Weihnachten 2006 (3. Advent)

Hallo liebe Freunde der Geschichten,

nun folgt die „Vorgeschichte“ meiner Geschichte vom letzten Sonntag.  Das Ereigniss, dass die Weltmeisterschaft hervorgerufen hat. Dabei deuten ich es nur an und der Leser kann sich selbst denken was passiert. Ja es ist Düster und passt irgendwie nicht zu Weihnachten und natürlich kann man die Geschichte eigentlich um einiges länger gestalten. Obwohl….egal das würde in einer nicht endenden Diskussion ausarten und irgendwie ist mir meine sterbliche Zeit zu wertvoll dafür….obwohl…nein zu wertvoll.

Hier wieder die Bitte, wenn Fehler auftauchen, die den Lesefluss stören oder den Inhalt unlogisch erscheinen lassen bitte melden. Ich werde es dann korregieren oder mich rechtfertigen, wobei es wahrscheinlich beim stillschweigenden korregieren bleibt.

Ich wünsche euch einen schönen 3. Advent und nicht vergessen dieses Jahr fällt der 4. Advent auf den 24.12. Bloss nicht streßen und mal auf Zeitlupe schalten. Dabei findet man die erstaunlichsten Sachen heraus. 😉

Es grüßt euch Jan Erichson

Weihnachten 2006

Von Jan Erichson

 

Der Wecker klingelt. Heute regnet es. Als sie ihre Augen öffnet und ihr Blick mitansehen muss wie die Regentropfen gegen die Fensterscheibe schlagen kommt ein Seufzer aus ihrem Mund und sie dreht sich mit dem Gesicht zu anderen Seite. Nun kann der Rücken sich dem Blick widmet. Ihm macht es nichts aus. Auf der anderen Seite sieht sie Ihr Glück. Dieses Glück ist unrasiert und schnarcht. Doch das Schnarchen stört sie nicht mehr. Es gibt sogar Momenten wo in ihr sich die Sorge ausbreitet, wenn das Schnarchen für einen kurzen Moment verstummt. Sie hat sich so daran gewöhnt, dass es für Sie sogar einen Einschlafhilfe darstellt. Durch die rechte Wand vernimmt sie Geräusche wahr aus denen zu erraten ist, dass nebenan das Leben aufgewacht ist. Es ist noch jung aber voller Neugier. Ein leichtes Schmunzeln ist auf Ihren Lippen, weil man an den Geräuschen erkennt, dass das junge Leben versucht leise zu sein  um sie nicht zu wecken. Ihr Blick wandert zur Uhr, die über der Tür hängt. Es ist kurz nach acht.  Eigentlich hat sie noch Zeit.  Wie auf Kommando als ob er es gehört hat kommt ein Stöhnen von Ihm. Er wendet sich zu Ihr und legt seinen rechten Arm um ihren Oberkörper. Sie greift sich seinen Arm und schmiegt sich an ihn. „Heute ist der 24.12 und anstatt Schnee ist Regen.“, kommt aus ihrem Mund. Sie hat es nur so dahin gesagt, eigentlich erwartet sie keine Antwort. „Ach Schatz schließ die Augen und lass uns im Bett liegen bleiben“ murmelt er im schläfrigen Ton, bevor sein Schnarchen wieder anfängt. Ihr lag auf der Zunge, dass man die Augen schließen kann aber die Geräusche der Regentropfen unüberhörbar sind. Doch er wird nicht antworten, denn er ist wieder in seinem Land der Träume in der sie die Hauptrolle spielt. Ein Schmunzeln huscht über Ihr Gesicht, weil sie weiß, dass sein Traum sich nicht von der Realität unterscheidet. Ihre Freundinnen sagen sie hat Glück. Doch in ihren Augen hat das nichts mit Glück zu tun. Das kleine junge Leben, das nebenan mit Bausteinen spielt, sehen einigen als das Höhepunkt im Leben. Doch jedes Mal, wenn sie das Kind ansieht überkommt sie eine Traurigkeit. Es hat so viel Spaß im Leben. Doch ihr Blick sieht nicht nur die Gegenwart sondern auch die Zukunft. Dort sieht sie wie ihr  erwachsenes Kind einsam an einem Küchentisch sitzt, während von der Decke eine nackte Glühbirne hängt,  und ausdruckslos die Wand anstarrt und im Hintergrund ist das Ticken der Uhr, die über der Tür hängt, zu vernehmen. Alles ist Grau, Trostlos und strahlt einen Hoffnungslosigkeit aus.  Die Schatten, die die Glühbirne auf die Wände wirft sehen aus wie  Monster, die mit ihren Klauen nach ihrem Kind greifen. Doch bevor sie aus Panik anfängt zu schreien schließt sie kurze ihren Augen und schüttelt sich und dann ist ihr Blick wieder klar. Sie küsst ihr Glück und befreit sich aus seinem Griff in dem sie ihn liebevoll ins Ohr flüstert, dass sie ihn liebt es aber an der Zeit ist. Mit einer nicht ernstzunehmenden gespielten Ernsthaftigkeit versucht er sie im Bett zu halten. Ein Lachen verlässt ihre Lippen und mit einen letzten Kuss auf seinen Lippen, der für ihn den Erfolg darstellte um den Griff zu lösen.

Sie hatten gestern Abend  geredet als sie dem kleinen jungen Leben gemeinsam Gute Nacht gesagt haben.  Sie saßen im Wohnzimmer wie immer bei einem Glas Wein. Er hat nichts gesagt sondern nur zugehört. Sie wusste, wenn er etwas zu sagen hätte würde er es sagen. Das schätzt sie so an ihm. Er hat sie in allem unterstützt. Sein Selbstbewusstsein war stark genug den anderen Blicken standzuhalten. Es war sogar so stark, dass die Anderen beschämend weggucken, weil sie es nicht ertragen konnten ihm in die Augen zu blicken. Er wird ein guter Vater sein und versuchen sein Bestes zu geben auch wenn es sinnlos los ist. Sie musste ihn nicht überzeugen, den er teilte von vornerein ihre Meinung. Als sie geendet hat, hat er nichts gesagt. Er nahm das Glas, das mit Rotwein gefüllt ist in die Hand. Sein Blick wandert zur Wand hinter der das Zimmer, in dem das junge Leben schläft, ist. Er wusste der Moment würde kommen. Schon als sie sich das erste Mal getroffen haben war die Zukunft vorherbestimmt. Er genießt den Wein in seinen Mund. Sein Blick wandert wieder zu ihren Augen. Diese starken Augen, die nie an etwas gezweifelt haben und in die er sich verliebt hat. „In Ordnung“, war das einzige was er sagte. Es war das Richtige. Sie küsste ihn, denn damit hat er ihr eine schwere Last von den Schultern genommen. Zusammen tranken sie die Gläser aus und gingen in das Bett, wo sie sich eng an den anderen schmiegten und einschliefen.

Sie erhebt sich und lässt ihn schlafen. Sie hat das was sie ihm noch alles sagen wollte gestern Nacht in das Ohr geflüstert und seine Umarmung, die sie gewärmt hat genossen. Nun ist es soweit. Sie geht zum Schrank und holt die Klamotten heraus. Es wird kalt sein auch wenn kein Schnee liegt. Als sie den dicken Wollkragenpullover über ihren Körper gezogen hat betrachtet sie sich im Spiegel. Es kommt ihr schon wie eine Rüstung vor. Sie wird sich in ein paar Minuten mit den anderen Frauen treffen. Sie alle hatten es beschlossen dem ein Ende zu setzen. Die Anderen sind zu weit gegangen. Doch sie sehen das nicht ein. Es ist schon schlimm genug das in dieser Welt Ihr Glück und das junge Leben leben müssen, doch sie werden sich durchschlagen. Auf mehr hat sie keinen Einfluss. Auf mehr will sie keinen Einfluss haben. Die Anderen machen es viel zu kompliziert und wundern sich dann, dass sie unzufrieden sind. Sie steht jetzt an der Tür zum Zimmer von dem jungen Leben. Ganz leise öffnet sie die Tür. Es hat den Rücken zu ihr gedreht und ist vertieft in seiner Fantasiewelt mit seinen Spielfiguren. Sie lächelt als sie wieder die Tür ganz leise schließt. Sie hatten beide beschlossen es ihm nicht zu sagen. Es würde das auch nicht verstehen. Sie geht die Treppen hinunter in den Flur. Sie hebt die dicke Winterjacke vom Haken. Schnürt die Stiefel. Dann geht sie hinaus. Der kalte Wind schlägt ihr die Regentropfen ins Gesicht. Die schwarzen Stiefel hinterlassen knirschende Geräusche im Kies als sie sich zu dem Gartenschuppen bewegt. Die Tür öffnet sich mit einem lauten Quietschen. Es bleibt im Nachbargarten still. Zum Glück. Ihre Nachbarn gehören zu den Anderen. Ständige beäugen sie einen. Reden mit vorgehaltener Hand und hinter dem Rücken. Runzeln die Stirn und zeigen immer auf das Leben Anderer um von ihrem Leben abzulenken, weil wenn sie darauf gucken würden, hätten sie sich schon längst die Kugel gegeben. Mit einem Grinsen schnappt sie sich die schwarze Tasche und schließt die Tür, dieses Mal draauf achtend, dass es kein lautes Geräusch in die Nachbarschaft trägt. Die anderen Frauen werden auf sie warten. Jeder denkt sie sind zu nichts fähig. Doch sie haben einen Entschluss gefasst.  Dieses Weihnachten wird niemand mehr vergessen. Es wird die Welt prägen. Vielleicht wird es eine bessere Welt. Eine Welt in der die Menschen sich dem Leben bewusst werden und es mehr schätzen werden. Das Auto steht vor der Einfahrt. Ihre Kameraden sitzen drinnen. Alle sind gewappnet. Mit quietschenden Reifen fährt das Auto los. Sie blickt noch einmal zurück. Zu ihrer Liebe zu Ihrem Glück. Keine Träne und kein Bedauern. Der Entschluss steht fest. Der Blick wandert nach vorne. Das Ziel fest im Blick. Die Lichter des Einkaufszentrums, Dreh- und Angelpunkt der Stadt, leuchten hell und weisen den Weg.  Frohe Weihnachten flüstert sie noch ihrem Glück und ihrer Liebe zu bevor sie aus ihrem Sichtfeld verschwinden.

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