Ein Heißer Tag (Start der Adventssonntage)

Guten Tag Freunde der Geschichten,

es ist wieder soweit. Für alle, die letztes Jahr hier noch nicht unterwegs waren bedeutet es  nicht schlimmes. Um euch einen schönen Advent zu wünschen stelle ich zu jeden Adventssontag eine Geschichte rein. Es sind selbstgeschriebene Geschichte/Gedichte, die das Thema Weihnachten/Weihnachtsvorzeit beinhalten. Wie man die Geschichte sehen kann überlasse ich den Leser, mir persönlich bringt es einfach Spass den Wirrwarr in meinem Kopf auf „Papier“ zu bringen.

Wenn irgendwelche Fehler da sind, die den Lesefluss stören meldete euch und ich korrigieren es so bald ich Zeit habe. Alle andere Rechtschreib- und Ausdruckfehler  zähle ich zur „küsntlerischen Freiheit“ (habe ich früher meinen Deutschlehrern auch gesagt, die hatten mich nur ratlos angeschaut) ;D

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen ,außer dass ich euch einen schönen ersten Adventsonntag wünsche.

Es grüßt euch

Jan Erichson

Ein heißer Tag

Von Jan Erichson

 

Es ist ein heißer Tag so wie die anderen letzten Tage. Die Sonne lässt die Straße brennen. Die Menschen laufen in T-Shirts und kurzen Hosen herum. Sandalen sind an ihren Füßen und manche laufen sogar Barfuß durch die Stadt. Kinder spielen in den Straßen, denn sie haben Ferien. An der Feuerwehr sind die Hydranten geöffnet. Hüpfend und jauchzend springen die Kinder durch den Wasserstrahl während die Männer der Feuerwehr dabei zusehen. Manch einer würde behaupten, dass so etwas Wasserverschwendung wäre, doch das Lachen der Kinder löscht jeden Gedanken an Verschwendung aus.

In der Stadt gibt es eine Straße, die mit Pflastersteinen verziert ist. Ein Gemüse- und Obsthändler verkauft seine frische Ware. Die Farben der Ware leuchten in Rot, Gelb, Grün und lockt die Menschen. Der Händler preist mit lauten Rufen sein Gemüse und Obst an. Auch er ist diesem charmanten Ruf erliegen. Nun geht er durch die Straße mit einer Rebe Weintraube in den Händen. Mit seiner linken Hand löst er die Trauben einzeln von der Rebe und schiebt sie sich in den Mund, wo er sie dann genüsslich sich auf der Zunge zergehen lässt. Es ist wieder ein schöner Tag, die Menschen sind draußen. Pärchen halten sich Hand in Hand. Er schlängelt sich durch die Menschen, denn heute ist sehr viel los in der Stadt. Das Geschäft auf das er zusteuert sieht verloren aus zwischen den anderen Geschäften. Die Türen rechts und links von den Gebäuden öffnen sich ständig während die Tür vom Gebäude in der Mitte gemieden wird.  Bevor er die Tür, die jeder meidet öffnet schaut er nach rechts und nach links. Die Menschen schauen trotz der Sonne ernst und  sie haben es eilig. Ständig diese Eile. Das kurze aufleuchten eines Lachens ist eine Lüge, die nicht aufrechterhalten werden kann, je weiter der Tag voran schreitet. Mit einem verachtenden Kopfschütteln und einem Lächeln auf den Lippen öffnet er die Tür.

Die Glocke an der Tür bimmelt und kündigt, dass kommen eines Kunden an. Freudig guckt der Verkäufer auf doch als er den Menschen erblickt, der hereingekommen ist wandern seine Mundwinkel wieder in die neutrale Zone. „Ach du bist es nur“ kommt es aus dem Mund des Verkäufers. „Ich wünsche dir auch einen wunderschönen Tag“ kommt es mit einer gespielten Höflichkeit vom Mann, der eingetreten ist zurück. „Mhm“ ist die Erwiderung vom Verkäufer. Die Regale vom Laden sind leer und verstaubt. Spinnweben hängen von der Decke. Der Verkäufer hat es nicht leicht gehabt in seinem Leben. Zuerst hat er Filme verkauft, dann kam das Internet. Dann hat er Bücher verkauft doch die Kunden blieben aus. Mit Klamotten ist es auch nicht gut gelaufen, denn rechts neben seinem Geschäft hat ein Klamottenladen geöffnet, der besser war. Als er später Musikinstrumente verkaufte machte links von seinem Geschäft ein Musikinstrumentenladen auf, der auch besser war. Mit Lebensmitteln hat er erst gar nicht angefangen, weil er viel zu sehr das Obst und Gemüse mag vom Händler, der es auf der Straße verkauft. Der einzige Trost für den Verkäufer ist, dass das Haus in dem sein Laden sich befindet ihm gehört. „Hast du heute nicht etwas Besseres zu tun als bei mir vorbei zuschauen.“ Insgeheim ist der Verkäufer aber froh, dass sein Freund doch wie jeden Tag vorbeigekommen ist. „Nö. Du weißt doch eine Steppvisite in deinem „Laden“ gehört zu meinem Alltag.“ Dabei betont der Freund das Wort Laden als ob das hier eigentlich gar kein Laden ist.  Der Verkäufer ist sich manchmal selber nicht mehr so sicher ob man das hier als ein Laden bezeichnen kann. Schließlich ist er aber zu dem Urteil gekommen, dass er solange er sich als Verkäufer sieht, das auch hier ein Laden ist.  „Irgendwas spannendes passiert?“ fragt sein Freund ihn. Der Verkäufer überlegt während sein Freund ihm eine Weintraube anbietet, die er dankend annimmt. Der Tag war bis jetzt wie jeder andere. Er ist aufgestanden, hat gefrühstückt und den Laden geöffnet. Nichts Auffälliges.  Der Freund vom Verkäufer geht im Laden umher und guckt sich die Regale an als ob Ware dort präsentiert wird.  Diese Trauben sind einfach köstlich. Da sind beide sich einig. Sie haben sonst in vielen Themen unterschiedliche Meinungen. Nach ihren ganzen vergangenen Diskussionen sind beide zu einem Fazit gekommen. Man kann über alles streiten bis auf Drei Themen: Kunst, Glaube und die Natur.  „Hey willst du mal was sehen?“ Der Freund kommt neugierig zur Verkaufstheke. Der Verkäufer greift unter die Theke und holt eine braune Box hervor. Er öffnet die Box und legt den Deckel daneben.  Dann greift er in die Box. Sein Freund hört auf zu kauen und wartet gespannt was sein Freund der Verkäufer aus dieser Box holt. Es ist ein Weihnachtsmann in einem Bananenrock, nackten durchtrainierten Oberkörper braungebrannt und einer schwarzen Sonnenbrillen im Gesicht. Warum der Freund weiß, dass diese Gestalt ein Weihnachtsmann ist, sind die typische Merkmale, die da wären: Rot-Weißen Mütze, schwarze Stiefel und den weißen Bart, die die Figur trägt. Der Freund guckt von der Figur in das Gesicht des Verkäufers. Figur, Verkäufer. Halbnackter Weihnachtsmann, breites Grinsen des Verkäufers. Der Freund sucht nach Worte doch das einzige, das aus seinem Mund kommt ist die Frage: „Was zum Teufel ist das denn?!“ Der Verkäufer genießt, dass er seinem Freund einen kulturellen Schock verpasst. „Diese Schätzchen“, der Verkäufer spricht wie in alten Zeiten „hat neben diesem bombastischen Aussehen noch eine zusätzliche Funktion.“ Bevor der Freund darauf etwas erwidern kann betätigt der Verkäufer einen kleinen schwarzen Schalter, der am Rücken befestigt ist. Der Weihnachtsmann macht daraufhin mit seiner Hüfte kreisende Bewegungen und singt dabei Driving Home for Christmas. Während der Freund entsetzt auf die Figur starrt nickt der Verkäufer zum Takt der Musik mit dem Kopf mit. „Du hast echt nicht mehr alle Tassen im Schrank.“ Das ist das einzige was der Freund zum Verkäufer sagt als der Weihnachtsmann, wenn man ihn als solchen bezeichnen kann, aufgehört hat zu singen.  Der Verkäufer antwortet nur mit einem Lachen. Das Lachen ist so ansteckend, das auch der Freund nach der ersten Verwirrung anfängt zu Lachen.

Die Menschen draußen halten inne in ihrer Bewegung. Woher kommt dieses Lachen? Es strahlt Freude aus. Für einen Moment bleibt die Welt stehen und lauscht dem Lachen zweier Männer, die einfach das Leben genießen. Keiner bekommt mit das diese Zwei Menschen in einem leeren nicht beachtenden Laden stehen. Als das Lachen aufhört beschließt die Welt sich weiter zu drehen. Nun etwas schneller, denn sie muss die Zeit aufholen.

„Ok ist schon gut du hast mich überzeugt. Dieses Spielzeug hat schon seinen Reiz“ Der Freund ist vor Lachen ganz rot im Gesicht geworden. „Ich wusste es würde dir gefallen. Deswegen habe ich auch einen für dich geholt.“ Mit diesen Worten holt der Verkäufer eine Zweite Box hervor. Der Freund weiß nicht ob er wieder Lachen oder in Tränen ausbrechen soll. In solchen Momenten merkt er was sein Freund der Verkäufer vermisst. Einen Laden mit Ware. Doch wie soll er ihm helfen. Schließlich hat er nicht die Mittel finanzielle Unterstützung zu geben beziehungsweise weiß er auch, dass sein Freund der Verkäufer es ablehnen würde. Es kamen schon mal Menschen hier her, die ihm eine beträchtliche Summe geboten haben für das Haus. Doch der Verkäufer hat sie alle wieder Heim geschickt. Seine Ideen sind alle gescheitert, doch er wird nicht das verkaufen was der Grundstein für seine Ideen ist sagte er dann danach jedes Mal. „Und was hast du heute noch so vor?“ Der Verkäufer guckt Richtung Fenster und lässt sich Zeit mit der Antwort. Er denkt darüber nach was er eigentlich so vor hat an diesen heißen Tag. „Kommst du heute noch vorbei auf ein Bier?“ „Ach weiß du eigentlich habe ich noch viel im Laden zu tun.“ Der Freund guckt sich im Laden um. Zupft sich wieder eine Traube von der Rebe und hält sie zwischen seinen Daumen und Zeigefinger fest. Es  kommt ein langgezogenes „Aha“ und dann landet die Traube in seinen Mund. „Ist ja schon gut. Selbe Uhrzeit?“ „Selbe Uhrzeit.“ Der Freund nimmt die Schachtel, in dem  die Weihnachtsmannfigur ist, an sich. Er wird sie in seiner Wohnung aufstellen. Das hat sein Freund der Verkäufer verdient. Der Freund des Verkäufers geht zur Tür. Der Verkäufer bleibt an der Theke stehen, da wo er jeden Tag steht und sieht wie die Momente an ihn vorbeiziehen. Manchmal hebt er die Hand und winkt diesen Momenten zu und manchmal beachtet er sie nicht. Sein Freund bleibt an der Tür noch einmal stehen. „Ach übrigens ich wünsche dir eine Frohe Weihnacht. Auf einen neuen heißen heilig Abend“ Mit diesen Worten geht der Freund wieder hinaus in die Hitze, die seit Jahrzehnten herrscht. Der Verkäufer schaut seinen Freund hinterher. Sein Blick wandert zur Sonne und dann zu der Weihnachtsmannfigur „Frohe Weihnachten“ flüstert er, doch sein Freund hört ihn nicht mehr.

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