Weltmeisterschaft (2. Advent)

Hallo Freunde der Geschichten,

wie schnell doch eine Woche vergeht. Kaum hat man die erste Kerze ausgepustet muss man schon die zweite Kerze anzünden.  Weiter gehts mit meiner Adventsaktion und mit einer sehr langen Geschichte. (Schuldigung) Es ist ein Zukunftszenario, das in unserer heutigen Gegenwart  spielt. Nächsten Sonntag wird ein Text erscheinen, der die Vergangenheit, dieses Zukunftszenario unserer Gegenwart, verkörpert, also das Hingewiesene in diesem Text ist bzw. angedeutet wird. Kompliziert? Ja, finde ich auch. Falls Fragen sind versuche ich es zu erklären, wobei das Risiko besteht, dass ich es selber nicht verstehe.  Wie immer überlasse ich es dem Leser, ob er daraus schlau wird.

Wieder die Bitte, falls Fehler auftauchen, die den Lesefluss stören oder unlogisch erscheinen bitte melden. Ich werde versuchen es zu korregieren bzw. mich zu erklären.

Ansonsten wünsch ich euch ein frohen und hoffentlich entspannten 2. Advent.

Es grüßt euch Jan Erichson

Weltmeisterschaft

Von Jan Erichson

Reporter Rudi Nachrichtendienst: „Ich grüße alle Menschen, die heute live bei diesem Ereignis dabei sind und auch die, die vor dem Fernseher oder auch vor dem Radio sitzen und gespannt sind was dieses Jahr passiert. Es ist wie jedes Jahr kaum auszuhalten. Jeder hat seinen Favoriten. Aber aufgepasst! Nicht immer sind es die Favoriten, die gewinnen. Hier ist alles möglich. Die Ersten können die Letzten sein und die letzten könnten die Ersten sein. So etwas ist einmalig. Es gibt nichts Spannenderes im diesem Jahr. Also lockern sie noch mal ihre Muskeln, versuchen sie das Atmen nicht zu vergessen und lassen sie sich überraschen. Willkommen zu den Weltmeisterschaften im Einkauf am 24.12!“

Rudi: „Doch was ist dieses Jahr so besonders? Wer sind die Favoriten? Wie jedes Jahr werde ich diesen Event nicht alleine moderieren. Es ist unzumutbar. Deswegen habe ich mir wie schon die Jahre davor den Experten für diese Weltmeisterschaften ins Boot geholt. Sie alle sind begeistert von seiner subjektiven Neutralität und seinem unglaublichen  Fachwissen.  Nach 11 Jahren Zusammenarbeit lerne selbst ich immer noch Neues dazu. Begrüßen sie mit mir den einzige wahren, unschlagbaren und schon gottähnlichen Adolf Schweizer.“

Adolf Schweizer: „ Danke Rudi für diese imposante fast schon blasphemische Ansage. Es ist auch für mich immer wieder eine Freude jedes Jahr mit dir dieses Event zu moderieren. Nicht nur das Publikum und du, sondern auch ich lerne immer wieder etwas Neues hinzu. Aber ich freue mich über dieses positive Feedback, das ich erhalte. Sei es über Mail oder handschriftlichen Briefen: (Adolf Lacht) Ja es gibt Menschen, die mir persönlich schreiben und ich schreibe ihnen sogar zurück. Für alle die es nicht kennen dazu braucht man ein Schreibgerät und ein Blatt Papier.“

Rudi (Lacht mit): Also wirklich Adolf als ob unser Publikum nicht weiß was handschriftliche Briefe sind.“

Adolf Reaktion ist ein ausdruckloses Gesicht, das keine Regung zeigt.

Rudi: „Nun gut…erm…nun ja. Kommen wir nun zu diesem Event. Also Adolf, erkläre doch den Zuschauern, die neu zu uns gekommen sind, was es mit diesen Event auf sich hat und was den Zuschauer erwartet.“

Adolf:  „Nun wie du schon am Anfang erwähnt hast handelt es sich um die „Weltmeisterschaft im Einkauf am 24.12.“  Diese Weltmeisterschaft wurde ins Leben gerufen als vor 11 Jahren dieses schreckliche Ereignis stattgefunden hat. Der Staat und die Gesellschaft sahen sich gezwungen etwas zu unternehmen. Also hat man etwas gesucht in dem man seine Aggression los wird ohne dass es in Gewalt ausartet. Experten und Laien saßen zusammen und haben sich beratschlagt. Man hat diese Parameter im allgemeinen Sport gefunden. Obwohl man auch dort lange suchen musste. Fussball und andere Sportarten sah man als ungeeignet an. Schließlich kam man dann doch zum Ergebnis, dass ein Sportereignis alle Gemüter beruhigen wird. Schnell waren die Sponsoren gefunden und jedes Jahr kamen mehr dazu. Nun sind wir schon im 7ten Jahr und sind ein so genannter Straßenfeger im Fernsehen geworden. Wir erreichen Einschaltquoten, die man sich nicht im Traum vorgestellt hat. Laut Statistik schauen Neun von Zehn Leute uns zu und Tausende sind live hier vor Ort. Die Teilnehmer, kaum einer hätte das gedacht, sind zu richtigen Stars geworden. Selbst ich muss mich zusammenreißen meine neutrale Subjektivität zu bewahren wofür ich vom Publikum geliebt werde.“

Rudi: „Zu Recht Adolf zu Recht. Noch nie in der Geschichte Deutschlands war ein Adolf so neutral wie du es bist. Sonst waren sie immer sehr einseitig. Besonders was die rechte Seite anging“

Adolf: „Danke Rudi. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht worauf du anspielst.“

Rudi: „Ehrlich gesagt weiß ich es auch nicht. Meine Gedanken sind manchmal durcheinander wegen der Aufregung. Ich wollte dir einfach nur sagen was du in den 11 Jahren erreicht hast und wie wichtig du dem Land und auch dem Publikum in dieser neugewonnenen Sportart geworden bist. Aber genug von den Lobhymnen, die nicht nur von mir sondern auch vom Publikum kommen. Adolf du hast nun die Geschichte erklärt aber was erwartet den Zuschauer?“

Adolf: „Man kann es nicht so richtig erklären. Also es starten 12 Teams und das Ziel ist es den richtigen Einkauf zur richtigen Zeit vor allen anderen durch das Ziel zu retten. Dabei wird erst während des Spiels bekanntgegeben was das Ziel ist. Die Teilnehmer wissen es selber nicht. Gerade das macht es so spannend. Sowohl Publikum als auch Teilnehmer sind Ahnungslos. Man kann sich erst im Laufe des Spiels eine Strategie überlegen. Es gibt keine Absprachen beziehungsweise Vorausplanen.“

Rudi: „Na wenn sich das mal nicht spannend anhört. Adolf was ist nun in diesem Jahr so Besonders und wie schätzt du das diesjährige Teilnehmerfeld ein?“

Adolf: „Nun dieses Jahr habe wir eine besondere Konstellation. Der 24.12 fällt auf einen Sonntag. Für die Teilnehmer ist es ein ganz neues Gefühl. Es ist für alle das erste Mal an einem Sonntag in dieser Umgebung unterwegs zu sein. Klar liebe Zuschauer und Hörer sie sagen, dass der Sonntag doch wie jeder anderer Tag ist. Rudi du denkst das doch auch so oder?“

Rudi: „Ja Klar. Das ist doch ganz normales Denken.“

Adolf: „So Rudi wirklich? Liebes Publikum und auch du Rudi es folgt nun eine Argumentation, die sie aus den Schuhen hauen wird. Es wird die Welt verändern…“

Rudi: „Na jetzt übertreibst du es…“

Adolf: „Ruhe jetzt Rudi! Hör zu und sie liebes Publikum auch. Wenn jeder Tag wieder jeder anderer ist wieso haben sie dann unterschiedlichen Namen. Jetzt wirst du damit kommen, dass die Namen jede Woche dieselben sind. Aber man vergisst die Zeit. Solange die Zeit existiert kann kein Tag wie jeder andere sein. Klar wiederholen sich die Tage namentlich aber dadurch, dass die Zeit vergeht ist der Tag nicht mehr vergleichbar mit dem Tag der vorherigen Woche. Durch unsere selbstgeschaffene Regelmäßigkeit vergessen wir die Zeit. Deswegen meinen wir, dass jeder Tag wie jeder andere ist. Aber dies ist nun wie ich argumentiert habe  totaler, Entschuldigung für diese Ausdrucksweise, Scheißdreck.“

Rudi: „Das ist ja der Wahnsinn! Liebes Publikum, nicht nur das wir hier eine Weltmeisterschaft verfolgen beziehungsweise sehen sondern wir werden auch von Adolf  über unser Denken aufgeklärt. Wenn sie es nicht ganz verstanden haben auf unserer Webseite können sie alles was Adolf und ich gesagt haben nachlesen. Aber genug davon und Danke für diesen Exkurs Adolf aber kommen wir nun wieder zum Event. Wir haben nun geklärt was für die Teilnehmer an diesen Tag besonders ist. Aber Adolf du wärst nicht der Experte, wenn du nicht für uns noch mehr Information für uns hast oder?“

Adolf: „Genau Rudi ich bin der subjektive neutrale Experte und habe durchaus noch Informationen, die interessant sein könnten für unser  Publikum. Denn ich habe meine sicheren Quellen angezapft und  bin dabei auf etwas gestoßen. Nicht nur die Teilnehmer mussten mit den Sonntag klar kommen sondern auch die Organisatoren. Man musste sehr lange suchen bis man eine geeignete Location gefunden hat. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass am Sonntag Menschen arbeiten. Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem der Mensch nicht arbeiten sollte. Klar haben die meisten Unternehmen, auf gut deutsch gesagt, den Vogel gezeigt als die Organisatoren mit dieser Bitte ankamen.“

Rudi: „Aber ganz ehrlich wer hätte den anders reagiert. Wir hatten schon vorab eine Umfrage gestartet, weil es ja seit längerem klar war, dass dieses Ereignis auf einen Sonntag fällt. Dabei kam heraus das 90% Sport in Ordnung finden. Ganze 98 % lehnen es aber ab unnötige Arbeit zu vollführen dazugehört nach Meinung des Publikums eindeutig der Einkauf und Büroarbeit. Für die, die unbedingt Sonntag arbeiten müssen, wie zum Beispiel Restaurants und so, soll ein anderer Tag immer frei von Arbeit sein.“

Adolf: „Da kann ich dem Publikum aus neutraler subjektiven Sicht nur zustimmen. Aber wir tun ja so als ob irgendwann  der Mensch aus Dummheit auf die Idee kommt auf dieses besondere Privileg freiwillig zu verzichten.“ (Lacht herzlich)

Rudi (lacht auch): „ Das ist echt verrückt als ob der  Mensch so dumm ist. Ich meine wir sind einer der gebildetes Gesellschaften, die es gibt.“

Adolf: „So sind wir das?“

Rudi: „Etwa nicht?“

Adolf antwortet mit einem süffisanten Grinsen.

Rudi. „Na gut während Adolf uns noch eine Antwort schuldig bleibt wenden wir uns dem Event zu. Die Teilnehmer sind gerade auf das so genannte Spielfeld gegangen. Adolf wir ist dein Eindruck von den Teilnehmer jetzt wo du sie live siehst.“

Adolf: „Ja genau. Wir haben hier 12 Teams. Es sind immer Zwei in einem Team. Während die eine Person Motivator ist und von außen Unterstützung spendet,  agiert der Zweite im Spiel.  Wer jetzt denkt, dass der, der sich außerhalb befindet unwichtig ist, denkt falsch. Es kann nur das Team gewinnen, das zusammenarbeitet und das haben die letzten Jahre immer wieder gezeigt. Aber auf mich machen die Teams einen unterschiedlichen Eindruck.“

Rudi: „Was genau meinst du Adolf? Könntest du für das Publikum das näher ausführen. Besonders für die, die es nicht sehen können. Wir machen es einfach wir gehen die Teams der Reihe durch und du sagst deinen Eindruck.“

Adolf: „Das ist eine sehr gute Idee Rudi, doch wir haben nicht mehr so viel Zeit. Deswegen würde ich vorschlagen die besonderen Teams näher zu beleuchten und die Überraschungen, wenn du nichts dagegen hast.“

Rudi: „Oh Adolf natürlich hast du Recht. Ein Glück hast du auf die Uhr geschaut. Dann fangen mit den Vorjahressieger an. Auf der Startbahn Nummer 1 das Team 1 aus dem kleinen Städtchen Hameln. Olga und Ihr Mann Detlef. Also Adolf was sagt der Experte zu diesem Team.“

Adolf: „Dieses Team strotzt nur so von Professionalität. Detlef  sieht zwar nicht gerade sportlich aus. Aber man sollte trotz seinem dicken Bauch, seinen verschwitzten Unterhemd und die Hose, die halb herunterrutscht und ein unansehnliches Maurerdekolte zeigt, nicht unterschätzen. Olga weiß ganz genau wie sie Detlef zu navigieren hat und Detlef nutzt jede kleine Chance aus um sich einen Vorteil zu schaffen. Er kann sehr schnell auf Situationen reagieren, dass bei diesem Sport natürlich durchaus wichtig ist.“

Rudi: „Sag mal Adolf, jetzt wo ich dieses Team sehe, die Ohrfeigen die Olga Detlef gibt wirken in meinen Augen nicht grade professionell sondern eher brutal.“

Adolf: „Für einen Laien sieht es brutal aus dabei ist es eine gängige Art bei seinem Partner, hier in dem Fall Detlef, die Motivation zu wecken und den Fokus auf die folgende bevorstehende Aufgabe zu lenken. Es wird dabei Adrenalin frei gesetzt, das dabei hilft konzentriert und fokussiert zu bleiben. Siehst du Rudi, das gleiche macht jetzt Detlef auch bei Olga. Ach es ist schön anzusehen,  aus rein neutraler subjektiver Sicht, wie ernst dieser Sport genommen wird.“

Rudi: „Ach wirklich? Also liebes Publikum, wenn sie nächstes Mal ihren Partner schlagen sagen sie einfach, dass sie ihn motivieren wollen.“

Adolf: „Also…ähm…nein so habe ich das nicht gemeint. Ich verbürge mich mit meinen Namen Adolf, dass ich jegliche Gewalt gegenüber anderen Menschen ablehne. Also wirklich….“

Rudi (lacht): „Ach Adolf das war ein Scherz. Also wenn ein Name für Frieden steht dann Adolf Schweizer. So Olga und Detlef zählen dieses Jahr auch zu den Favoriten doch kommen wir nun zu einem ganz anderen Team. Das Team Nummer 9 unterscheidet sich komplett von alle anderen. Liebe Zuschauer sie werden es nicht glauben. Mir fehlen die Worte aber ich glaube Adolf kann am besten sachlich dieses Team erklären. Also Adolf wie erklärt du dir dieses Phänomen?“

Adolf: „Dazu muss ich jetzt etwas ausholen und in der Geschichte dieses Events zurückgehen. Vor dem schrecklichen Ereignis war der 24.12 immer ein Tag in dem die Menschen noch sehr schnell kurzfristig einen Gegenstand suchten um jemanden Anderen glücklich zu machen. In dem Fall waren es zu 99 % die Männer, die unterwegs waren. Natürlich hat es nicht mit dem schrecklichen Ereignis zu tun, dass vor 11 Jahren stattgefunden hat. Aber die Zeit haben wir nicht um jetzt ausführlicher darauf einzugehen und das Publikum weiß sowieso was passiert ist. Jedenfalls haben im ersten Jahr sich nur Teams angemeldet, in dem der männliche Part den Laufanteil übernommen hat und der weibliche Part das Navigieren und die Motivation. Nie kam es jemanden in den Sinn es anders zu sehen. Warum auch? Die Statistik spricht eindeutig für den Mann. Nur dieser war in der Lage unter diesem Druck noch etwas zu finden und all die Jahre waren es auch immer Männer, die unterwegs waren. Doch nach 11 Jahren hat das Team 9 alles auf den Kopf gestellt. Hier befindet sich das erste Mal ein Mann als Motivator und Navigator an der Seite während eine Frau den Part des Läufers übernimmt. Also ich bin persönlich sehr gespannt ob der Mann mit den Frauen und die Frau es mit den Männern aufnehmen kann. Jedenfalls, wenn das Team 9 hier auch nur ansatzweise Erfolg hat, dann wird eine neue Art von Teams hervorgerufen, die diese Weltmeisterschaft nur noch attraktiver machen wird. Aus Expertensicht würde ich es begrüßen, dass bei diesem Event mal ein frischer Wind durchweht.“

Rudi: „Sag mal Adolf woher kommt denn dieses seltsame aber interessante Team? Weiß schon etwas genaueres? Auf den Anmeldepapieren  ist nichts zu finden oder überlese ich etwa den Part andauernd?“

Adolf: „Da kannst du lange suchen. Dieses Team hat weder Namen noch einen Ort angegeben. Für sie ist das Turnier wichtig. Sie haben extra in einem Interview mit mir gesagt, dass nur die Leistung zählt und alles drum herum unwichtig ist.“

Rudi: „Das klingt in meinen Ohren genauso professionell wie die Ohrfeigen von Olga und Detlev.“

Adolf: „Rudi jeder Sportler hat eine andere Weise mit dem Druck umzugehen, der auf  ihn lastet. Guck dir Team 5 an, die sich gerade anschreien. Es wirkt Aggressiv aber nicht unkontrolliert. Es ist ein Ventil, das in solchen Momenten getätigt wird. Manchmal Fragen ich mich wo dieses Ventil vor 7 Jahre war. Das hätte vielleicht die schreckliche Sache  verhindert“

Rudi: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Man sollte neben den ganzen Negativen auch das Positive sehen. Wir hätten nicht dieses große Ereignis und du wärst nicht zu dem Experten geworden, der du heute bist und das Publikum würde nicht in den Genuss kommen dir zu lauschen beziehungsweise zu zusehen.“

Adolf: „Irgendwie hast du ja recht und ich kann mich nur glücklich schätzen in dir und auch in dem Publikum solchen Unterstützer zu haben. Danke nochmals dafür und…“

Rudi: „Oh Adolf ich unterbreche dich ungerne aber die Schweigeminute steht an. Diese Minute wird den Opfern vom schrecklichen Ereignis, dass vor 7 Jahren stattgefunden hat gewidmet. Danach wird sich wieder ganz  auf das Spiel konzentriert. Die Teams verharren schon in einer Andachtspose und auch das Publikum hier vor Ort macht sich bereit. Adolf und ich werde unsere rechte Hand auf unser Herz legen den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen. Also nicht wundern wenn gleich nach die Sirene erst einmal von uns beiden nichts kommt. Das gilt besonders für die Radiohörer. Sie hören uns, wenn die Sirene ein zweites Mal ertönt. Erschrecken sie sich nicht.“

Sirene ertönt……………………………………………………………..Sirene ertönt wieder.

Adolf: „Ach es immer wieder schön wie diese eine Minute alle vereint.“

Rudi: „Adolf bevor es los geht habe ich noch eine Frage von einem Zuschauer aus unserem Chat, der parallel zu Sendung verläuft und von unserer lieben Kollegin Susanne Steffens vorgelesen wird. Also wie lautet die Frage Susanne?“

Susanne Steffens, auch liebevoll von Adolf SS genannt, liest vor: „Ja Danke Rudi und zwar fragt ein Zuschauer im Chat wieso es eine Weltmeisterschaft ist obwohl es nur in Deutschland ist und keine andere Nation mitmacht. Müsste das dann nicht eine Deutsche Meisterschaft sein?“

Rudi: „Eine sehr gute und berechtigte Frage. Dadurch, dass wir jedes Jahr Neue Zuschauer dazugewinnen werden wir auch nicht müde, dass immer wieder zu erklären. Aber  Adolf kann es viel besser erklären. Denn durch seine Professionalität, die seine neutrale Subjektivität bewahrt, schafft er es  auch den Neulinge es so gut zu erklären, dass keine Fragen offen bleiben. Also Adolf die Bühne gehört dir.“

Adolf: „Wir haben die anderen gefragt, keiner wollte mitmachen und Sie haben uns den Vogel gezeigt.“

Rudi: „Danke Adolf, das kann nur ein Experte. Kurz, knackig, auf den Punkt. Aber kommen wir nun zum Event. Es ist alles bereit. Der Linienrichter ist noch mal die Startboxen abgegangen um zu gucken, dass auch alle hinter der weißen Linie sind. Ja er hat das Ok gegeben. Die Lichter sind noch auf Rot. Gelb. Grün. Sie sind gestartet und auf den Rängen ist die Hölle los. Detlef von Team 1 ist ganz vorne dicht gefolgt von Team 4, 5, 12, dann schon mit etwas mehr Abstand das restliche Feld. Adolf wieso haben die Teams es so eilig? Ist das nicht schon Verschwendung an Kräfte?“

Adolf: „Nein, man versucht sich am Anfang  im Zentrum gut zu positionieren. Von da aus kann man viel besser agieren beziehungsweise auch von draußen haben die Teammitglieder einen eine viel bessere Chance den Läufer in die richtige Richtung zu weisen. Guck wie Olga in das Mikrofon brüllt und versucht Detlef schon in die richtige Richtung zu navigieren. Wobei man sagen muss, dass das alles Vermutungen sind und bevor das Ziel bekannt wird muss Olga sich auf ihr Gefühl verlassen. Detlef verteidigt seine Position gegenüber den Anderen. Guck Mal Rudi, das ist ganz großer Sport. Detlev ist aggressiv aber immer fair, auch wenn sein Aussehen das nicht vermuten lässt.“

Rudi: „Ja Adolf ich sehen es und bald müsste auch das Ziel bekannt gegeben werden. Doch ich sehe Team 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10,11 und 12 aber wo ist Team 9. Eigentlich müssten alle sich ungefähr im Zentrum aufhalten, denn nur so gewinnt man. Adolf siehst du das Team 9 irgendwo?“

Adolf: „Nein, das wundert mich auch. Ich gucke noch mal zum männlichen Navigator aber er wirkt gefasst. Strahlt schon eine fast ansteckende Ruhe aus besonders im Kontrast zu Olga, die daneben steht. Sie wirkt wie ein Vulkan voller Emotionen, die man aber kaum erkenne kann, weil das Gesicht so Rot und angeschwollen ist. Doch worauf wartet er? Ist das vielleicht eine neue Taktik? Das sieht mir eher planlos aus.“

Rudi: „Die Läuferin schlendert eher. Während alle Anderen sich schon in Position begeben, geht sie ganz außen herum. Adolf sehe ich das richtig, dass sie sich schon Richtung Kasse bewegt, wenn ja warum geht das Team ein so hohes Risiko ein?“

Adolf: „Rudi das ist keine Taktik. Für mich ist das eher eine Kamikazeaktion. Das Team ist neu. Ich weiß nicht ob sie sich überhaupt Gedanken gemacht haben worauf es in diesem Spiel ankommt. Man kann noch nicht mal sagen ob sie es ernst nehmen oder einfach das alles ins Lächerliche ziehen. Guck dir Detlef und Olga an. So sehen Profis aus. Die nehmen diesen Sport ernst. Das merkt man an deren aggressiven positiven Leidenschaft.“

Rudi: „Ach Adolf du nimmst es einfach zu ernst. Man muss auch der Jugend mal eine Chance geben. Vielleicht steckt doch eine Taktik dahinter. Der männliche Navigator hat auch gerade der Läuferin einen ausgestreckten Daumen nach oben gezeigt. Anscheinend steckt doch ein Plan dahinter.“

Adolf: „Ja da sehe ich auch die Hoffnung. Doch es ist eine Art Verzerrung des Spiels. Die Aktion ist im Zentrum. Wir Kommentatoren leben vom Spiel  und nicht vom statischen Stillstand.“

Rudi: „Ja da hast du recht Adolf. Aber guck wieviel wir jetzt über das Team 9 geredet haben und das obwohl sie nicht im Zentrum sind.“

Adolf schweigt  und tut so als ob im Zentrum etwas Aufregendes passiert ist. So viel zu seiner neutralen Subjektivität.

Rudi: „Nun gut. Bald müsste das gesuchte Objekt erscheinen. Den Menschen vor den Fernseher wird es links oben angezeigt auf den Fernsehbildschirmen, dem Publikum hier, die live vor Ort sind wird das Objekt auf der Leinwand gezeigt. Die Navigatoren bekommen über einen kleinen Bildschirm, der wie eine Armbanduhr um das Handgelenk befestigt ist, das Bild geliefert. Sie müssen dann ganz schnell reagieren. Über das Headset geben sie dem Läufer Bescheid, der sich dann auf den Weg macht. Adolf was muss der Läufer beziehungsweise der Navigator beachten?“

Adolf: „Als hier ist die Kommunikation zwischen beiden Partnern wichtig. Während der Navigator für die Motivation zuständig  ist und auch, dass die richtige Information ankommt, muss der Läufer schnell eine Taktik finden wie er am schnellsten zum Ziel kommt ohne dass jemand das sofort merkt. Es ist einfach ganz großer Sport“

Rudi: „ Adolf was erwartest du als Objekt. Wir sind schon im 7ten Jahr. Kann man da schon ein Muster erkennen beziehungsweise eine Prognose wagen?“

Adolf: „Hmh also es wird wieder etwas Kreatives sein. Vielleicht wird dieses Mal der Fokus auf das Kind gelegt. Das wird dann ganz spannend, weil die Objekte sehr leicht kaputt gehen und so groß sind, dass man sie beim Transport  nicht gerade Mal einfach unter dem Arm klemmen kann.“

Rudi: „Genau. Nur ein paar Sekunden dann kommt das Objekt. Der Bildschirm ist noch schwarz…. Da ist es und es ist…..ein Gutschein? Adolf sehe ich das richtig, die haben diesen Mal einen Gutschein als Objekt gewählt.“

Adolf lacht hysterisch und kann nicht antworten. Es ist ein Mix aus heulen und lachen.

Rudi: „Adolf scheint den Verstand verloren zu haben. Also hängt es von mir alles ab. Im Zentrum herrscht Ratlosigkeit, die Navigatoren gucken ungläubig auf ihren kleinen Bildschirm.  Das Publikum ist ganz still. Ich bin selber noch ein wenig geschockt von dieser Information. Aber da! Der männliche Navigator von Team 9 hat anscheinend sich bewegt und dadurch seiner Läuferin ein Zeichen gegeben.  Sie sprintet los. Wie schnell die Dame ist, das ist der Wahnsinn, wobei man sagen muss, dass sie es nicht weit hat zur Kasse, denn sie hatte dort in der Nähe schon Position bezogen. Hier überschlagen sich die Ereignisse ich komme nicht mehr hinterher. Adolf wir brauchen dich. Die Welt braucht den alten Adolf wieder.“

Adolf: „ Da bin ich wieder. Ich entschuldige mich bei den Zuschauern. Aber der Gutschein ist so unkreativ, dass bei mir die Sicherung durchgebrannt sind.“

Rudi: „Zum Glück hast du nur gelacht Adolf es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Manche Menschen zeigen es in Gewalt und Schreckensherrschaft.“

Adolf: „Da ist es schon wieder dieser Unterton. Ich werde nicht das Gefühl los, dass du auf irgendwas anspielst Rudi.“

Rudi: „Da täuscht du dich….denke ich. Also Adolf schilderst du uns was auf dem Spielfeld passiert?“

Adolf: „Na gut ich werde dir glauben. Kommen wir zurück zum Spiel. Team 9 ist ein sehr hohes Risiko eingegangen, aber es hat sich gelohnt. Guck dir Olga an, wie sie am ausrasten ist. Sonst ist es kontrollierte Wut bei ihr aber hier haben die Emotionen die Überhand gewonnen.  Detlef versucht wenigstens noch zu retten was zu retten ist. Zwar hat er Zeit verloren, weil er für einen Moment die Orientierung  und Olga als Navigator verloren hat. Doch er eilt zur Kasse anscheinend hatte er es doch irgendwie mitbekommen. Doch keine Chance Team 9 steht als Sieger fest und wahrscheinlich kann Detlef noch den zweiten Platz retten. Oh es wird Knapp! Aber er schafft es.“

Rudi:“ Ja Team 9 wird als Sieger gefeiert. Team 1 ist zweiter. Was für ein Spiel. Das Publikum ist aus dem Häuschen. Die Underdogs haben gewonnen. Irgendein Fazit Adolf?“

Adolf: „Es war ein spannendes Spiel. Zwar hat das Team 9 auf eine sehr unkonventionelle  Art das Spiel gewonnen, aber ich Adolf Schweitzer bin subjektiv neutral und gratuliere ihnen zu diesem überraschenden aber nicht unverdienten Sieg. Es wird dieses Turnier auf einen neue Stufe erheben. Ich hoffe die Organisatoren haben das erkannt.“

Rudi: „Danke Adolf. Es war wie immer mit dir eine Ehre  und ich danke auch dem Publikum, das sie eingeschaltet haben.  Aber nur weil wir nicht mehr zu hören sind schalten sie nicht ab, denn im Anschluss kommt die Siegerehrung bis dahin wird sich auch Olga beruhigt haben. Man kann schon erkennen, dass sie eindeutig entspannter ist und fair Team 9 gratuliert. Das hat ihr Teamkollege Detlef schon nach dem Zieleinlauf getan hatte und steht noch bei Team 9.“

Adolf: „Ich danke auch dem Publikum und dir Rudi und ich hoffe nächsten Mal wird es genauso spannend.“

Rudi: „Das hoffen wir alle Adolf, das hoffen wir alle. Also schalten sie auch das nächste Mal ein wenn es heißt…“

Rudi und Adolf: „ Die Weltmeisterschaft im Einkauf am 24.12!“

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s