Wort und Bild vereint gegen Rassismus…

Hallo liebe Freunde des Lesens,

was passiert wenn man Literatur mit Fotografien verbindet? Dann entsteht sowas wie „The Fire Next Time“. Hier werden James Baldwin und der Fotograf Steve Schapiro, die beide für die rechte der Afroamerikaner gekämpft haben, vereint. Erschienen ist dieses besondere Werk im Taschen Verlag.

Inhalt:

The Fire Next Time ist ein Essayband von James Baldwin, das erstmals 1963 veröffentlicht wurde. Wie kein anderer schildert Baldwin die Problematik der Afroamerikaner in den USA und womit sie es zu kämpfen haben. Es gilt als eine Art Messerstich in das Herz von Amerika was auch gerade zu dieser Zeit als „Negro Problem“ betitelt wurde.  Dabei zeigt James Baldwin deutlich in seinem Essay, das nicht die Afroamerikaner das Problem sind, sondern das System an sich. Ein Land, das sich als frei und tolerant präsentiert von außen, hat in den 50iger / 60iger Jahren gespürt bekommen, dass es eine Lüge ist. Nicht alle werden gleich behandelt und gerade die Afro-Amerikaner, werden ausgegrenzt und benachteiligt. Dabei sind sie genauso Stolz auf das Land. Doch die Gesellschaft verweigert es Sie als gleichberechtigter Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika anzuerkennen. Diese Bewegung, die man los getreten hat ist bis heute noch aktiv. Neben James Baldwin haben zum Beispiel auch Martin Luther King und Rosa Parks sich für die Rechte der Afroamerikaner eingesetzt. Steve Schapiro hat es fotografisch festgehalten die Problematik der Afroamerikaner und den Kampf gegen das System. „God gave Noah the rainbow sign, No more Water, the fire next time!“

Warum dieser Titel?

Dieser Titel hat neben dem Essay von James Baldwin auch noch Texte von John Lewis,  Steve Schapiro und Gloria Karefa-Smart. Es zeigt die Problematik der amerikanischen Gesellschaft, die bis heute nicht gelöst worden ist. Es hat sogar den Anschein, dass es wieder schlimmer geworden ist. Wozu verweigert man Menschen, die in dem Land geboren, aufgewachsen sind, dort leben und es auch mit prägen, das Recht auf Gleichberechtigung? Diese Frage sollte sich nicht nur die USA stellen, sondern jedes Land in dem Rassismus herrscht. (Also jedes Land auf der Welt) Martin Luther King, Rosa Parks, James Baldwin, Steve Schapiro und viele mehr haben gezeigt, dass man geschlossen und friedlich auf Missstände aufmerksam machen kann. Jeder hat das Recht auf Leben egal welcher Hautfarbe. Mit den Bildern von Steve wird die Problematik die James in seinen Texte anspricht untermalt beziehungsweise verdeutlicht. Dieser Ausgabe gibt es nur englischsprachig.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die einen Eindruck bekommen wollen was für eine starke Aussage von Literatur und Bildern ausgehen kann.

Titel: The Fire Next Time

Autor/in: James Baldwin/ Steve Schapiro

ISBN: 978-3-8365-7151-7

Verlag: Taschen

Preis: 40,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

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Der Künstler und seine Kunst….

Hallo Liebe Freunde des Lesens,

Han Kang die Dritte. Auf diesem Block habe ich schon von der Autorin die Vegetariern und Menschenwerk vorgestellt. Nun ist auf Deutsch ein dritter Roman aus dem Jahre 2002 von der koreanischen Autorin Hang Kang erschienen. Dieses Mal geht es um Beziehung, Kunst und Intimitäten. Der Roman ist bei Aufbau Verlag erschienen.

Inhalt:

Eine Autorin trifft auf den Bildhauer Jang Unhyong.  Seine aus Gips bestehenden körperlichen Abdrücke haben sie bei einer Aufführung im Theater gefallen. Einige Tage nach den Treffen ruft die Schwester von Jang an und bittet sie um Hilfe. Ihr Bruder ist spurlos verschwunden. Sie hat aber eine Art Tagebuch von ihm entdeckt. Sie schickt es der Autorin in der Hoffnung sie kann etwas finden, was mit ihrem Bruder geschehen ist. Die Autorin ist sich unsicher schliesslich hat sie nur ein kurzes Gespräch geführt. Als dann in der Post das Tagebuch ist fängt sie an zu lesen. Es ist die Geschichte von einem Künstler, der schon als kleines Kind geprägt wurde wie später seine Beziehungen aussehen. Ihm begegnet später als Künstler eine wunderschöne Frau namens L. , deren Hände er gerne modellieren möchte. Es entsteht eine Beziehung, in der L. unsicher ist ob Jang es ernst meint, weil sie nicht dem Idealbild einer Frau entspricht, dass in der Gesellschaft fest verankert ist. Die Beziehung zu L. wird besonders sein und scheitern. Doch ihre Hände werden ihn ständig Begleiten. Später begegnet ihn E., die das Gefühl vermittelt, dass sie eine Maske trägt und nicht nahbar scheint. Sie strahlt eine kälte Aus, die in Ihren Hände zu spüren ist. Kann der Bildhauer Jong Unhyong sein Glück noch finden und was ist mit ihm passiert?

Warum dieser Titel?

Die Autorin Hang Kang schildert in diesem Roman die Intimität von Beziehungen. Dabei zeigt sie wie ein Künstler durch seine Kunst eine Nähe aufbauen möchte, die er als Kind nie erfahren hatte.  Doch nicht nur der Mann hat Probleme mit Beziehungen. Die Frauen fühlen sich von der Gesellschaft unter Druck gesetzt nach Perfektion zu streben. Sie zerbrechen daran und schaffen somit keine Intimität aufzubauen. Sie zerstören sich dadurch selber um dem Bild zu entsprechen. Gerade die Kunst von dem Bildhauer zeigt wie schön gerade das Unperfekte sein kann. Es ist ein Roman, der besonders auf die koreanische Gesellschaft abzielt, den man aber auch auf anderen Gesellschaften übertragen kann.  Das Buch ist im Originalen schon 2002 erschienen und dieses Jahr das erste Mal auf Deutsch.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die über Intimitäten von Beziehungen, die durch eine Kunst aufgearbeitet werden, lesen wollen.

Titel: Deine kalten Hände

Autor/in: Han Kang

ISBN:  978-351-03762-8

Verlag: Aufbau

Preis: 22,- €

im öffenltichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Was ist 1994 in Orphea passiert?…

Hallo liebe Freunde des Lesens,

Joel Dicker hat mit seinen bisherigen Romanen gezeigt, dass er es  schafft gefühlt bis zu letzten Seite die Spannung aufrecht zu erhalten. Nun ist endlich sein dritter Roman „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ heraus und ist genauso spannend wie seine bisherige Werke. Erschienen ist das Buch beim Piper Verlag.

Inhalt:

Im Sommer 2014 steht Jesse Rosenberg  kurz vor seine Pensionierung bei der State Police, als ihn eine junge Journalistin namens Stephanie Mailer ihn nach den vierfach Mord, der 1994 in Orphea passiert, in dem er mit seinem Partner Derek ermittelt hat fragt. Sie deutet an, dass sie damals den falschen Täter in Verdacht hatten. Doch bevor Jesse mit ihr reden kann haut sie auch wieder ab. Kurz drauf ist Stephanie Mailer verschwunden. Jesse lässt das keine Ruhe. Zusammen mit seinem ehemaligen Partner, der 1994 sich ins Büro versetzt hat lassen, rollt er den Fall nochmal auf. Die Polizistin Anna Kanner, die es nicht leicht hat als einzige Frau bei der Polizei in Orphea, unterstützt die beiden. Was ist damals passiert in Orphea im Sommer 1994? Zwanzig Jahre später wird wieder gemordet. Jesse und Derek geraten immer mehr unter Druck, den der Fall hat vor 20 Jahren auch persönliche Spuren bei Ihnen hinterlassen, die sie noch nicht überwunden haben. Als dann der ehemalige Polizeichef von Orphea Kirk Harvey ankündigt in einem Theaterstück den wahren Mörder zu nennen wird der Mörder unter Druck gesetzt. Das ist eine ganz schlechte Idee. Stephanie Mailer wird nicht das einzige Opfer bleiben….

Warum dieser Titel?

Joel Dicker schafft einen spannenden Fall, wo man als Leser bis fast zur letzte Seite vor einem Rätsel steht. Mit verschiedenen Charakteren, die durch den Verlauf der Geschichte sich begegnen schafft der Autor eine Abwechslung in die Geschichte. Es wird sowohl die Gegenwart als auch Stück für Stück die Vergangenheit beleuchtet und somit  wird ein Puzzle zusammen gesetzt. Dabei erzählen die Charaktere die Geschichte dem Leser selber, so dass man nie weiß wer jetzt eigentlich die Wahrheit sagt und wer lügt. Es wird eine Spannung aufgebaut durch die verschiedenen Charaktere, die alle mit sich ein Geheimnis herumtragen. Joel Dicker vergisst auch den Humor nicht, besonders kann man den bei dem Charakter des Chefredakteurs aus New York sehen. Es wirkt sehr konstruiert aber im positiven Sinne, denn es gibt viele Wendungen und Stolperfallen für  die Charaktere und somit auch für den Leser.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die eine schnelle, spannende unterhaltende Geschichte lesen wollen, wo am Ende erst alles einen Sinn ergibt.

Titel: Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Autor/in: Joel Dicker

ISBN: 978-3-492-05939-8

Verlag: Piper

Preis: 25,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Trauer betrifft alle….

Hallo liebe Freunde des Lesens,

Sarah Kuttner  ist als Moderatorin gestartet und hat nun mit dem Roman „Kurt“ schon ihr drittes Buch herausgebracht. Dabei hat sie ein sehr sensibles Thema ausgewählt nämlich Trauer, Verlust und Zugehörigkeit. Die Trauer betrifft jeden. Sie kann einen Blind machen und somit eine Beziehung gefährden. Erschienen ist das Buch beim S. Fischer Verlag.

Inhalt:

Lena ist zufrieden mit ihrem Leben. Mit ihrem Freund Kurt hat sie die Großstadt verlassen und sich ein Haus gekauft in Brandenburg um in der Nähe von Kurts Sohn zu sein, der auch Kurt heißt. Kurt verbringt seine Zeit bei Lena und seinem Vater und bei Kurts Ex-Frau Jana.  Lena fühlt sich ein bisschen fehl am Platz, weil Kurt nicht ihr Sohn ist.  Aber der kleine als auch der große Kurt haben damit kein Problem. Zusammen kaufen sie Pflanzen für den neuen Garten und der kleine Kurt darf sogar einen eigenen Jasmin in den späteren Tagen pflanzen. Doch dazu soll es nicht mehr kommen. Den der kleine Kurt fällt ohne Fremdeinwirkung vom Klettergerüst in der Schule und kommt so unglücklich mit dem Genick auf, dass er es nicht überlebt. Kurt und Jana, die Eltern, befinden sich in einer tiefen Trauer. Gerade Lena hat das Gefühl Kurt zu verlieren in seiner Trauer. Dabei trauert sie auch um den kleinen Kurt, weiss aber nicht ob sie das Recht dazu hat. Noch nie war das Gefühl nicht dazu gehören so groß. Sie versucht Kurt zu helfen, doch er möchte mit seiner Trauer allein sein. Kann man die Beziehung retten? Muss man allein Trauern? Am Ende des Tunnels ist immer ein Licht…..oder doch nicht?

Warum dieser Titel?

Die Autorin Sarah Kuttner schreibt mit diesem Roman über ein sehr sensibles Thema. Dabei zeigt sie was Verlust und Trauer mit einem anstellen kann. Sarah Kuttner zeigt wie schwierig und belastend es für eine Beziehung sein kann. Nicht nur Trauer ist das Thema, sondern auch Zugehörigkeit.  Der Hauptcharakter fragt sich darf er auch um ein Kind trauern, das nicht seins ist oder haben nur die Eltern das Recht dazu? Die Autorin schildert es sehr intensiv wie man durch das tiefe Tal dieser Trostlosigkeit wandern muss und das man nicht so leicht aufgeben darf. Sarah Kuttner zeigt mit einer Verständlichkeit die Komplexität, die hinter Verlust und Trauer sich verstecken kann.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die eine intensive Geschichte über Trauer und Zugehörigkeit lesen wollen.

Titel: Kurt

Autor/in: Sarah Kuttner

ISBN: 978-3-10-397424-9

Verlag: S. Fischer

Preis: 20,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Heimatroman 2.0…

Hallo liebe Freunde des Lesens,

sagt euch der Name Felsenheimer etwas? Nein? Dann bestimmt aber Bela B. Der Drummer von der „Kult-Punkband“ die Ärzte hat mit „Scharnow“ einen Roman geschrieben, den man im positiven Sinne als abgefahrenen Heimatroman bezeichnen kann. Einen Heimatroman 2.0. Erschienen ist das Buch beim Heyne Verlag.

Inhalt:

Scharnow ist eine kleine Stadt nördlich von Berlin, wo so einiges passiert. Es gibt einen 17 Stockwerk hohes Wohnhaus, auch Silo genannt, in dem verschiedene Menschen wohnen, wie zum Beispiel einer Frau, die heimlich Pornos dreht.  Im Scharnow ist der Teufel los als auf einmal ein fliegender Mann auftaucht und für Chaos sorgt. Dazu rauben ein paar besoffene Typen, den Supermarkt aus und der Bund der skeptischen Bürger legt sich mit den Weltenlenker an in dem sie Tiere erschießen, weil die Weltenlenker damit Führungspersonen in der Politik manipulieren. Dazu verliebt sich ein geflüchteter Syrer namens Hamid, der bei seinem Onkel untergekommen ist in Nami und Nami in ihn. Nami (eigentlich ist ihr richtige Name Benita) ist die Enkelin von Elsa Karpski  und Mangaverrückt. Slyvia Pathé muss über ihre gescheiterte Ehe hinwegkommen. Dazu sind mordenden Bücher unterwegs. In Scharnow ist der Tag X angebrochen und jeden wird es betreffen und jeder muss mit der Situation klarkommen. Denn nach dem Tag X ist nichts mehr wie es war in Scharnow. Es werden Menschen und Tiere sterben, es werden sich Liebende finden und müssen das Chaos ertragen. Das alles wird von zwei homosexuellen Eichhörnchen mit Skepsis beobachtet. Können die Menschen durch dieses Chaos ihr Glück finden beziehungsweise ihren eigenen Weg gehen? Was hat es mit dem Mann, der fliegen kann auf sich? Ist er eine Gefahr für die Menschheit? Manch einer  muss gezwungener Weise unter der Erde darüber nachdenken.

Warum dieser Titel?

Der Musiker Bela B. Felsenheimer hat schon ein paar Geschichten geschrieben und mit Scharnow jetzt seinen ersten Roman herausgebracht. Es ist auf den ersten Blick eine sehr verrückte Geschichte wo verschieden skurrile Charakteren an einem Ort sich versammeln. Dabei steckt hinter diesen Charakteren und hinter dieser Geschichte das aktuelle Deutschland. Mit Verschwörungstheoretiker, Flüchtlingen, die versuchen ein Teil der Gesellschaft zu werden und nicht verstandene Jugendliche. Es ist ein Abbild der heutigen Gesellschaft, in der Unglückliche nach ihrem Glück suchen. Beim Lesen hat man nach und nach ein Verständniss für diese verrückte Welt, die eigentlich nicht fern der Realität ist. Es ist Punk, gesellschaftskritisch und doch hat es was heimatliches. Es ist schwierig es in Worte zu fassen. Man hat das Gefühl, das Bela B. Felsenheimer einen Film im Kopf hatte. In der Hoffnung die deutsche Filmförderung sieht es auch und wird großzügig kann man vielleicht gespannt sein was noch kommt.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die eine sozialkritischen, kompromisslosen Roman mit abgefahrenen Charakteren in einem wilden Deutschland lesen wollen.

Titel: Scharnow

Autor/in: Bela B. Felsenheimer

ISBN: 978-3-453-27136-4

Verlag: Heyne Hardcore

Preis: 20,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Lesen ist gefährlich….

Hallo liebe Freunde des Lesens,

es muss doch als Autor ein gutes Gefühl sein, wenn sein selbstpubliziertes Buch von einem Verlag übernommen wird. Die Autorin Madeleine Puljic versucht mit Noras Welten eine neue Fantasyreihe zu etablieren. Madeleine Puljic hat den deutschen Selfpublishingpreis 2017  gewonnen. Erschienen ist das Buch beim Piper Verlag.

Inhalt:

Als Nora Winter beim Therapeuten Ben auftaucht, ist er zunächst einmal verwirrt. Nora behauptet, wenn sie liest wird sie in die Bücher hineingezogen.  Ben tut es als eine Psychose ab und denkt Nora bildet sich das alles ein bis sie es vor ihm demonstriert. Ben ist fassungslos. Nun möchte Nora mit Hilfe einer Hypnose, das Lesen verlernen, denn es wird immer schlimmer. Erst letztens befand sie sich in einer Werbetafel wieder. Doch Ben denkt, dass man diese Fähigkeit bestimmt kontrollieren kann. Bei dem Versuch läuft es aber schief und Nora landet mit Ben in einem Fantasyroman, dass Ben nur halbherzig und noch nicht zu Ende gelesen hat. Eigentlich lautet der Plan sich von der Handlung fern zuhalten bis es zu Ende ist. Durch einen Reflex von Ben werden Nora und er aber mitten in die Handlung mit einbezogen. Das Problem der Gute in dieser Geschichte ist total unsympathisch und der Böse hat Charisma. Kann Nora es schaffen ihre Fähigkeit zu kontrollieren und wird sie es schaffen Ben aus diesem Buch zu bekommen?  Nora muss herausfinden was hinter dieser Kraft steckt und Ben beschützen. Doch das Alles wird erst der Anfang sein….

Warum dieser Titel?

Die Autorin Madeleine Puljic hat mit ihrem Fantasyroman eine Geschichte entworfen, die gleichzeitig mit dem Klischee der Fantasy spielt als auch selbst Fantasy ist.  Die Geschichte hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf. Man wird schnell mit dem Problem konfrontiert. Die Charaktere können nicht gegensätzlicher sein. Ben versucht mit allen Mitteln aus der Geschichte heraus zu kommen, während Nora eher versucht sich aus allem heraus zuhalten, aber immer mehr von der Magie angezogen wird. Es werden auch mit den Klischee Mann Frau und Therapeut Patient gespielt. Dabei wird es in der Geschichte nicht deutlich wer gut oder böse ist wie eigentlich im Fantasyroman vorgesehen ist. Der Roman baut auf eine Reihe, dies wird am Ende deutlich erkennbar.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die eine Fantasygeschichte über die Reise durch Bücher lesen wollen.

Titel: Noras Welten – Durch den Nimbus

Autor/in: Madeleine Puljic

ISBN: 978-3-492-26036-7

Verlag: Piper

Preis: 13,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Kann man vergeben?……

Hallo liebe Freunde des Lesens,

ein Freiheitskampf kann ganz schnell zum Terrorismus werden. Es kann starke Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, weil  auf einmal heisst es: Wenn man nicht dafür ist, ist man dagegen. Der Autor Fernando Aramaburu zeigt in seinen Roman „Patria“ welche Auswirkungen es haben kann auf Freundschaften, Familien und die Gesellschaft innerhalb eines kleinen Dorfes. Erschienen ist das Buch beim Rowohlt Verlag.

Inhalt:

Im kleinen Dorf munkeln die Menschen untereinander. Bittori vom verstorbenen Txato, der ein Unternehmen im Dorf hatte, ist zurückgekehrt. Ihr Mann ist vor Jahren von der ETA erschossen wurde, weil er sie nicht mehr unterstützen wollte. Die Bewohner wollen es vergessen, da die ETA nun ihre Waffen niedergelegt haben. Alle sind sich keiner Schuld bewusst, schliesslich haben die ETA für ihre Heimat gekämpft. Doch Bittori lässt es nicht auf sich sitzen. Sie möchte, das jeder merkt was sie ihr angetan haben und verfolgt dabei ein bestimmtes Ziel. Miren, die ehemaligen beste Freundin von Bittori passt es überhaupt nicht. Den ihr ältester Sohn Joxi Mari hat für die ETA gekämpft und sitzt nun im Gefängnis, während andere Feiglinge draußen sind. Miren ist felsenfest davon überzeugt, dass die ETA genau das richtige gemacht hat. Bittori soll gefälligst nicht in der Vergangenheit herum wühlen. Die Familien waren mal befreundet. Doch dann kam der Terror, der Verlust, die Trauer und die Schuldzuweisungen. Jeder geht unterschiedliche damit um. Mancher einer ignoriert es oder ist sich keiner Schuld bewusst, obwohl man direkt oder indirekt mitgemacht hat. Bittori weckt die Geister der Vergangenheit, die nicht nur ihre Familie und die Familie von Miren betrifft, sondern das ganze Dorf. Wer möchte schon an seine Fehler erinnert werden und kann man sich nach den Schrecken versöhnen?

Warum dieser Titel?

Der Autor Fernando Aramburu arbeitet mit diesem Roman den Konflikt im Baskenland (Euskadi) auf, das im nördlichen Spanien liegt. Dabei wird gezeigt wie dieser Freiheitskampf von der ETA, der  in Terrorismus geführt hat Familien, Freundschaften insgesamt die ganze Gesellschaft gespaltet hat. Es wird nicht explizit gesagt wer schuld ist, sondern der Leser wird mit den Charakteren durch die Geschichte geleitet. Mit Zeitsprüngen und verschiedenen Ansichten kommt nach und nach der Ausmaß von diesem ganzen Drama zur Geltung. Man bekommt ein Bild vom Tätern, von Opfern und man kann sich als Leser selbst eine Meinung bilden. Dabei stellt sich die Frage kann man vergeben oder zu seinen Fehlern stehen? Der Titel erscheint im Juni auch als Taschenbuch.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die ein spannendes Drama über die Versöhnung von Opfern und Tätern im Baskenland lesen wollen.

Titel: Patria

Autor/in: Fernando Aramburu

ISBN: 978-3-498-00102-5

Verlag: Rowohlt

Preis: 25,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Fassade aufrecht erhalten….

Hallo liebe Freunde des Lesens,

kommen wir zu einem Debüt wo gezeigt wird, dass auch Frauen skrupellos und mit allen Wasser gewaschen sind. Die Autorin Melissa Scrivner Love zeigt mit ihrem Thriller „Lola“, dass auch Frauen Gangsterbosse sein können und sogar Vorteile gegenüber den Männern haben. Erschienen ist das Buch beim Suhrkamp Verlag.

Inhalt:

Lola wohnt in L.A. und ist eine zierliche Lateinamerikanerin. Wenn man sie sieht, denkt man auf den ersten Blick eine Chica wie so viele andere Frauen. Was aber niemand weiß, dass diese zierliche Frau die Anführerin von der Latino-Gang The Crenshaw Six ist. Denn alle denken es ist Garcia, der die Truppe anführt.  Es war aber Lola, die die Gang weiter ausgebaut hat und die jeder Mann in der Gruppe respektiert und ihren Zorn fürchtet. Als aber bei einer Übergabe alles schief läuft, weil ihr Bruder Hector versagt, und das Geld und die Drogen weg sind befindet sich die The Crenshaw Six in einem Krieg zwischen zwei Kartellen, die um das Revier kämpfen. Man darf Lola nicht unterschätzen. Hinter dieser Frau steckt ein Mensch, der alles dafür tut, dass  seine Crew nicht untergeht. Aber Lolas Gegner sind mit allen Wasser gewaschen und kennen auch keine Skrupel gegenüber Ihrer Familie und Lucy, ein kleines Mädchen, das sie bei sich aufgenommen hat. Lola muss aus dem Geheimen agieren, denn keiner darf wissen, dass sie die Anführerin von der Gang ist. Aber irgendwann ist der Punkt gekommen an dem Lola ihr wahres Gesicht zeigen muss und dann sollten sich die Gegner als auch die eigene Familie in Acht nehmen, wenn Lola merkt, das jemand ihre Macht bedroht.

Warum dieser Titel?

Man merkt der Autorin Melissa Scrivner Love an, dass sie aus Fernsehbranche kommt. Sie schildert, als ob sie die Geschichte schon als Film gesehen hat. Die Geschichten einer Frau, die sich in der harten von Männern dominierten Latino-Gangsterwelt durchsetzten muss. Dabei wird gezeigt wieso Lola so brutal reagiert, denn sie hat es doppelt so schwer wie ein Mann. Es wird deutlich, dass auch Frauen sich in dieser brutalen Welt sich durchsetzten können und sogar die Fäden in der Hand haben. Die Männer respektiere, die Frau, weil sie zeigt, dass sie keine Kompromisse eingeht. Es ein Thriller, der die Welt der Lateinamerikaner zeigt und wie sie sich in L.A. durchschlagen müssen. Dabei schwimmen Entsetzen und Sympathien für die Charaktere nebeneinander her.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die einen spannenden filmischen Thriller über eine selbstbewusste Frau zwischen Männer in einer brutalen Gangsterwelt lesen wollen.

Titel: Lola

Autor/in: Melissa Scrivner Love

ISBN: 978-3-518-46945-3

Verlag: Suhrkamp

Preis: 14,95 €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

Ein Ire mit einem Western?…

Hallo liebe Freunde des Lesens,

hättet ihr es gedacht, dass man um einen echten realen amerikanischen Western zu lesen man nicht in den USA, sondern in Irland fündig wird. Der Autor Sebastian Barry hat mit seinen Roman „Tage ohne Ende“ einen echten stilvollen amerikanischen Western abgeliefert. Erschienen ist das Buch beim Steidl Verlag.

Inhalt:

Thomas McNulty und John Cole sind 17 Jahre und streifen schon seit mehreren Jahren gemeinsam durch die Städte, als sie eine Karriere starten in eine Saloon als Tänzerinnen.  Sie geben den Bergleuten wonach sie sich sehen. Eine Illusion von Geborgenheit und Liebe spielen sie vor. Thomas und John sind unzertrennlich und Sie beiden verbindet eine Partnerschaft, die schon in einer Liebe mündet. Schliesslich gehen sie zusammen zum Militär und erleben dort das brutale Abschlachten der Indianer, treffen Gestalten die sowohl Freunde als auch Feinde sind. Ehe man sich versieht haben Thomas und John auf einmal das Indianermädchen Winona aufgenommen, die sie wie eine Tochter behandeln. Doch dann bricht der Bürgerkrieg aus. Nordstaaten gegen die Südstaaten. Thomas und John werden wieder zu den Waffen gerufen. Dieser Krieg wird alles ändern in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist eine harte Welt in der Thomas und John um das Überleben kämpfen. Nach den ganzen Qualen und den Kriegen scheint für Thomas das Ende zu kommen. Kann er da irgendwie wieder raus?  Raus aus dieser Spirale der Gewalt und Rache? Raus aus diesen Tagen ohne Ende? Ein glückliches Leben mit seinen Freund John und Winona führen?

Warum dieser Titel?

Sebastian Barry zeigt in seinem Roman das wilde und brutale Amerika. Dabei lässt er seinen Charakter Thomas McNulty die Geschichte erzählen. Man bekommt einen Einblick davon was den Menschen angetrieben hat. Der Krieg mit den Ureinwohnern und dann der Krieg untereinander. Es wichtige Punkte der amerikanischen Geschichte mit Blick eines einfachen Soldaten, der mit der Zeit immer mehr alles in Frage stellt. Dadurch wirkt dieser Western sehr literarisch, weil einen Einblick in die Gefühlswelt der Menschen gibt und zeigt wie dieses Land tickt. Der Ire Sebastian Barry schafft es eine atmosphärischen Western, der die harte und dreckige Welt zeigt, wo man jeden Tag genießen muss, weil es der letzte sein könnte. Dieser Western vereint eine Schönheit, die brutal ist, in der die Charaktere versuchen zu überleben.

Diese Lektüre ist für alle Leser, die einen dichten atmosphärischen Western mit wichtigen geschichtlichen Ereignisse lesen wollen.

Titel: Tage ohne Ende

Autor/in. Sebastian Barry

ISBN: 978-3-95829-518-6

Verlag: Steidl

Preis: 22,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt

„Das Zögern hat noch nie gute Geschichten geschrieben…“

Hallo liebe Freunde des Lesens,

eigentlich ist es gar kein Roman und trotzdem landet der Titel in der Rubrik Roman. Es ist eigentlich eine Autobiografie über die Herkunft und die Entdeckung der deutschen Sprache. Schuld ist der Autor Sasa Stanisic, der schon mit seinen Erzählungen für Aufsehen gesorgt hat. Erschienen ist das Buch beim Luchterhand Verlag.

Inhalt:

Es ist das Jahr 1992 als die Mutter von Sasa Stanisic mit ihm aus Bosnien fliehen musste. Jugoslawien hatte sich aufgelöst. Das System ist Stück für Stück nach Titos Tod auseinandergebrochen. Auf einmal war es nicht mehr ein Miteinander, sondern ein Gegeneinander. Der Krieg bricht aus und besonders auf Moslems hatte man es abgesehen. Sie wurden verfolgt und abgeschlachtet. Sasa erinnert sich zurück und erzählt von seinen Aufenthalt in Deutschland. Dazu leidet seine Großmutter heute an Demenz. Meistens befindet sie sich in der Vergangenheit. Stanisic fährt zurück in seine Heimat nach Bosnien. Er erinnert sich zurück wie es war nach Deutschland zu kommen und wie er die Sprache für sich entdeckt hat. Dabei darf aber nicht die ARAL-Tankstelle fehlen, der  Mittelpunkt von Heidelberg, wo er mit seinen Freunde abhing. Es die Geschichte von einem Menschen, der durch Krieg nach Deutschland kam und in der Sprache eine neue Heimat gefunden hat. Doch er vergisst nie woher er kommt und wo seine Familie ist. Dabei stellt sich die Frage was ist eigentlich Herkunft? Wer bestimmt das? Er bewegt sich in der Vergangenheit der Erinnerung bis hin zur Gegenwart…..

Warum dieser Titel?

Sasa Stanisic erzählt über sein Leben und seine Familie. Dabei zeigt er beziehungsweise schildert er was für ihn Herkunft bedeutet und wie der Krieg das Wort Herkunft für ihn etwas schwieriger macht. Dabei erzählt er es sehr literarisch. Es werden sowohl lustige als dramatische Ereignissen geschildert, die ihn geprägt haben beziehungsweise seine ganze Familie. Sein Eltern mussten 1998 Deutschland verlassen während er durch das Studium bleiben durfte. Er gibt einen Einblick was die Bedingungen waren und wieso nur der Beruf Schriftsteller in Frage gekommen ist. Am Ende des Buches lässt  der Autor den Leser entscheiden wie die Geschichte weiter geht. Man schlüpft in die Rolle des Autors und kann sich eine eigene Geschichte zusammenstellen. Eine eigene Herkunft kann man sich bestimmen. In allgemeinem kann festhalten dass es schwierig ist den Inhalt des Buches wiederzugeben, denn es sind die Gedanken und Geschichten des Autors gepaart mit seinen eigenen Erfahrungen.

Diese Lektüre ist für die Leser, die eine literarische Autobiografie lesen wollen über Herkunft und Sprache.

Titel: Herkunft

Autor/in: Sasa Stanisic

ISBN: 978-3-630-87473-9

Verlag: Luchterhand

Preis: 22,- €

im öffentlichen Handel erhältlich

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

meineliteraturwelt