nicht kennen dazu braucht man ein Schreibgerät und ein Blatt Papier.“

Rudi (Lacht mit): Also wirklich Adolf als ob unser Publikum nicht weiß was handschriftliche Briefe sind.“

Adolf Reaktion ist ein ausdruckloses Gesicht, das keine Regung zeigt.

Rudi: „Nun gut…erm…nun ja. Kommen wir nun zu diesem Event. Also Adolf, erkläre doch den Zuschauern, die neu zu uns gekommen sind, was es mit diesen Event auf sich hat und was den Zuschauer erwartet.“

Adolf:  „Nun wie du schon am Anfang erwähnt hast handelt es sich um die „Weltmeisterschaft im Einkauf am 24.12.“  Diese Weltmeisterschaft wurde ins Leben gerufen als vor 11 Jahren dieses schreckliche Ereignis stattgefunden hat. Der Staat und die Gesellschaft sahen sich gezwungen etwas zu unternehmen. Also hat man etwas gesucht in dem man seine Aggression los wird ohne dass es in Gewalt ausartet. Experten und Laien saßen zusammen und haben sich beratschlagt. Man hat diese Parameter im allgemeinen Sport gefunden. Obwohl man auch dort lange suchen musste. Fussball und andere Sportarten sah man als ungeeignet an. Schließlich kam man dann doch zum Ergebnis, dass ein Sportereignis alle Gemüter beruhigen wird. Schnell waren die Sponsoren gefunden und jedes Jahr kamen mehr dazu. Nun sind wir schon im 7ten Jahr und sind ein so genannter Straßenfeger im Fernsehen geworden. Wir erreichen Einschaltquoten, die man sich nicht im Traum vorgestellt hat. Laut Statistik schauen Neun von Zehn Leute uns zu und Tausende sind live hier vor Ort. Die Teilnehmer, kaum einer hätte das gedacht, sind zu richtigen Stars geworden. Selbst ich muss mich zusammenreißen meine neutrale Subjektivität zu bewahren wofür ich vom Publikum geliebt werde.“

Rudi: „Zu Recht Adolf zu Recht. Noch nie in der Geschichte Deutschlands war ein Adolf so neutral wie du es bist. Sonst waren sie immer sehr einseitig. Besonders was die rechte Seite anging“

Adolf: „Danke Rudi. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht worauf du anspielst.“

Rudi: „Ehrlich gesagt weiß ich es auch nicht. Meine Gedanken sind manchmal durcheinander wegen der Aufregung. Ich wollte dir einfach nur sagen was du in den 11 Jahren erreicht hast und wie wichtig du dem Land und auch dem Publikum in dieser neugewonnenen Sportart geworden bist. Aber genug von den Lobhymnen, die nicht nur von mir sondern auch vom Publikum kommen. Adolf du hast nun die Geschichte erklärt aber was erwartet den Zuschauer?“

Adolf: „Man kann es nicht so richtig erklären. Also es starten 12 Teams und das Ziel ist es den richtigen Einkauf zur richtigen Zeit vor allen anderen durch das Ziel zu retten. Dabei wird erst während des Spiels bekanntgegeben was das Ziel ist. Die Teilnehmer wissen es selber nicht. Gerade das macht es so spannend. Sowohl Publikum als auch Teilnehmer sind Ahnungslos. Man kann sich erst im Laufe des Spiels eine Strategie überlegen. Es gibt keine Absprachen beziehungsweise Vorausplanen.“

Rudi: „Na wenn sich das mal nicht spannend anhört. Adolf was ist nun in diesem Jahr so Besonders und wie schätzt du das diesjährige Teilnehmerfeld ein?“

Adolf: „Nun dieses Jahr habe wir eine besondere Konstellation. Der 24.12 fällt auf einen Sonntag. Für die Teilnehmer ist es ein ganz neues Gefühl. Es ist für alle das erste Mal an einem Sonntag in dieser Umgebung unterwegs zu sein. Klar liebe Zuschauer und Hörer sie sagen, dass der Sonntag doch wie jeder anderer Tag ist. Rudi du denkst das doch auch so oder?“

Rudi: „Ja Klar. Das ist doch ganz normales Denken.“

Adolf: „So Rudi wirklich? Liebes Publikum und auch du Rudi es folgt nun eine Argumentation, die sie aus den Schuhen hauen wird. Es wird die Welt verändern…“

Rudi: „Na jetzt übertreibst du es…“

Adolf: „Ruhe jetzt Rudi! Hör zu und sie liebes Publikum auch. Wenn jeder Tag wieder jeder anderer ist wieso haben sie dann unterschiedlichen Namen. Jetzt wirst du damit kommen, dass die Namen jede Woche dieselben sind. Aber man vergisst die Zeit. Solange die Zeit existiert kann kein Tag wie jeder andere sein. Klar wiederholen sich die Tage namentlich aber dadurch, dass die Zeit vergeht ist der Tag nicht mehr vergleichbar mit dem Tag der vorherigen Woche. Durch unsere selbstgeschaffene Regelmäßigkeit vergessen wir die Zeit. Deswegen meinen wir, dass jeder Tag wie jeder andere ist. Aber dies ist nun wie ich argumentiert habe  totaler, Entschuldigung für diese Ausdrucksweise, Scheißdreck.“

Rudi: „Das ist ja der Wahnsinn! Liebes Publikum, nicht nur das wir hier eine Weltmeisterschaft verfolgen beziehungsweise sehen sondern wir werden auch von Adolf  über unser Denken aufgeklärt. Wenn sie es nicht ganz verstanden haben auf unserer Webseite können sie alles was Adolf und ich gesagt haben nachlesen. Aber genug davon und Danke für diesen Exkurs Adolf aber kommen wir nun wieder zum Event. Wir haben nun geklärt was für die Teilnehmer an diesen Tag besonders ist. Aber Adolf du wärst nicht der Experte, wenn du nicht für uns noch mehr Information für uns hast oder?“

Adolf: „Genau Rudi ich bin der subjektive neutrale Experte und habe durchaus noch Informationen, die interessant sein könnten für unser  Publikum. Denn ich habe meine sicheren Quellen angezapft und  bin dabei auf etwas gestoßen. Nicht nur die Teilnehmer mussten mit den Sonntag klar kommen sondern auch die Organisatoren. Man musste sehr lange suchen bis man eine geeignete Location gefunden hat. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass am Sonntag Menschen arbeiten. Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem der Mensch nicht arbeiten sollte. Klar haben die meisten Unternehmen, auf gut deutsch gesagt, den Vogel gezeigt als die Organisatoren mit dieser Bitte ankamen.“

Rudi: „Aber ganz ehrlich wer hätte den anders reagiert. Wir hatten schon vorab eine Umfrage gestartet, weil es ja seit längerem klar war, dass dieses Ereignis auf einen Sonntag fällt. Dabei kam heraus das 90% Sport in Ordnung finden. Ganze 98 % lehnen es aber ab unnötige Arbeit zu vollführen dazugehört nach Meinung des Publikums eindeutig der Einkauf und Büroarbeit. Für die, die unbedingt Sonntag arbeiten müssen, wie zum Beispiel Restaurants und so, soll ein anderer Tag immer frei von Arbeit sein.“

Adolf: „Da kann ich dem Publikum aus neutraler subjektiven Sicht nur zustimmen. Aber wir tun ja so als ob irgendwann  der Mensch aus Dummheit auf die Idee kommt auf dieses besondere Privileg freiwillig zu verzichten.“ (Lacht herzlich)

Rudi (lacht auch): „ Das ist echt verrückt als ob der  Mensch so dumm ist. Ich meine wir sind einer der gebildetes Gesellschaften, die es gibt.“

Adolf: „So sind wir das?“

Rudi: „Etwa nicht?“

Adolf antwortet mit einem süffisanten Grinsen.

Rudi. „Na gut während Adolf uns noch eine Antwort schuldig bleibt wenden wir uns dem Event zu. Die Teilnehmer sind gerade auf das so genannte Spielfeld gegangen. Adolf wir ist dein Eindruck von den Teilnehmer jetzt wo du sie live siehst.“

Adolf: „Ja genau. Wir haben hier 12 Teams. Es sind immer Zwei in einem Team. Während die eine Person Motivator ist und von außen Unterstützung spendet,  agiert der Zweite im Spiel.  Wer jetzt denkt, dass der, der sich außerhalb befindet unwichtig ist, denkt falsch. Es kann nur das Team gewinnen, das zusammenarbeitet und das haben die letzten Jahre immer wieder gezeigt. Aber auf mich machen die Teams einen unterschiedlichen Eindruck.“

Rudi: „Was genau meinst du Adolf? Könntest du für das Publikum das näher ausführen. Besonders für die, die es nicht sehen können. Wir machen es einfach wir gehen die Teams der Reihe durch und du sagst deinen Eindruck.“

Adolf: „Das ist eine sehr gute Idee Rudi, doch wir haben nicht mehr so viel Zeit. Deswegen würde ich vorschlagen die besonderen Teams näher zu beleuchten und die Überraschungen, wenn du nichts dagegen hast.“

Rudi: „Oh Adolf natürlich hast du Recht. Ein Glück hast du auf die Uhr geschaut. Dann fangen mit den Vorjahressieger an. Auf der Startbahn Nummer 1 das Team 1 aus dem kleinen Städtchen Hameln. Olga und Ihr Mann Detlef. Also Adolf was sagt der Experte zu diesem Team.“

Adolf: „Dieses Team strotzt nur so von Professionalität. Detlef  sieht zwar nicht gerade sportlich aus. Aber man sollte trotz seinem dicken Bauch, seinen verschwitzten Unterhemd und die Hose, die halb herunterrutscht und ein unansehnliches Maurerdekolte zeigt, nicht unterschätzen. Olga weiß ganz genau wie sie Detlef zu navigieren hat und Detlef nutzt jede kleine Chance aus um sich einen Vorteil zu schaffen. Er kann sehr schnell auf Situationen reagieren, dass bei diesem Sport natürlich durchaus wichtig ist.“

Rudi: „Sag mal Adolf, jetzt wo ich dieses Team sehe, die Ohrfeigen die Olga Detlef gibt wirken in meinen Augen nicht grade professionell sondern eher brutal.“

Adolf: „Für einen Laien sieht es brutal aus dabei ist es eine gängige Art bei seinem Partner, hier in dem Fall Detlef, die Motivation zu wecken und den Fokus auf die folgende bevorstehende Aufgabe zu lenken. Es wird dabei Adrenalin frei gesetzt, das dabei hilft konzentriert und fokussiert zu bleiben. Siehst du Rudi, das gleiche macht jetzt Detlef auch bei Olga. Ach es ist schön anzusehen,  aus rein neutraler subjektiver Sicht, wie ernst dieser Sport genommen wird.“

Rudi: „Ach wirklich? Also liebes Publikum, wenn sie nächstes Mal ihren Partner schlagen sagen sie einfach, dass sie ihn motivieren wollen.“

Adolf: „Also…ähm…nein so habe ich das nicht gemeint. Ich verbürge mich mit meinen Namen Adolf, dass ich jegliche Gewalt gegenüber anderen Menschen ablehne. Also wirklich….“

Rudi (lacht): „Ach Adolf das war ein Scherz. Also wenn ein Name für Frieden steht dann Adolf Schweizer. So Olga und Detlef zählen dieses Jahr auch zu den Favoriten doch kommen wir nun zu einem ganz anderen Team. Das Team Nummer 9 unterscheidet sich komplett von alle anderen. Liebe Zuschauer sie werden es nicht glauben. Mir fehlen die Worte aber ich glaube Adolf kann am besten sachlich dieses Team erklären. Also Adolf wie erklärt du dir dieses Phänomen?“

Adolf: „Dazu muss ich jetzt etwas ausholen und in der Geschichte dieses Events zurückgehen. Vor dem schrecklichen Ereignis war der 24.12 immer ein Tag in dem die Menschen noch sehr schnell kurzfristig einen Gegenstand suchten um jemanden Anderen glücklich zu machen. In dem Fall waren es zu 99 % die Männer, die unterwegs waren. Natürlich hat es nicht mit dem schrecklichen Ereignis zu tun, dass vor 11 Jahren stattgefunden hat. Aber die Zeit haben wir nicht um jetzt ausführlicher darauf einzugehen und das Publikum weiß sowieso was passiert ist. Jedenfalls haben im ersten Jahr sich nur Teams angemeldet, in dem der männliche Part den Laufanteil übernommen hat und der weibliche Part das Navigieren und die Motivation. Nie kam es jemanden in den Sinn es anders zu sehen. Warum auch? Die Statistik spricht eindeutig für den Mann. Nur dieser war in der Lage unter diesem Druck noch etwas zu finden und all die Jahre waren es auch immer Männer, die unterwegs waren. Doch nach 11 Jahren hat das Team 9 alles auf den Kopf gestellt. Hier befindet sich das erste Mal ein Mann als Motivator und Navigator an der Seite während eine Frau den Part des Läufers übernimmt. Also ich bin persönlich sehr gespannt ob der Mann mit den Frauen und die Frau es mit den Männern aufnehmen kann. Jedenfalls, wenn das Team 9 hier auch nur ansatzweise Erfolg hat, dann wird eine neue Art von Teams hervorgerufen, die diese Weltmeisterschaft nur noch attraktiver machen wird. Aus Expertensicht würde ich es begrüßen, dass bei diesem Event mal ein frischer Wind durchweht.“

Rudi: „Sag mal Adolf woher kommt denn dieses seltsame aber interessante Team? Weiß schon etwas genaueres? Auf den Anmeldepapieren  ist nichts zu finden oder überlese ich etwa den Part andauernd?“

Adolf: „Da kannst du lange suchen. Dieses Team hat weder Namen noch einen Ort angegeben. Für sie ist das Turnier wichtig. Sie haben extra in einem Interview mit mir gesagt, dass nur die Leistung zählt und alles drum herum unwichtig ist.“

Rudi: „Das klingt in meinen Ohren genauso professionell wie die Ohrfeigen von Olga und Detlev.“

Adolf: „Rudi jeder Sportler hat eine andere Weise mit dem Druck umzugehen, der auf  ihn lastet. Guck dir Team 5 an, die sich gerade anschreien. Es wirkt Aggressiv aber nicht unkontrolliert. Es ist ein Ventil, das in solchen Momenten getätigt wird. Manchmal Fragen ich mich wo dieses Ventil vor 7 Jahre war. Das hätte vielleicht die schreckliche Sache  verhindert“

Rudi: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Man sollte neben den ganzen Negativen auch das Positive sehen. Wir hätten nicht dieses große Ereignis und du wärst nicht zu dem Experten geworden, der du heute bist und das Publikum würde nicht in den Genuss kommen dir zu lauschen beziehungsweise zu zusehen.“

Adolf: „Irgendwie hast du ja recht und ich kann mich nur glücklich schätzen in dir und auch in dem Publikum solchen Unterstützer zu haben. Danke nochmals dafür und…“

Rudi: „Oh Adolf ich unterbreche dich ungerne aber die Schweigeminute steht an. Diese Minute wird den Opfern vom schrecklichen Ereignis, dass vor 7 Jahren stattgefunden hat gewidmet. Danach wird sich wieder ganz  auf das Spiel konzentriert. Die Teams verharren schon in einer Andachtspose und auch das Publikum hier vor Ort macht sich bereit. Adolf und ich werde unsere rechte Hand auf unser Herz legen den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen. Also nicht wundern wenn gleich nach die Sirene erst einmal von uns beiden nichts kommt. Das gilt besonders für die Radiohörer. Sie hören uns, wenn die Sirene ein zweites Mal ertönt. Erschrecken sie sich nicht.“

Sirene ertönt……………………………………………………………..Sirene ertönt wieder.

Adolf: „Ach es immer wieder schön wie diese eine Minute alle vereint.“

Rudi: „Adolf bevor es los geht habe ich noch eine Frage von einem Zuschauer aus unserem Chat, der parallel zu Sendung verläuft und von unserer lieben Kollegin Susanne Steffens vorgelesen wird. Also wie lautet die Frage Susanne?“

Susanne Steffens, auch liebevoll von Adolf SS genannt, liest vor: „Ja Danke Rudi und zwar fragt ein Zuschauer im Chat wieso es eine Weltmeisterschaft ist obwohl es nur in Deutschland ist und keine andere Nation mitmacht. Müsste das dann nicht eine Deutsche Meisterschaft sein?“

Rudi: „Eine sehr gute und berechtigte Frage. Dadurch, dass wir jedes Jahr Neue Zuschauer dazugewinnen werden wir auch nicht müde, dass immer wieder zu erklären. Aber  Adolf kann es viel besser erklären. Denn durch seine Professionalität, die seine neutrale Subjektivität bewahrt, schafft er es  auch den Neulinge es so gut zu erklären, dass keine Fragen offen bleiben. Also Adolf die Bühne gehört dir.“

Adolf: „Wir haben die anderen gefragt, keiner wollte mitmachen und Sie haben uns den Vogel gezeigt.“

Rudi: „Danke Adolf, das kann nur ein Experte. Kurz, knackig, auf den Punkt. Aber kommen wir nun zum Event. Es ist alles bereit. Der Linienrichter ist noch mal die Startboxen abgegangen um zu gucken, dass auch alle hinter der weißen Linie sind. Ja er hat das Ok gegeben. Die Lichter sind noch auf Rot. Gelb. Grün. Sie sind gestartet und auf den Rängen ist die Hölle los. Detlef von Team 1 ist ganz vorne dicht gefolgt von Team 4, 5, 12, dann schon mit etwas mehr Abstand das restliche Feld. Adolf wieso haben die Teams es so eilig? Ist das nicht schon Verschwendung an Kräfte?“

Adolf: „Nein, man versucht sich am Anfang  im Zentrum gut zu positionieren. Von da aus kann man viel besser agieren beziehungsweise auch von draußen haben die Teammitglieder einen eine viel bessere Chance den Läufer in die richtige Richtung zu weisen. Guck wie Olga in das Mikrofon brüllt und versucht Detlef schon in die richtige Richtung zu navigieren. Wobei man sagen muss, dass das alles Vermutungen sind und bevor das Ziel bekannt wird muss Olga sich auf ihr Gefühl verlassen. Detlef verteidigt seine Position gegenüber den Anderen. Guck Mal Rudi, das ist ganz großer Sport. Detlev ist aggressiv aber immer fair, auch wenn sein Aussehen das nicht vermuten lässt.“

Rudi: „Ja Adolf ich sehen es und bald müsste auch das Ziel bekannt gegeben werden. Doch ich sehe Team 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10,11 und 12 aber wo ist Team 9. Eigentlich müssten alle sich ungefähr im Zentrum aufhalten, denn nur so gewinnt man. Adolf siehst du das Team 9 irgendwo?“

Adolf: „Nein, das wundert mich auch. Ich gucke noch mal zum männlichen Navigator aber er wirkt gefasst. Strahlt schon eine fast ansteckende Ruhe aus besonders im Kontrast zu Olga, die daneben steht. Sie wirkt wie ein Vulkan voller Emotionen, die man aber kaum erkenne kann, weil das Gesicht so Rot und angeschwollen ist. Doch worauf wartet er? Ist das vielleicht eine neue Taktik? Das sieht mir eher planlos aus.“

Rudi: „Die Läuferin schlendert eher. Während alle Anderen sich schon in Position begeben, geht sie ganz außen herum. Adolf sehe ich das richtig, dass sie sich schon Richtung Kasse bewegt, wenn ja warum geht das Team ein so hohes Risiko ein?“

Adolf: „Rudi das ist keine Taktik. Für mich ist das eher eine Kamikazeaktion. Das Team ist neu. Ich weiß nicht ob sie sich überhaupt Gedanken gemacht haben worauf es in diesem Spiel ankommt. Man kann noch nicht mal sagen ob sie es ernst nehmen oder einfach das alles ins Lächerliche ziehen. Guck dir Detlef und Olga an. So sehen Profis aus. Die nehmen diesen Sport ernst. Das merkt man an deren aggressiven positiven Leidenschaft.“

Rudi: „Ach Adolf du nimmst es einfach zu ernst. Man muss auch der Jugend mal eine Chance geben. Vielleicht steckt doch eine Taktik dahinter. Der männliche Navigator hat auch gerade der Läuferin einen ausgestreckten Daumen nach oben gezeigt. Anscheinend steckt doch ein Plan dahinter.“

Adolf: „Ja da sehe ich auch die Hoffnung. Doch es ist eine Art Verzerrung des Spiels. Die Aktion ist im Zentrum. Wir Kommentatoren leben vom Spiel  und nicht vom statischen Stillstand.“

Rudi: „Ja da hast du recht Adolf. Aber guck wieviel wir jetzt über das Team 9 geredet haben und das obwohl sie nicht im Zentrum sind.“

Adolf schweigt  und tut so als ob im Zentrum etwas Aufregendes passiert ist. So viel zu seiner neutralen Subjektivität.

Rudi: „Nun gut. Bald müsste das gesuchte Objekt erscheinen. Den Menschen vor den Fernseher wird es links oben angezeigt auf den Fernsehbildschirmen, dem Publikum hier, die live vor Ort sind wird das Objekt auf der Leinwand gezeigt. Die Navigatoren bekommen über einen kleinen Bildschirm, der wie eine Armbanduhr um das Handgelenk befestigt ist, das Bild geliefert. Sie müssen dann ganz schnell reagieren. Über das Headset geben sie dem Läufer Bescheid, der sich dann auf den Weg macht. Adolf was muss der Läufer beziehungsweise der Navigator beachten?“

Adolf: „Als hier ist die Kommunikation zwischen beiden Partnern wichtig. Während der Navigator für die Motivation zuständig  ist und auch, dass die richtige Information ankommt, muss der Läufer schnell eine Taktik finden wie er am schnellsten zum Ziel kommt ohne dass jemand das sofort merkt. Es ist einfach ganz großer Sport“

Rudi: „ Adolf was erwartest du als Objekt. Wir sind schon im 7ten Jahr. Kann man da schon ein Muster erkennen beziehungsweise eine Prognose wagen?“

Adolf: „Hmh also es wird wieder etwas Kreatives sein. Vielleicht wird dieses Mal der Fokus auf das Kind gelegt. Das wird dann ganz spannend, weil die Objekte sehr leicht kaputt gehen und so groß sind, dass man sie beim Transport  nicht gerade Mal einfach unter dem Arm klemmen kann.“

Rudi: „Genau. Nur ein paar Sekunden dann kommt das Objekt. Der Bildschirm ist noch schwarz…. Da ist es und es ist…..ein Gutschein? Adolf sehe ich das richtig, die haben diesen Mal einen Gutschein als Objekt gewählt.“

Adolf lacht hysterisch und kann nicht antworten. Es ist ein Mix aus heulen und lachen.

Rudi: „Adolf scheint den Verstand verloren zu haben. Also hängt es von mir alles ab. Im Zentrum herrscht Ratlosigkeit, die Navigatoren gucken ungläubig auf ihren kleinen Bildschirm.  Das Publikum ist ganz still. Ich bin selber noch ein wenig geschockt von dieser Information. Aber da! Der männliche Navigator von Team 9 hat anscheinend sich bewegt und dadurch seiner Läuferin ein Zeichen gegeben.  Sie sprintet los. Wie schnell die Dame ist, das ist der Wahnsinn, wobei man sagen muss, dass sie es nicht weit hat zur Kasse, denn sie hatte dort in der Nähe schon Position bezogen. Hier überschlagen sich die Ereignisse ich komme nicht mehr hinterher. Adolf wir brauchen dich. Die Welt braucht den alten Adolf wieder.“

Adolf: „ Da bin ich wieder. Ich entschuldige mich bei den Zuschauern. Aber der Gutschein ist so unkreativ, dass bei mir die Sicherung durchgebrannt sind.“

Rudi: „Zum Glück hast du nur gelacht Adolf es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Manche Menschen zeigen es in Gewalt und Schreckensherrschaft.“

Adolf: „Da ist es schon wieder dieser Unterton. Ich werde nicht das Gefühl los, dass du auf irgendwas anspielst Rudi.“

Rudi: „Da täuscht du dich….denke ich. Also Adolf schilderst du uns was auf dem Spielfeld passiert?“

Adolf: „Na gut ich werde dir glauben. Kommen wir zurück zum Spiel. Team 9 ist ein sehr hohes Risiko eingegangen, aber es hat sich gelohnt. Guck dir Olga an, wie sie am ausrasten ist. Sonst ist es kontrollierte Wut bei ihr aber hier haben die Emotionen die Überhand gewonnen.  Detlef versucht wenigstens noch zu retten was zu retten ist. Zwar hat er Zeit verloren, weil er für einen Moment die Orientierung  und Olga als Navigator verloren hat. Doch er eilt zur Kasse anscheinend hatte er es doch irgendwie mitbekommen. Doch keine Chance Team 9 steht als Sieger fest und wahrscheinlich kann Detlef noch den zweiten Platz retten. Oh es wird Knapp! Aber er schafft es.“

Rudi:“ Ja Team 9 wird als Sieger gefeiert. Team 1 ist zweiter. Was für ein Spiel. Das Publikum ist aus dem Häuschen. Die Underdogs haben gewonnen. Irgendein Fazit Adolf?“

Adolf: „Es war ein spannendes Spiel. Zwar hat das Team 9 auf eine sehr unkonventionelle  Art das Spiel gewonnen, aber ich Adolf Schweitzer bin subjektiv neutral und gratuliere ihnen zu diesem überraschenden aber nicht unverdienten Sieg. Es wird dieses Turnier auf einen neue Stufe erheben. Ich hoffe die Organisatoren haben das erkannt.“

Rudi: „Danke Adolf. Es war wie immer mit dir eine Ehre  und ich danke auch dem Publikum, das sie eingeschaltet haben.  Aber nur weil wir nicht mehr zu hören sind schalten sie nicht ab, denn im Anschluss kommt die Siegerehrung bis dahin wird sich auch Olga beruhigt haben. Man kann schon erkennen, dass sie eindeutig entspannter ist und fair Team 9 gratuliert. Das hat ihr Teamkollege Detlef schon nach dem Zieleinlauf getan hatte und steht noch bei Team 9.“

Adolf: „Ich danke auch dem Publikum und dir Rudi und ich hoffe nächsten Mal wird es genauso spannend.“

Rudi: „Das hoffen wir alle Adolf, das hoffen wir alle. Also schalten sie auch das nächste Mal ein wenn es heißt…“

Rudi und Adolf: „ Die Weltmeisterschaft im Einkauf am 24.12!“

Ich will das Bett in Flammen sehen…

Hallo liebe Freunde des Lesens,

sie benutzen ab und zu literarische Klassiker als Grundlage für ihre Texte. Darunter befinden sich zum Beispiel der Erlkönig  und Heidenrößlein von Johann Wolfgang Goethe, Effi Briest von Theodor Fontane oder der Kinderbuchklassiker Struwelpeter. Es ist die aus Ostberlin stammende Band Rammstein.  Der Keyboarder der Band, Flake, hat nun mehr oder weniger die Geschichte der Band aus seiner Perspektive aufgeschrieben. Erschienen ist beim S. Fischer Verlag.

Inhalt:

Flake merkt, dass er alt geworden ist, dass die ganze Band Rammstein alt geworden ist und trotzdem touren sie durch die Welt und füllen die Stadien. Nun sitzt Flake im Backstagebereich kurz bevor ein Konzert von der Band stattfindet.  Seine Bandmitglieder haben dabei unterschiedliche Vorgehensweise sich auf das Konzert vorzubereiten. Dabei schildert Flake was er so macht, wenn die Band in einer fremden Stadt beziehungsweise was ihm und schon den anderen Bandmitgliedern passiert ist. Dabei denkt er auch über Fragen nach wie zum Beispiel gibt es überhaupt noch den Rock´n´Roll und woran sind andere Bands gescheitert und Rammstein nicht und wer wird eigentlich alles Backstage eingeladen und was bedeuteen  die Beschilderungen.  Dabei wird aufgedeckt, dass die Band Rammstein einfach anders sein wollte als das was es in der Musikwelt schon gab. Dadurch, dass die Mauer gefallen ist wurden ihnen auch eine ganz neue Welt präsentiert die ihre Reize aber auch ihre Nachteile hat. Flake erklärt warum sie einfach so eine gigantische Show mit Feuer und Explosionen machen: Weil sie Aufmerksamkeit am Anfang brauchten und schliesslich Spass daran fanden. Flake erklärt auch wie er und die Band tickt und seinen Namen. Jeder in der Band bekommt gleichviel und sie versuchen das alle zufrieden sind.  Flake staunt jedesmal wie groß sie geworden sind und trotzdem muss Rammstein immer wieder hören, wenn sie ein Stadion gefüllt haben für einen Abend, dass die Kelly-Familie es an 2 Tagen hintereinander geschafft hat.

Warum dieser Titel?

Die Keyboarder Flake erzählt nicht nur seine eigne Lebensgeschichte und sondern auch die der Band. Es ist wie eine zweite Familie. Rammstein ist eine ganz besondere Band was Flake auch mit seinen Schilderungen und Aktionen auf den Papierseiten demonstriert. Es sind Eskapaden und andere Geschichten. Für die Band war der  Weg zum sogenannten Global Player kein leichter. Sie wollten erfolgreich sein, aber nicht angepasst. Paarmal sind sie auf die Schnauze geflogen und waren Naiv. Flake wirkt ehrlich mit seiner Meinung und was er über die Band zu sagen hat.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die mehr über Rammstein wissen  und hinter die Bühne gucken wollen.

Titel: Heute hat die Welt Geburtstag

Autor/in: Flake

ISBN: 978-3-596-29795-5

Verlag: S. Fischer

Preis: 11,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Ein Heißer Tag (Start der Adventssonntage)

Guten Tag Freunde der Geschichten,

es ist wieder soweit. Für alle, die letztes Jahr hier noch nicht unterwegs waren bedeutet es  nicht schlimmes. Um euch einen schönen Advent zu wünschen stelle ich zu jeden Adventssontag eine Geschichte rein. Es sind selbstgeschriebene Geschichte/Gedichte, die das Thema Weihnachten/Weihnachtsvorzeit beinhalten. Wie man die Geschichte sehen kann überlasse ich den Leser, mir persönlich bringt es einfach Spass den Wirrwarr in meinem Kopf auf „Papier“ zu bringen.

Wenn irgendwelche Fehler da sind, die den Lesefluss stören meldete euch und ich korrigieren es so bald ich Zeit habe. Alle andere Rechtschreib- und Ausdruckfehler  zähle ich zur „küsntlerischen Freiheit“ (habe ich früher meinen Deutschlehrern auch gesagt, die hatten mich nur ratlos angeschaut) ;D

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen ,außer dass ich euch einen schönen ersten Adventsonntag wünsche.

Es grüßt euch

Jan Erichson

Ein heißer Tag

Von Jan Erichson

 

Es ist ein heißer Tag so wie die anderen letzten Tage. Die Sonne lässt die Straße brennen. Die Menschen laufen in T-Shirts und kurzen Hosen herum. Sandalen sind an ihren Füßen und manche laufen sogar Barfuß durch die Stadt. Kinder spielen in den Straßen, denn sie haben Ferien. An der Feuerwehr sind die Hydranten geöffnet. Hüpfend und jauchzend springen die Kinder durch den Wasserstrahl während die Männer der Feuerwehr dabei zusehen. Manch einer würde behaupten, dass so etwas Wasserverschwendung wäre, doch das Lachen der Kinder löscht jeden Gedanken an Verschwendung aus.

In der Stadt gibt es eine Straße, die mit Pflastersteinen verziert ist. Ein Gemüse- und Obsthändler verkauft seine frische Ware. Die Farben der Ware leuchten in Rot, Gelb, Grün und lockt die Menschen. Der Händler preist mit lauten Rufen sein Gemüse und Obst an. Auch er ist diesem charmanten Ruf erliegen. Nun geht er durch die Straße mit einer Rebe Weintraube in den Händen. Mit seiner linken Hand löst er die Trauben einzeln von der Rebe und schiebt sie sich in den Mund, wo er sie dann genüsslich sich auf der Zunge zergehen lässt. Es ist wieder ein schöner Tag, die Menschen sind draußen. Pärchen halten sich Hand in Hand. Er schlängelt sich durch die Menschen, denn heute ist sehr viel los in der Stadt. Das Geschäft auf das er zusteuert sieht verloren aus zwischen den anderen Geschäften. Die Türen rechts und links von den Gebäuden öffnen sich ständig während die Tür vom Gebäude in der Mitte gemieden wird.  Bevor er die Tür, die jeder meidet öffnet schaut er nach rechts und nach links. Die Menschen schauen trotz der Sonne ernst und  sie haben es eilig. Ständig diese Eile. Das kurze aufleuchten eines Lachens ist eine Lüge, die nicht aufrechterhalten werden kann, je weiter der Tag voran schreitet. Mit einem verachtenden Kopfschütteln und einem Lächeln auf den Lippen öffnet er die Tür.

Die Glocke an der Tür bimmelt und kündigt, dass kommen eines Kunden an. Freudig guckt der Verkäufer auf doch als er den Menschen erblickt, der hereingekommen ist wandern seine Mundwinkel wieder in die neutrale Zone. „Ach du bist es nur“ kommt es aus dem Mund des Verkäufers. „Ich wünsche dir auch einen wunderschönen Tag“ kommt es mit einer gespielten Höflichkeit vom Mann, der eingetreten ist zurück. „Mhm“ ist die Erwiderung vom Verkäufer. Die Regale vom Laden sind leer und verstaubt. Spinnweben hängen von der Decke. Der Verkäufer hat es nicht leicht gehabt in seinem Leben. Zuerst hat er Filme verkauft, dann kam das Internet. Dann hat er Bücher verkauft doch die Kunden blieben aus. Mit Klamotten ist es auch nicht gut gelaufen, denn rechts neben seinem Geschäft hat ein Klamottenladen geöffnet, der besser war. Als er später Musikinstrumente verkaufte machte links von seinem Geschäft ein Musikinstrumentenladen auf, der auch besser war. Mit Lebensmitteln hat er erst gar nicht angefangen, weil er viel zu sehr das Obst und Gemüse mag vom Händler, der es auf der Straße verkauft. Der einzige Trost für den Verkäufer ist, dass das Haus in dem sein Laden sich befindet ihm gehört. „Hast du heute nicht etwas Besseres zu tun als bei mir vorbei zuschauen.“ Insgeheim ist der Verkäufer aber froh, dass sein Freund doch wie jeden Tag vorbeigekommen ist. „Nö. Du weißt doch eine Steppvisite in deinem „Laden“ gehört zu meinem Alltag.“ Dabei betont der Freund das Wort Laden als ob das hier eigentlich gar kein Laden ist.  Der Verkäufer ist sich manchmal selber nicht mehr so sicher ob man das hier als ein Laden bezeichnen kann. Schließlich ist er aber zu dem Urteil gekommen, dass er solange er sich als Verkäufer sieht, das auch hier ein Laden ist.  „Irgendwas spannendes passiert?“ fragt sein Freund ihn. Der Verkäufer überlegt während sein Freund ihm eine Weintraube anbietet, die er dankend annimmt. Der Tag war bis jetzt wie jeder andere. Er ist aufgestanden, hat gefrühstückt und den Laden geöffnet. Nichts Auffälliges.  Der Freund vom Verkäufer geht im Laden umher und guckt sich die Regale an als ob Ware dort präsentiert wird.  Diese Trauben sind einfach köstlich. Da sind beide sich einig. Sie haben sonst in vielen Themen unterschiedliche Meinungen. Nach ihren ganzen vergangenen Diskussionen sind beide zu einem Fazit gekommen. Man kann über alles streiten bis auf Drei Themen: Kunst, Glaube und die Natur.  „Hey willst du mal was sehen?“ Der Freund kommt neugierig zur Verkaufstheke. Der Verkäufer greift unter die Theke und holt eine braune Box hervor. Er öffnet die Box und legt den Deckel daneben.  Dann greift er in die Box. Sein Freund hört auf zu kauen und wartet gespannt was sein Freund der Verkäufer aus dieser Box holt. Es ist ein Weihnachtsmann in einem Bananenrock, nackten durchtrainierten Oberkörper braungebrannt und einer schwarzen Sonnenbrillen im Gesicht. Warum der Freund weiß, dass diese Gestalt ein Weihnachtsmann ist, sind die typische Merkmale, die da wären: Rot-Weißen Mütze, schwarze Stiefel und den weißen Bart, die die Figur trägt. Der Freund guckt von der Figur in das Gesicht des Verkäufers. Figur, Verkäufer. Halbnackter Weihnachtsmann, breites Grinsen des Verkäufers. Der Freund sucht nach Worte doch das einzige, das aus seinem Mund kommt ist die Frage: „Was zum Teufel ist das denn?!“ Der Verkäufer genießt, dass er seinem Freund einen kulturellen Schock verpasst. „Diese Schätzchen“, der Verkäufer spricht wie in alten Zeiten „hat neben diesem bombastischen Aussehen noch eine zusätzliche Funktion.“ Bevor der Freund darauf etwas erwidern kann betätigt der Verkäufer einen kleinen schwarzen Schalter, der am Rücken befestigt ist. Der Weihnachtsmann macht daraufhin mit seiner Hüfte kreisende Bewegungen und singt dabei Driving Home for Christmas. Während der Freund entsetzt auf die Figur starrt nickt der Verkäufer zum Takt der Musik mit dem Kopf mit. „Du hast echt nicht mehr alle Tassen im Schrank.“ Das ist das einzige was der Freund zum Verkäufer sagt als der Weihnachtsmann, wenn man ihn als solchen bezeichnen kann, aufgehört hat zu singen.  Der Verkäufer antwortet nur mit einem Lachen. Das Lachen ist so ansteckend, das auch der Freund nach der ersten Verwirrung anfängt zu Lachen.

Die Menschen draußen halten inne in ihrer Bewegung. Woher kommt dieses Lachen? Es strahlt Freude aus. Für einen Moment bleibt die Welt stehen und lauscht dem Lachen zweier Männer, die einfach das Leben genießen. Keiner bekommt mit das diese Zwei Menschen in einem leeren nicht beachtenden Laden stehen. Als das Lachen aufhört beschließt die Welt sich weiter zu drehen. Nun etwas schneller, denn sie muss die Zeit aufholen.

„Ok ist schon gut du hast mich überzeugt. Dieses Spielzeug hat schon seinen Reiz“ Der Freund ist vor Lachen ganz rot im Gesicht geworden. „Ich wusste es würde dir gefallen. Deswegen habe ich auch einen für dich geholt.“ Mit diesen Worten holt der Verkäufer eine Zweite Box hervor. Der Freund weiß nicht ob er wieder Lachen oder in Tränen ausbrechen soll. In solchen Momenten merkt er was sein Freund der Verkäufer vermisst. Einen Laden mit Ware. Doch wie soll er ihm helfen. Schließlich hat er nicht die Mittel finanzielle Unterstützung zu geben beziehungsweise weiß er auch, dass sein Freund der Verkäufer es ablehnen würde. Es kamen schon mal Menschen hier her, die ihm eine beträchtliche Summe geboten haben für das Haus. Doch der Verkäufer hat sie alle wieder Heim geschickt. Seine Ideen sind alle gescheitert, doch er wird nicht das verkaufen was der Grundstein für seine Ideen ist sagte er dann danach jedes Mal. „Und was hast du heute noch so vor?“ Der Verkäufer guckt Richtung Fenster und lässt sich Zeit mit der Antwort. Er denkt darüber nach was er eigentlich so vor hat an diesen heißen Tag. „Kommst du heute noch vorbei auf ein Bier?“ „Ach weiß du eigentlich habe ich noch viel im Laden zu tun.“ Der Freund guckt sich im Laden um. Zupft sich wieder eine Traube von der Rebe und hält sie zwischen seinen Daumen und Zeigefinger fest. Es  kommt ein langgezogenes „Aha“ und dann landet die Traube in seinen Mund. „Ist ja schon gut. Selbe Uhrzeit?“ „Selbe Uhrzeit.“ Der Freund nimmt die Schachtel, in dem  die Weihnachtsmannfigur ist, an sich. Er wird sie in seiner Wohnung aufstellen. Das hat sein Freund der Verkäufer verdient. Der Freund des Verkäufers geht zur Tür. Der Verkäufer bleibt an der Theke stehen, da wo er jeden Tag steht und sieht wie die Momente an ihn vorbeiziehen. Manchmal hebt er die Hand und winkt diesen Momenten zu und manchmal beachtet er sie nicht. Sein Freund bleibt an der Tür noch einmal stehen. „Ach übrigens ich wünsche dir eine Frohe Weihnacht. Auf einen neuen heißen heilig Abend“ Mit diesen Worten geht der Freund wieder hinaus in die Hitze, die seit Jahrzehnten herrscht. Der Verkäufer schaut seinen Freund hinterher. Sein Blick wandert zur Sonne und dann zu der Weihnachtsmannfigur „Frohe Weihnachten“ flüstert er, doch sein Freund hört ihn nicht mehr.