Das Kurze Ende (Weihnachtsgeschichte)

Hallo liebe Freunde des Lesens,

dieses Jahr habe ich es leider nicht geschafft an den Adventsonntage eine Geschichte zu präsentieren. Aber ich habe es geschafft wenigstens eine kleine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Um eine Frage vorher zu beantworten: Ich weiß auch nicht wieso meine Weihnachtsgeschichte ein wenig Düster geworden ist.

Ansonsten wünsche ich euch Allen, die das hier lesen, schöne besinnliche Feiertage.

Das kurze Ende

Von Jan Erichson

Die Straße liegt im Dunklen. Kein Licht brennt. Die Straßenlaternen sind aus und hintern den Fenstern der einzelnen Häuser wirkt die Schwärze wie eine gähnende Leere. Es ist so still. Ratlos steht er mitten auf der Straße. Es knirscht der Schnee unter seinen Stiefeln, wenn er sich umguckt. Eine einsame Katze schleicht oben auf der Straße im Schnee entlang. Sie bleibt stehen und schaut sich diese männliche Gestalt an, die eine verlorene Einsamkeit ausstrahlt. Als die Katze verschwunden ist, ist somit auch das letzte Zeichen vom Leben gegangen. Es ist kalt und die Kälte kriecht in den Mantel. Zum ersten Mal spürt er es, fängt leicht an mit den Lippen zu zittern und schüttelt seinen Körper wegen der Kälte. Die Spuren seiner Stiefeln sind verdeckt von dem neu gefallenen Schnee. Es sieht so aus, als ob er wie aus dem Nichts gekommen ist. Der Leinensack liegt achtlos neben ihm, schneebedeckt, während er sich die behandschuhten Hände reibt um Wärme zu erzeugen. Eine Illusion, denn die Kälte ist unbezwingbar. Ist es wirklich die Kälte, die ihn Zittern lässt oder ist es etwas Anderes? Er traut sich nicht sich vom Fleck zu bewegen, auf die Häuser zu, um zu schauen, ob jemand dort wohnt. Er fühlt etwas was er vorher nicht kannte. Die Schwärze wirkt wie ein lebendiges Wesen, das nur auf ihn wartet um ihn zu verschlingen. Unsicherheit und Zweifel packen ihn, ob er überhaupt hier richtig ist. Dieses Gefühl ist für ihn neu, denn eigentlich war er sich seiner Sache das Richtige zu tun immer sicher. Er fängt an sich Dinge einzubilden. Vögel fliegen am Himmel, doch er kann sie nicht hören. Nur das Krächzen einer einzelnen Krähe, die sich oben auf der Spitze einer Tanne sich befindet, dringt in sein Ohr. Der Zweifel und die Unsicherheit breiten sich in ihm weiter aus und er kann es nicht verhindern. Nicht nur die Schwärze von außen bedroht ihn, sondern auch die inneren Schwärze, die sich immer mehr ausbreitet.  Er hat das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Sein Herz schlägt noch, jedenfalls glaubt er das, denn sonst würde er hier nicht stehen. Aber die Wärme, die sonst von ihm ausgeht ist verschwunden. Die Wangen sind nicht mehr rosa, sondern blass und eingefallen und das Schneeweiß seine Haare ist zu einem matschigen Grau geworden. Er sieht es nicht, aber er spürt es, dass er sich verändert hat. Seit er diese Straße betreten hat. Die Dunkelheit hat in dazu gebracht stehen zu bleiben und seitdem hat er sich nicht von der Stelle bewegt. Er konnte es nicht. Der Zweifel und die Unsicherheit haben ihm die Kraft genommen die Beine zu heben. Die Kälte hat ihn fest umklammert. Es kommt die Sehnsucht auf nach dem Zuhause. Zweifel und Unsicherheit bilden diese Sehnsucht, die ihn ihm einen Schmerz auslösen, den er vorher noch nie kannte. Das Gefühl sein Herz verkrampft sich, breitet sich in seinem Kopf aus. Das kann doch nicht sein? Wieder dieser Zweifel und diese Unsicherheit.

Schritte sind zu vernehmen am Ende der Straße. Zuerst ganz leise. Sie werden lauter. Sie bewegen sich auf ihn zu. Die Krähe ist verstummt. Er guckt hoch zu Tanne wo sie sitzt. Ist das nur Einbildung oder blickt sie ihn direkt an? Sie öffnet ganz leicht ihren Schnabel. „Hallo“ Sein Verstand spielt ihm ein Streich, für einen kurzen Moment denkt er die Krähe hat ihn begrüßt. Doch die Stimme kommt aus der Richtung, woher auch die Schritte gekommen sind. Sein Blick wandert von der Krähe auf der Spitze der Tanne wieder auf die Straße. Eine Gestalt steht vor ihm und guckt ihn an. Er kann nicht erkennen, ob sie weiblich oder männlich ist. Die Gestalt steht aufrecht wie ein Mensch und doch ist es keiner. Aber warum erkennt er etwas Fragendes in der Gestalt. Ohne das eine Frage gestellt wurde ist hat er das Gefühl antworten zu müssen. Aber worauf eigentlich? Er weiß es nicht und trotzdem sprudeln die Worte aus seinem Mund. Es fühlt sich an wie ein Strahl Wasser, der den Mund verlässt und sich wie ein Wasserfall in der Luft ergießt. „Ich bin ein alter Mann, der sich anscheinend verirrt hat.“ Keine Antwort. Aber er ist sicher, dass das Hallo von dieser Gestalt kam. Hat er sich das nur eingebildet? Ist er gefangen in einem Alptraum? Er hört ein rascheln. Die Krähe auf der Tanne hat ihre Flügel ausgebreitet. Sie schwebt auf ihn zu. Er muss sich ducken und guckt ihr hinterher, wie sie in der Dunkelheit verschwindet. „Nein du bildest es dir nicht ein. Ob es ein Alptraum ist kann ich nicht beurteilen. Für die einen ist es ein Alptraum, aber genauso sehen es manche als einen Wunschtraum an. Dabei ist es nichts von Beidem.“ Es ergibt keinen Sinn was die Gestalt erzählt. Aber er scheint nicht mehr  in der Welt zu sein, die er kennt. Aber wieso passiert ihm das? Er hat noch so viel zu erledigen. „Nein hast du nicht. Du bist am Ende des Weges angekommen.“ „Für mich gibt es kein Ende.“ Diese Situation ist für ihn gänzlich neu. Diese Unbehaglichkeit ist unangenehm. Eine Nervosität lässt seinen Blick umherirren. Sein brauner Leinensack unter einer weißen Schicht. Er guckt hinter sich. Kann aber nicht mehr die Straße sehen, wo sein Schlitten eigentlich steht. Er schaut auf seine Armbanduhr. Doch die Uhr ist, seit er diese Straße betreten hat, stehen geblieben. Es ist still. Zu still. Bis die Stille von der Gestalt wieder gefüllt wird. „Weiß du was? Eigentlich habe ich nicht an dich geglaubt. Für mich warst du ein Fantasieprodukt. Aber jetzt wo ich dich sehe muss ich mir eingestehen, dass ich mich getäuscht habe.  Eigentlich täusche ich mich nie. Es geht gar nicht und doch ist es passiert. Es macht mich froh aber auch gleichzeitig traurig. Es ist das erste Mal, dass ich diese Empfindungen gleichzeitig spüren kann. Überhaupt etwas zu spüren ist schon ungewöhnlich für mich.“ Wovon redet er? Die Stimme stiftet Verwirrungen in seinen Kopf. Woher kommt diese Gestalt? Wieso sollte er ein Fantasieprodukt sein? Er ist real. Er war es schon immer. „Natürlich bist du Real. Doch der Nachteil an jedem Realen ist es, dass es zu einem Ende kommen muss.“ Jetzt wird ihm bewusst wo er ist und wer vor ihm steht. Seine Kehle wird trocken. Sein Gesicht wirkt eingefallen. Die Augen weiten sich. Mit aller letzten Kraft versucht er etwas zu sagen. Es gleicht einem krächzen. „Aber Sie brauchen mich.“ Ist es ein Kichern und ist es der eiskalte Wind, der auf einmal in sein Gesicht weht? „Du weißt die Antwort und du weißt auch wer ich bin. Du kannst es nicht mehr ändern. Das kann keiner. Du hast es aber geschafft, dass du nicht vergessen wirst. Du wirst auf ewig in Erinnerung bleiben und das schaffen die Wenigsten.“ Er weiß nicht ob es ein Trost ist. Wahrscheinlich wollte die Gestalt dies bezwecken, aber irgendwie ist  es kein Trost. Aber er fühlt wie sich eine Akzeptanz in ihm breit macht, das einer wohligen Wärme gleicht, die sich in ihm ausbreitet. Er nimmt seinen braunen Leinensack in die Hand und geht auf die Gestalt zu. Zusammen gehen Sie die Straße entlang, an den dunklen Häusern vorbei, die wie Attrappen aussehen. „Wie viele haben verstanden wer du bist und haben geglaubt was du Ihnen sagst?“ Dieses Mal war er sicher, dass es ein Kichern ist, das er hört. „Keiner und Jeder.“ Zusammen werden Sie von der Dunkelheit verschluckt.

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Die Frage des Lebens

Die Frage des Lebens

von Jan Erichson

Ich habe da eine Frage

Doch wie soll ich es sagen

Es steht ein Fragezeichen dahinter

Doch wie fange ich an.

Am besten mit einem W

Das ist schon guter Anfang

Als zweites ein T

Ergibt es einen Sinn?

Jetzt wird schwierig

Lass mal Überlegen

Doch ich hab es ein F wird es geben.

Nun ist die Frage fertig.

Sie ist für das ganze Leben.

Für alle Situationen, die passieren auf dieser Erde.

Kurz, knackig,  einprägsam.

Dies Frage steht für das humane Leben.

Egal ob es eine Schlecht geht oder wir Gutes erleben

Diese Frage steht auf der Stirn geschrieben

Sie ist sogar international bekannt

Jeder versteht sie in jedem Land

Ein bisschen grob aber das passt zu Ihr

Vulgär das steht eben zu Ihr

Und doch fasst sie alles gut zusammen

im TV, Film, Kunst und im realen Leben.

Sie bringt es auf den Punkt

Kurz schmerzlos ganz einfach

Ihr wollt die Frage wissen

dabei steht sie schon im Text geschrieben

Sie fängt mit einem W an

Dann schliesst sich das T an.

Das F ist der dritte Buchstabe

Das ? noch die Zugabe

und fertig ist die Frage

Passt irgendwie

zum ersten April

Wer weiß was es bedeute

das sind ganz schlaue Leute.

Doch still und leise

Nicht verraten

sonst geht der ganze Spaß baden.

 

 

 

Das Tagebuch (4. Advent)

Hallo Freunde der Geschichten,

kommen wir nun zur letzten Geschichte, die euch päsentiert wird. Diese Geschichte steht wieder  für sich allein also hat nichts mit der Geschichte vom 2. und 3. Advent zu tun. Falls jemand auf die Idee kommen sollte zu fragen.

Dieses Jahr ist der 4. Advent gleichzeitg auch der 24.12.  Nach meiner Berechung passiert sowas nur alle 11 Jahre. Also war dieses Jahr das Phänomen für alle, die meinten sie sei früh dran mit Geschenken zu besorgen, dass sie rechtzeitig waren und alle, die später Geschenken besorgten, mussten mit entsetzen feststellen, dass am Sonntag die Geschäfte geschlossen haben. Ich hoffe bei euch ist alles glatt gelaufen und ihr könnt euch jetzt entspannt in den Weihnachtsstress/Vorbereitung für den heilig Abend stürzen.

Wieder die Bitte, falls Fehler auftauchen sollten in der Geschichte, die den Lesefluss stören oder den Inhalt unlogisch erscheinen lassen bitte melden. Ich werde es schnellst möglich korregieren.

Ansonsten wünsche ich euch eine frohen 4. Advent und eine fröhliche Weihnacht. Halt das übliche.

Es grüßt euch Jan Erichson

Das Tagebuch

Von Jan Erichson

Ich gehe die Straße entlang. Es ist kalt und der Wind weht mir die Schneeflocken in das Gesicht. Der Himmel ist grau und der Boden ist weiß. Ein Kontrast, der auffällt. Doch keiner schaut nach oben. Alle starren stur geradeaus.  Mein Blick wandert von den finsteren Gesichtern, die mir entgegenkommen, in den Himmel. Auf einmal taucht zwischen den weißen Flocken etwas anderes auf. Zuerst erkenne ich es nicht. Denke meine Augen spielen mir einen Streich. Über den Köpfen der Anderen vom Wind getragen schwebt etwas Braunes. Keiner beachtet es. Niemand nimmt Notiz davon. Der Anblick wie es auf den nassen, dreckigen Boden zwischen den umher tretenden Winterstiefeln landet hat etwas trauriges Melancholisches. Warum gerade dieses Gefühl mich übermannt kann ich nicht erklären. Das Papier lag dort unbeachtet. Ich bleibe stehen, denn es fasziniert mich irgendwie. Die Anderen gucken verärgert, da ich sie aus dem Tritt bringe. Bevor der Ärger ausbricht gehe ich zur Seite und hebe das Papier auf, dass auf wundersame weiße vom Wind in meine Richtung geweht worden ist. Es sieht aus wie eine herausgerissene Seite aus einem Buch oder Notizheft. Keine beachtet mich und obwohl die Schneeflocken immer stärker wurden fange ich an zu lesen:

Hallo liebes Tagebuch. Fängt man so an? Eigentlich finde ich es albern so zu tun, als wenn dieses Buch, in dem ich reinschreibe, eine Person ist. Ich bin nicht gut im Schreiben und ich lehne es auch ab. Finde es albern. Was soll es bringen etwas aufzuschreiben was sowieso niemand liest und was ich schon längst weiß. Eigentlich tue ich es meinem Umfeld zu liebe. Ja und damit gebe ich es zu. Ich habe selbst gemerkt, dass die Arbeit einfach stressiger geworden ist. Die  ohne Grund ausbrechenden Tobzuchtanfälle und das dabei die ein oder andere Sache kaputt gegangen ist, ist auch mir aufgefallen.  Auch meine Ruhe und Geduld ist irgendwie verloren gegangen. Das Gefühl, dass jedes gesprochenes Wort an mich eine Beleidigung ist hat in mir eine Wut geweckt vor der ich selber erschrocken bin. Ich tat es als Laune ab und irgendwann habe ich nicht mehr gemerkt, wenn ich Andere beleidigt habe. Irgendwann als ich mal wieder Wut geladen von der Arbeit kam wartete Zuhause meine Frau und Mitarbeiter. Es war eine wie sie es nannten Intervention. Ich war kurz davor zu brüllen doch dann geschah in  meine Augen etwas Unerwartetes: Ein jeder trat hervor mit einem Zettel in der Hand auf denen stand weswegen wieso und weshalb sie all dies tun. Im Endeffekt hat jeder Zehn Minuten geredet, aber ich kann es in einem Satz sogar nur in Zwei Worten formulieren: Mir zuliebe. Es klingt sehr egoistisch, wenn nicht sogar sehr selbstverliebt. Aber ich hatte mich selbst verloren. Den Spaß den ich bei der Arbeit hatte ist verloren gegangen. Die Kunden wurden immer unverschämter. Der Kunde ist König? Der Kunde ist ein Arschloch. Boah tut das gut dies endlich mal niederzuschreiben. Meine Wut wurde immer größer. Dadurch habe ich die Verantwortung und die Wichtigkeit meiner Arbeit ignoriert. Statt verständnisvoll zu reagieren was ich sonst immer getan habe, habe ich Wut mit Wut bekämpft. Es ist des Öfteren eskaliert. Aber nicht nur dass ich meine Aggression an Kunden ausgelassen habe sondern ich habe es auch an meinen Mitarbeitern und meiner Frau. Auch wenn ich mir bewusst war das ich das Falschenmache habe ich es trotzdem getan, weil es mir eine Art Frieden gegeben hat. Wobei dieser Frieden sehr brüchig war und ich ihn mir nur eingeredet habe. Nach der Intervention hatte ich erst einmal so getan als ob ich mich bessern würde. Mal ganz ehrlich so eine Veränderung funktioniert vielleicht in Filmen aber nicht im realen Leben. Nach einer gewissen haben mir meine Frau und meine Mitarbeiter eine Karte in die Hand gedrückt auf den der Name eines Psychologen stand. Dr. Bla Bla. Ist eigentlich auch unwichtig wie er heißt. Es war schwierig einen Termin mit ihm zu bekommen. Ich wollte es so schnell wie möglich hinter mir haben. Einerseits damit mich alle in Ruhe lassen und andererseits…ach was weiß ich was der andere Grund war. Der Hauptgrund war, dass mich alle in Ruhe lassen sollten. Jetzt merke wie wieder in mir diese Wut und der Zorn in mich aufbegehren, weil die anderen mich gezwungen haben. Tief durchatmen und ausatmen. Der Himmel ist Blau, die Sonne ist Gelb, das Gras ist Grün. Es ist doch manchmal erstaunlich was eine Atemtechnik und ein paar Worte ausmachen. Also weiter im Text. Immer wenn ich einen Termin wollte hat der Dr. immer eine Ausrede gefunden. Nach ewigen Hin und Her hat Dr. Bla Bla – ich komm echt nicht mehr auf seinen Namen, heißt das ich werde alt? – hat er es doch geschafft mir einen Uhrzeit zu sagen, denn es wirkte als würde ihm keine Ausreden mehr einfallen.. Ja ich sage bewusst Ausrede. An mir lag es nicht. Das habe auch meine Mitarbeiter und meine Frau gemerkt. Hätten meine Frau und ich Kinder hätte auch die es gemerkt, dass der Dr. irgendwie mich nicht wollte. Vielleicht hat er meine Akte gesehen und gemeint, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Mal ganz ehrlich ich hätte wahrscheinlich nicht anders reagiert.  Eines Tages klingelte mein Handy. Die Nummer sagte mir nichts. Auf meinem Handy wird jeden Nummer angezeigt man kann nicht auf unterdrückt stellen und wenn doch wird die Nummer bei mir trotzdem angezeigt aber psssst. Das ist eines meiner Geheimnisse. Jedenfalls meinte der Dr., dass es ihm sehr Leid täte, aber er hat die Wichtigkeit dieser Situation völlig unterschätzt. Er hat noch einiges mehr gefaselt. In meinen Kopf war nur ein Rauschen zu vernehmen. Während er etwas davon redete wie leid es im tut guckte ich nur meine Frau an und formulierte mit meinem Lippen ein stummes ich liebe dich.  In diesen Augenblick wurde mir klar, dass ich es meinen Mitarbeitern, Kunden aber vor allem meiner Frau schuldig bin mich zu bessern. Beinahe hätte ich den Termin verpasst mir zu notieren. So vertieft war ich in meinen Gedanken. Unser ersten und letztes Treffen war sehr angespannt. Ich war es einfach nicht gewohnt mit jemanden über meine Probleme zu reden. Zu der Zeit dachte ich auch, dass ich keine Probleme habe sondern die anderen Probleme mit mir haben. Schließlich mache ich es ja auch Ihnen zu liebe. Der Doktor räusperte sich ständig und stellte mir unnötige Fragen wie zum Beispiel wer ich bin, was mein Job ist, wie mein Alltag aussieht. Bla Bla Bla. Natürlich habe ich gemerkt wie der Doktor manchmal stockte während ich anfing über mich zu erzählen. Ich glaube er tat nur so als ob er etwas aufschreiben würde, da bin ich mir sicher.  Wahrscheinlich glaubte er mir sowieso nicht.  Doch wir hatten  das Geld überwiesen für die Stunde. Da ist er nicht abgeneigt, wenn man seinen Porsche finanziert. Hypokratischer Eid am Arsch. Man hat mir gesagt ich soll weniger Fluchen. Besonders auf der Arbeit ist das den Kunden negativ aufgefallen. Aber manchmal muss es raus und sie konnten froh sein wenn es nur ein Schimpfwort und eine entsprechende Geste war. Oh ja ich habe sowas von die Fingergeste drauf. Bei mir staunen immer alle wenn ich das mache, weil ich es mit purer Leidenschaft mache.  Am Ende der Stunde meinte der Dr., dass es ihm leid tue, aber die Stunde neigt sich dem Ende und ob ich sage könnte was ich in dieser Zeit über mich gelernt habe. Ich war sprachlos und habe ihn auch entsprechend angeguckt. Schließlich hat er sich geräuspert und gemeint er sehen sehr viel Potenzial und sehr gute Ansätze wo man das nächste Mal fortfahren kann. Ich staunte weiter ihn Sprachlos an. Irgendwie kann ich mich auch nicht erinnern ihm die Hand gegeben und die Praxis verlassen zu haben. Auf jeden Fall weiß ich noch, dass die liebevolle, und sie war wirklich liebevoll, weswegen sie mir auch in Erinnerung geblieben ist, Sekretärin mir gesagt hatte, dass ich mal versuchen sollte Tagebuch zu führen. Also ihr hat es sehr geholfen. Ich dankte ihr und behielt sie im Kopf. Als ich Zuhause  ankam und meiner Frau erzählt habe was passiert war flog eine Hasstriade auf den Dr.. Was dem einfalle so viel Geld zu nehmen und so weiter und so weiter. Ich staunte nicht schlecht. Das letzte Mal als ich meine Frau so fluchen hörte war….gut lassen wir das. Sowas gehört hier definitiv nicht hin. Zuerst habe ich mich geweigert und die ganze Zeit das Pergament  und die Feder, die im Tintenfass steckte, angestarrt. Meine Frau hatte mich ermutigt es einmal zu versuchen. Diese Frau war und ist einfach das Beste was mir je passieren konnte. Genau in dem Moment  als ich an meine Frau und die Liebe zu ihr dachte, da löste sich eine Blockade in meinem Kopf. Auf einmal wusste ich was mein erster Eintrag sein wird. Während ich dies Schreibe merke ich wie es mir gut tut. Ich fühle mich leichter. Ich weiß ganz genau wie einmal während meiner Arbeit auf meine Hände geguckt und mir eingebildet habe, dass sie verschwinden. Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Vielleicht war ich deswegen so gereizt und habe mich zu Beleidigungen leiten lassen. Wahnsinn was einem so bewusst wird man anfängt darüber zu schreiben. Die Sekretärin hatte Recht. Man hätte sich das ganze Geld für den Dr. sparen können. Vielleicht sollte man es den Anderen sagen, dass man die Sekretärinnen fragen sollte als die Doktoren. Es ist einfach ein gutes Gefühl. So das sollte für das erste Mal reichen. Die Sache mit dem Schreiben hat wirklich Spaß gemacht. Nun muss ich aber los. Rudolph, Blitz, Donner und die anderen Renntieren scharren schon mit den Füßen. Ich habe schon meinen rot-weißen Anzug an, den ich immer bei der Arbeit trage und auch die obligatorische Mütze, die schon zu einer Art Markenzeichen wurden.  Wer hätte gedacht das der Weihnachtsmann einmal anfange würde Tagebuch zu schreiben, Genau Niemand. Ho ho ho ho.

Ich starre auf das Papier und kann nicht fassen was ich da lese. Ungläubig wandern meine Augen immer wieder über den Text. Mein Blick wandert in Richtung Himmel. Doch die Schneeflocken versperren mir die Sicht.  Aber ich bilde mir ein im Himmel einen Schatten von Renntieren und von einem Schlitten zu erkennen. Aber meine Gedanken können mir auch einen Streich spielen. Vielleicht will ich etwas sehen woran ich glauben kann. Das Stück Pergament rolle ich zusammen und packe es in meine Jackentasche. Ich ordne mich wieder in die Menge hinein und lasse mich durch die Stadt tragen. Ein Lächeln huscht über meinen Gesicht, denn eins bilde ich mir nicht ein und das ist  der Klang von verschiedenen kleiner Glöckchen, der aus dem Himmel kommt.

 

 

 

Weihnachten 2006 (3. Advent)

Hallo liebe Freunde der Geschichten,

nun folgt die „Vorgeschichte“ meiner Geschichte vom letzten Sonntag.  Das Ereigniss, dass die Weltmeisterschaft hervorgerufen hat. Dabei deuten ich es nur an und der Leser kann sich selbst denken was passiert. Ja es ist Düster und passt irgendwie nicht zu Weihnachten und natürlich kann man die Geschichte eigentlich um einiges länger gestalten. Obwohl….egal das würde in einer nicht endenden Diskussion ausarten und irgendwie ist mir meine sterbliche Zeit zu wertvoll dafür….obwohl…nein zu wertvoll.

Hier wieder die Bitte, wenn Fehler auftauchen, die den Lesefluss stören oder den Inhalt unlogisch erscheinen lassen bitte melden. Ich werde es dann korregieren oder mich rechtfertigen, wobei es wahrscheinlich beim stillschweigenden korregieren bleibt.

Ich wünsche euch einen schönen 3. Advent und nicht vergessen dieses Jahr fällt der 4. Advent auf den 24.12. Bloss nicht streßen und mal auf Zeitlupe schalten. Dabei findet man die erstaunlichsten Sachen heraus. 😉

Es grüßt euch Jan Erichson

Weihnachten 2006

Von Jan Erichson

 

Der Wecker klingelt. Heute regnet es. Als sie ihre Augen öffnet und ihr Blick mitansehen muss wie die Regentropfen gegen die Fensterscheibe schlagen kommt ein Seufzer aus ihrem Mund und sie dreht sich mit dem Gesicht zu anderen Seite. Nun kann der Rücken sich dem Blick widmet. Ihm macht es nichts aus. Auf der anderen Seite sieht sie Ihr Glück. Dieses Glück ist unrasiert und schnarcht. Doch das Schnarchen stört sie nicht mehr. Es gibt sogar Momenten wo in ihr sich die Sorge ausbreitet, wenn das Schnarchen für einen kurzen Moment verstummt. Sie hat sich so daran gewöhnt, dass es für Sie sogar einen Einschlafhilfe darstellt. Durch die rechte Wand vernimmt sie Geräusche wahr aus denen zu erraten ist, dass nebenan das Leben aufgewacht ist. Es ist noch jung aber voller Neugier. Ein leichtes Schmunzeln ist auf Ihren Lippen, weil man an den Geräuschen erkennt, dass das junge Leben versucht leise zu sein  um sie nicht zu wecken. Ihr Blick wandert zur Uhr, die über der Tür hängt. Es ist kurz nach acht.  Eigentlich hat sie noch Zeit.  Wie auf Kommando als ob er es gehört hat kommt ein Stöhnen von Ihm. Er wendet sich zu Ihr und legt seinen rechten Arm um ihren Oberkörper. Sie greift sich seinen Arm und schmiegt sich an ihn. „Heute ist der 24.12 und anstatt Schnee ist Regen.“, kommt aus ihrem Mund. Sie hat es nur so dahin gesagt, eigentlich erwartet sie keine Antwort. „Ach Schatz schließ die Augen und lass uns im Bett liegen bleiben“ murmelt er im schläfrigen Ton, bevor sein Schnarchen wieder anfängt. Ihr lag auf der Zunge, dass man die Augen schließen kann aber die Geräusche der Regentropfen unüberhörbar sind. Doch er wird nicht antworten, denn er ist wieder in seinem Land der Träume in der sie die Hauptrolle spielt. Ein Schmunzeln huscht über Ihr Gesicht, weil sie weiß, dass sein Traum sich nicht von der Realität unterscheidet. Ihre Freundinnen sagen sie hat Glück. Doch in ihren Augen hat das nichts mit Glück zu tun. Das kleine junge Leben, das nebenan mit Bausteinen spielt, sehen einigen als das Höhepunkt im Leben. Doch jedes Mal, wenn sie das Kind ansieht überkommt sie eine Traurigkeit. Es hat so viel Spaß im Leben. Doch ihr Blick sieht nicht nur die Gegenwart sondern auch die Zukunft. Dort sieht sie wie ihr  erwachsenes Kind einsam an einem Küchentisch sitzt, während von der Decke eine nackte Glühbirne hängt,  und ausdruckslos die Wand anstarrt und im Hintergrund ist das Ticken der Uhr, die über der Tür hängt, zu vernehmen. Alles ist Grau, Trostlos und strahlt einen Hoffnungslosigkeit aus.  Die Schatten, die die Glühbirne auf die Wände wirft sehen aus wie  Monster, die mit ihren Klauen nach ihrem Kind greifen. Doch bevor sie aus Panik anfängt zu schreien schließt sie kurze ihren Augen und schüttelt sich und dann ist ihr Blick wieder klar. Sie küsst ihr Glück und befreit sich aus seinem Griff in dem sie ihn liebevoll ins Ohr flüstert, dass sie ihn liebt es aber an der Zeit ist. Mit einer nicht ernstzunehmenden gespielten Ernsthaftigkeit versucht er sie im Bett zu halten. Ein Lachen verlässt ihre Lippen und mit einen letzten Kuss auf seinen Lippen, der für ihn den Erfolg darstellte um den Griff zu lösen.

Sie hatten gestern Abend  geredet als sie dem kleinen jungen Leben gemeinsam Gute Nacht gesagt haben.  Sie saßen im Wohnzimmer wie immer bei einem Glas Wein. Er hat nichts gesagt sondern nur zugehört. Sie wusste, wenn er etwas zu sagen hätte würde er es sagen. Das schätzt sie so an ihm. Er hat sie in allem unterstützt. Sein Selbstbewusstsein war stark genug den anderen Blicken standzuhalten. Es war sogar so stark, dass die Anderen beschämend weggucken, weil sie es nicht ertragen konnten ihm in die Augen zu blicken. Er wird ein guter Vater sein und versuchen sein Bestes zu geben auch wenn es sinnlos los ist. Sie musste ihn nicht überzeugen, den er teilte von vornerein ihre Meinung. Als sie geendet hat, hat er nichts gesagt. Er nahm das Glas, das mit Rotwein gefüllt ist in die Hand. Sein Blick wandert zur Wand hinter der das Zimmer, in dem das junge Leben schläft, ist. Er wusste der Moment würde kommen. Schon als sie sich das erste Mal getroffen haben war die Zukunft vorherbestimmt. Er genießt den Wein in seinen Mund. Sein Blick wandert wieder zu ihren Augen. Diese starken Augen, die nie an etwas gezweifelt haben und in die er sich verliebt hat. „In Ordnung“, war das einzige was er sagte. Es war das Richtige. Sie küsste ihn, denn damit hat er ihr eine schwere Last von den Schultern genommen. Zusammen tranken sie die Gläser aus und gingen in das Bett, wo sie sich eng an den anderen schmiegten und einschliefen.

Sie erhebt sich und lässt ihn schlafen. Sie hat das was sie ihm noch alles sagen wollte gestern Nacht in das Ohr geflüstert und seine Umarmung, die sie gewärmt hat genossen. Nun ist es soweit. Sie geht zum Schrank und holt die Klamotten heraus. Es wird kalt sein auch wenn kein Schnee liegt. Als sie den dicken Wollkragenpullover über ihren Körper gezogen hat betrachtet sie sich im Spiegel. Es kommt ihr schon wie eine Rüstung vor. Sie wird sich in ein paar Minuten mit den anderen Frauen treffen. Sie alle hatten es beschlossen dem ein Ende zu setzen. Die Anderen sind zu weit gegangen. Doch sie sehen das nicht ein. Es ist schon schlimm genug das in dieser Welt Ihr Glück und das junge Leben leben müssen, doch sie werden sich durchschlagen. Auf mehr hat sie keinen Einfluss. Auf mehr will sie keinen Einfluss haben. Die Anderen machen es viel zu kompliziert und wundern sich dann, dass sie unzufrieden sind. Sie steht jetzt an der Tür zum Zimmer von dem jungen Leben. Ganz leise öffnet sie die Tür. Es hat den Rücken zu ihr gedreht und ist vertieft in seiner Fantasiewelt mit seinen Spielfiguren. Sie lächelt als sie wieder die Tür ganz leise schließt. Sie hatten beide beschlossen es ihm nicht zu sagen. Es würde das auch nicht verstehen. Sie geht die Treppen hinunter in den Flur. Sie hebt die dicke Winterjacke vom Haken. Schnürt die Stiefel. Dann geht sie hinaus. Der kalte Wind schlägt ihr die Regentropfen ins Gesicht. Die schwarzen Stiefel hinterlassen knirschende Geräusche im Kies als sie sich zu dem Gartenschuppen bewegt. Die Tür öffnet sich mit einem lauten Quietschen. Es bleibt im Nachbargarten still. Zum Glück. Ihre Nachbarn gehören zu den Anderen. Ständige beäugen sie einen. Reden mit vorgehaltener Hand und hinter dem Rücken. Runzeln die Stirn und zeigen immer auf das Leben Anderer um von ihrem Leben abzulenken, weil wenn sie darauf gucken würden, hätten sie sich schon längst die Kugel gegeben. Mit einem Grinsen schnappt sie sich die schwarze Tasche und schließt die Tür, dieses Mal draauf achtend, dass es kein lautes Geräusch in die Nachbarschaft trägt. Die anderen Frauen werden auf sie warten. Jeder denkt sie sind zu nichts fähig. Doch sie haben einen Entschluss gefasst.  Dieses Weihnachten wird niemand mehr vergessen. Es wird die Welt prägen. Vielleicht wird es eine bessere Welt. Eine Welt in der die Menschen sich dem Leben bewusst werden und es mehr schätzen werden. Das Auto steht vor der Einfahrt. Ihre Kameraden sitzen drinnen. Alle sind gewappnet. Mit quietschenden Reifen fährt das Auto los. Sie blickt noch einmal zurück. Zu ihrer Liebe zu Ihrem Glück. Keine Träne und kein Bedauern. Der Entschluss steht fest. Der Blick wandert nach vorne. Das Ziel fest im Blick. Die Lichter des Einkaufszentrums, Dreh- und Angelpunkt der Stadt, leuchten hell und weisen den Weg.  Frohe Weihnachten flüstert sie noch ihrem Glück und ihrer Liebe zu bevor sie aus ihrem Sichtfeld verschwinden.

Weltmeisterschaft (2. Advent)

Hallo Freunde der Geschichten,

wie schnell doch eine Woche vergeht. Kaum hat man die erste Kerze ausgepustet muss man schon die zweite Kerze anzünden.  Weiter gehts mit meiner Adventsaktion und mit einer sehr langen Geschichte. (Schuldigung) Es ist ein Zukunftszenario, das in unserer heutigen Gegenwart  spielt. Nächsten Sonntag wird ein Text erscheinen, der die Vergangenheit, dieses Zukunftszenario unserer Gegenwart, verkörpert, also das Hingewiesene in diesem Text ist bzw. angedeutet wird. Kompliziert? Ja, finde ich auch. Falls Fragen sind versuche ich es zu erklären, wobei das Risiko besteht, dass ich es selber nicht verstehe.  Wie immer überlasse ich es dem Leser, ob er daraus schlau wird.

Wieder die Bitte, falls Fehler auftauchen, die den Lesefluss stören oder unlogisch erscheinen bitte melden. Ich werde versuchen es zu korregieren bzw. mich zu erklären.

Ansonsten wünsch ich euch ein frohen und hoffentlich entspannten 2. Advent.

Es grüßt euch Jan Erichson

Weltmeisterschaft

Von Jan Erichson

Reporter Rudi Nachrichtendienst: „Ich grüße alle Menschen, die heute live bei diesem Ereignis dabei sind und auch die, die vor dem Fernseher oder auch vor dem Radio sitzen und gespannt sind was dieses Jahr passiert. Es ist wie jedes Jahr kaum auszuhalten. Jeder hat seinen Favoriten. Aber aufgepasst! Nicht immer sind es die Favoriten, die gewinnen. Hier ist alles möglich. Die Ersten können die Letzten sein und die letzten könnten die Ersten sein. So etwas ist einmalig. Es gibt nichts Spannenderes im diesem Jahr. Also lockern sie noch mal ihre Muskeln, versuchen sie das Atmen nicht zu vergessen und lassen sie sich überraschen. Willkommen zu den Weltmeisterschaften im Einkauf am 24.12!“

Rudi: „Doch was ist dieses Jahr so besonders? Wer sind die Favoriten? Wie jedes Jahr werde ich diesen Event nicht alleine moderieren. Es ist unzumutbar. Deswegen habe ich mir wie schon die Jahre davor den Experten für diese Weltmeisterschaften ins Boot geholt. Sie alle sind begeistert von seiner subjektiven Neutralität und seinem unglaublichen  Fachwissen.  Nach 11 Jahren Zusammenarbeit lerne selbst ich immer noch Neues dazu. Begrüßen sie mit mir den einzige wahren, unschlagbaren und schon gottähnlichen Adolf Schweizer.“

Adolf Schweizer: „ Danke Rudi für diese imposante fast schon blasphemische Ansage. Es ist auch für mich immer wieder eine Freude jedes Jahr mit dir dieses Event zu moderieren. Nicht nur das Publikum und du, sondern auch ich lerne immer wieder etwas Neues hinzu. Aber ich freue mich über dieses positive Feedback, das ich erhalte. Sei es über Mail oder handschriftlichen Briefen: (Adolf Lacht) Ja es gibt Menschen, die mir persönlich schreiben und ich schreibe ihnen sogar zurück. Für alle die es nicht kennen dazu braucht man ein Schreibgerät und ein Blatt Papier.“

Rudi (Lacht mit): Also wirklich Adolf als ob unser Publikum nicht weiß was handschriftliche Briefe sind.“

Adolf Reaktion ist ein ausdruckloses Gesicht, das keine Regung zeigt.

Rudi: „Nun gut…erm…nun ja. Kommen wir nun zu diesem Event. Also Adolf, erkläre doch den Zuschauern, die neu zu uns gekommen sind, was es mit diesen Event auf sich hat und was den Zuschauer erwartet.“

Adolf:  „Nun wie du schon am Anfang erwähnt hast handelt es sich um die „Weltmeisterschaft im Einkauf am 24.12.“  Diese Weltmeisterschaft wurde ins Leben gerufen als vor 11 Jahren dieses schreckliche Ereignis stattgefunden hat. Der Staat und die Gesellschaft sahen sich gezwungen etwas zu unternehmen. Also hat man etwas gesucht in dem man seine Aggression los wird ohne dass es in Gewalt ausartet. Experten und Laien saßen zusammen und haben sich beratschlagt. Man hat diese Parameter im allgemeinen Sport gefunden. Obwohl man auch dort lange suchen musste. Fussball und andere Sportarten sah man als ungeeignet an. Schließlich kam man dann doch zum Ergebnis, dass ein Sportereignis alle Gemüter beruhigen wird. Schnell waren die Sponsoren gefunden und jedes Jahr kamen mehr dazu. Nun sind wir schon im 7ten Jahr und sind ein so genannter Straßenfeger im Fernsehen geworden. Wir erreichen Einschaltquoten, die man sich nicht im Traum vorgestellt hat. Laut Statistik schauen Neun von Zehn Leute uns zu und Tausende sind live hier vor Ort. Die Teilnehmer, kaum einer hätte das gedacht, sind zu richtigen Stars geworden. Selbst ich muss mich zusammenreißen meine neutrale Subjektivität zu bewahren wofür ich vom Publikum geliebt werde.“

Rudi: „Zu Recht Adolf zu Recht. Noch nie in der Geschichte Deutschlands war ein Adolf so neutral wie du es bist. Sonst waren sie immer sehr einseitig. Besonders was die rechte Seite anging“

Adolf: „Danke Rudi. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht worauf du anspielst.“

Rudi: „Ehrlich gesagt weiß ich es auch nicht. Meine Gedanken sind manchmal durcheinander wegen der Aufregung. Ich wollte dir einfach nur sagen was du in den 11 Jahren erreicht hast und wie wichtig du dem Land und auch dem Publikum in dieser neugewonnenen Sportart geworden bist. Aber genug von den Lobhymnen, die nicht nur von mir sondern auch vom Publikum kommen. Adolf du hast nun die Geschichte erklärt aber was erwartet den Zuschauer?“

Adolf: „Man kann es nicht so richtig erklären. Also es starten 12 Teams und das Ziel ist es den richtigen Einkauf zur richtigen Zeit vor allen anderen durch das Ziel zu retten. Dabei wird erst während des Spiels bekanntgegeben was das Ziel ist. Die Teilnehmer wissen es selber nicht. Gerade das macht es so spannend. Sowohl Publikum als auch Teilnehmer sind Ahnungslos. Man kann sich erst im Laufe des Spiels eine Strategie überlegen. Es gibt keine Absprachen beziehungsweise Vorausplanen.“

Rudi: „Na wenn sich das mal nicht spannend anhört. Adolf was ist nun in diesem Jahr so Besonders und wie schätzt du das diesjährige Teilnehmerfeld ein?“

Adolf: „Nun dieses Jahr habe wir eine besondere Konstellation. Der 24.12 fällt auf einen Sonntag. Für die Teilnehmer ist es ein ganz neues Gefühl. Es ist für alle das erste Mal an einem Sonntag in dieser Umgebung unterwegs zu sein. Klar liebe Zuschauer und Hörer sie sagen, dass der Sonntag doch wie jeder anderer Tag ist. Rudi du denkst das doch auch so oder?“

Rudi: „Ja Klar. Das ist doch ganz normales Denken.“

Adolf: „So Rudi wirklich? Liebes Publikum und auch du Rudi es folgt nun eine Argumentation, die sie aus den Schuhen hauen wird. Es wird die Welt verändern…“

Rudi: „Na jetzt übertreibst du es…“

Adolf: „Ruhe jetzt Rudi! Hör zu und sie liebes Publikum auch. Wenn jeder Tag wieder jeder anderer ist wieso haben sie dann unterschiedlichen Namen. Jetzt wirst du damit kommen, dass die Namen jede Woche dieselben sind. Aber man vergisst die Zeit. Solange die Zeit existiert kann kein Tag wie jeder andere sein. Klar wiederholen sich die Tage namentlich aber dadurch, dass die Zeit vergeht ist der Tag nicht mehr vergleichbar mit dem Tag der vorherigen Woche. Durch unsere selbstgeschaffene Regelmäßigkeit vergessen wir die Zeit. Deswegen meinen wir, dass jeder Tag wie jeder andere ist. Aber dies ist nun wie ich argumentiert habe  totaler, Entschuldigung für diese Ausdrucksweise, Scheißdreck.“

Rudi: „Das ist ja der Wahnsinn! Liebes Publikum, nicht nur das wir hier eine Weltmeisterschaft verfolgen beziehungsweise sehen sondern wir werden auch von Adolf  über unser Denken aufgeklärt. Wenn sie es nicht ganz verstanden haben auf unserer Webseite können sie alles was Adolf und ich gesagt haben nachlesen. Aber genug davon und Danke für diesen Exkurs Adolf aber kommen wir nun wieder zum Event. Wir haben nun geklärt was für die Teilnehmer an diesen Tag besonders ist. Aber Adolf du wärst nicht der Experte, wenn du nicht für uns noch mehr Information für uns hast oder?“

Adolf: „Genau Rudi ich bin der subjektive neutrale Experte und habe durchaus noch Informationen, die interessant sein könnten für unser  Publikum. Denn ich habe meine sicheren Quellen angezapft und  bin dabei auf etwas gestoßen. Nicht nur die Teilnehmer mussten mit den Sonntag klar kommen sondern auch die Organisatoren. Man musste sehr lange suchen bis man eine geeignete Location gefunden hat. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass am Sonntag Menschen arbeiten. Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem der Mensch nicht arbeiten sollte. Klar haben die meisten Unternehmen, auf gut deutsch gesagt, den Vogel gezeigt als die Organisatoren mit dieser Bitte ankamen.“

Rudi: „Aber ganz ehrlich wer hätte den anders reagiert. Wir hatten schon vorab eine Umfrage gestartet, weil es ja seit längerem klar war, dass dieses Ereignis auf einen Sonntag fällt. Dabei kam heraus das 90% Sport in Ordnung finden. Ganze 98 % lehnen es aber ab unnötige Arbeit zu vollführen dazugehört nach Meinung des Publikums eindeutig der Einkauf und Büroarbeit. Für die, die unbedingt Sonntag arbeiten müssen, wie zum Beispiel Restaurants und so, soll ein anderer Tag immer frei von Arbeit sein.“

Adolf: „Da kann ich dem Publikum aus neutraler subjektiven Sicht nur zustimmen. Aber wir tun ja so als ob irgendwann  der Mensch aus Dummheit auf die Idee kommt auf dieses besondere Privileg freiwillig zu verzichten.“ (Lacht herzlich)

Rudi (lacht auch): „ Das ist echt verrückt als ob der  Mensch so dumm ist. Ich meine wir sind einer der gebildetes Gesellschaften, die es gibt.“

Adolf: „So sind wir das?“

Rudi: „Etwa nicht?“

Adolf antwortet mit einem süffisanten Grinsen.

Rudi. „Na gut während Adolf uns noch eine Antwort schuldig bleibt wenden wir uns dem Event zu. Die Teilnehmer sind gerade auf das so genannte Spielfeld gegangen. Adolf wir ist dein Eindruck von den Teilnehmer jetzt wo du sie live siehst.“

Adolf: „Ja genau. Wir haben hier 12 Teams. Es sind immer Zwei in einem Team. Während die eine Person Motivator ist und von außen Unterstützung spendet,  agiert der Zweite im Spiel.  Wer jetzt denkt, dass der, der sich außerhalb befindet unwichtig ist, denkt falsch. Es kann nur das Team gewinnen, das zusammenarbeitet und das haben die letzten Jahre immer wieder gezeigt. Aber auf mich machen die Teams einen unterschiedlichen Eindruck.“

Rudi: „Was genau meinst du Adolf? Könntest du für das Publikum das näher ausführen. Besonders für die, die es nicht sehen können. Wir machen es einfach wir gehen die Teams der Reihe durch und du sagst deinen Eindruck.“

Adolf: „Das ist eine sehr gute Idee Rudi, doch wir haben nicht mehr so viel Zeit. Deswegen würde ich vorschlagen die besonderen Teams näher zu beleuchten und die Überraschungen, wenn du nichts dagegen hast.“

Rudi: „Oh Adolf natürlich hast du Recht. Ein Glück hast du auf die Uhr geschaut. Dann fangen mit den Vorjahressieger an. Auf der Startbahn Nummer 1 das Team 1 aus dem kleinen Städtchen Hameln. Olga und Ihr Mann Detlef. Also Adolf was sagt der Experte zu diesem Team.“

Adolf: „Dieses Team strotzt nur so von Professionalität. Detlef  sieht zwar nicht gerade sportlich aus. Aber man sollte trotz seinem dicken Bauch, seinen verschwitzten Unterhemd und die Hose, die halb herunterrutscht und ein unansehnliches Maurerdekolte zeigt, nicht unterschätzen. Olga weiß ganz genau wie sie Detlef zu navigieren hat und Detlef nutzt jede kleine Chance aus um sich einen Vorteil zu schaffen. Er kann sehr schnell auf Situationen reagieren, dass bei diesem Sport natürlich durchaus wichtig ist.“

Rudi: „Sag mal Adolf, jetzt wo ich dieses Team sehe, die Ohrfeigen die Olga Detlef gibt wirken in meinen Augen nicht grade professionell sondern eher brutal.“

Adolf: „Für einen Laien sieht es brutal aus dabei ist es eine gängige Art bei seinem Partner, hier in dem Fall Detlef, die Motivation zu wecken und den Fokus auf die folgende bevorstehende Aufgabe zu lenken. Es wird dabei Adrenalin frei gesetzt, das dabei hilft konzentriert und fokussiert zu bleiben. Siehst du Rudi, das gleiche macht jetzt Detlef auch bei Olga. Ach es ist schön anzusehen,  aus rein neutraler subjektiver Sicht, wie ernst dieser Sport genommen wird.“

Rudi: „Ach wirklich? Also liebes Publikum, wenn sie nächstes Mal ihren Partner schlagen sagen sie einfach, dass sie ihn motivieren wollen.“

Adolf: „Also…ähm…nein so habe ich das nicht gemeint. Ich verbürge mich mit meinen Namen Adolf, dass ich jegliche Gewalt gegenüber anderen Menschen ablehne. Also wirklich….“

Rudi (lacht): „Ach Adolf das war ein Scherz. Also wenn ein Name für Frieden steht dann Adolf Schweizer. So Olga und Detlef zählen dieses Jahr auch zu den Favoriten doch kommen wir nun zu einem ganz anderen Team. Das Team Nummer 9 unterscheidet sich komplett von alle anderen. Liebe Zuschauer sie werden es nicht glauben. Mir fehlen die Worte aber ich glaube Adolf kann am besten sachlich dieses Team erklären. Also Adolf wie erklärt du dir dieses Phänomen?“

Adolf: „Dazu muss ich jetzt etwas ausholen und in der Geschichte dieses Events zurückgehen. Vor dem schrecklichen Ereignis war der 24.12 immer ein Tag in dem die Menschen noch sehr schnell kurzfristig einen Gegenstand suchten um jemanden Anderen glücklich zu machen. In dem Fall waren es zu 99 % die Männer, die unterwegs waren. Natürlich hat es nicht mit dem schrecklichen Ereignis zu tun, dass vor 11 Jahren stattgefunden hat. Aber die Zeit haben wir nicht um jetzt ausführlicher darauf einzugehen und das Publikum weiß sowieso was passiert ist. Jedenfalls haben im ersten Jahr sich nur Teams angemeldet, in dem der männliche Part den Laufanteil übernommen hat und der weibliche Part das Navigieren und die Motivation. Nie kam es jemanden in den Sinn es anders zu sehen. Warum auch? Die Statistik spricht eindeutig für den Mann. Nur dieser war in der Lage unter diesem Druck noch etwas zu finden und all die Jahre waren es auch immer Männer, die unterwegs waren. Doch nach 11 Jahren hat das Team 9 alles auf den Kopf gestellt. Hier befindet sich das erste Mal ein Mann als Motivator und Navigator an der Seite während eine Frau den Part des Läufers übernimmt. Also ich bin persönlich sehr gespannt ob der Mann mit den Frauen und die Frau es mit den Männern aufnehmen kann. Jedenfalls, wenn das Team 9 hier auch nur ansatzweise Erfolg hat, dann wird eine neue Art von Teams hervorgerufen, die diese Weltmeisterschaft nur noch attraktiver machen wird. Aus Expertensicht würde ich es begrüßen, dass bei diesem Event mal ein frischer Wind durchweht.“

Rudi: „Sag mal Adolf woher kommt denn dieses seltsame aber interessante Team? Weiß schon etwas genaueres? Auf den Anmeldepapieren  ist nichts zu finden oder überlese ich etwa den Part andauernd?“

Adolf: „Da kannst du lange suchen. Dieses Team hat weder Namen noch einen Ort angegeben. Für sie ist das Turnier wichtig. Sie haben extra in einem Interview mit mir gesagt, dass nur die Leistung zählt und alles drum herum unwichtig ist.“

Rudi: „Das klingt in meinen Ohren genauso professionell wie die Ohrfeigen von Olga und Detlev.“

Adolf: „Rudi jeder Sportler hat eine andere Weise mit dem Druck umzugehen, der auf  ihn lastet. Guck dir Team 5 an, die sich gerade anschreien. Es wirkt Aggressiv aber nicht unkontrolliert. Es ist ein Ventil, das in solchen Momenten getätigt wird. Manchmal Fragen ich mich wo dieses Ventil vor 7 Jahre war. Das hätte vielleicht die schreckliche Sache  verhindert“

Rudi: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Man sollte neben den ganzen Negativen auch das Positive sehen. Wir hätten nicht dieses große Ereignis und du wärst nicht zu dem Experten geworden, der du heute bist und das Publikum würde nicht in den Genuss kommen dir zu lauschen beziehungsweise zu zusehen.“

Adolf: „Irgendwie hast du ja recht und ich kann mich nur glücklich schätzen in dir und auch in dem Publikum solchen Unterstützer zu haben. Danke nochmals dafür und…“

Rudi: „Oh Adolf ich unterbreche dich ungerne aber die Schweigeminute steht an. Diese Minute wird den Opfern vom schrecklichen Ereignis, dass vor 7 Jahren stattgefunden hat gewidmet. Danach wird sich wieder ganz  auf das Spiel konzentriert. Die Teams verharren schon in einer Andachtspose und auch das Publikum hier vor Ort macht sich bereit. Adolf und ich werde unsere rechte Hand auf unser Herz legen den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen. Also nicht wundern wenn gleich nach die Sirene erst einmal von uns beiden nichts kommt. Das gilt besonders für die Radiohörer. Sie hören uns, wenn die Sirene ein zweites Mal ertönt. Erschrecken sie sich nicht.“

Sirene ertönt……………………………………………………………..Sirene ertönt wieder.

Adolf: „Ach es immer wieder schön wie diese eine Minute alle vereint.“

Rudi: „Adolf bevor es los geht habe ich noch eine Frage von einem Zuschauer aus unserem Chat, der parallel zu Sendung verläuft und von unserer lieben Kollegin Susanne Steffens vorgelesen wird. Also wie lautet die Frage Susanne?“

Susanne Steffens, auch liebevoll von Adolf SS genannt, liest vor: „Ja Danke Rudi und zwar fragt ein Zuschauer im Chat wieso es eine Weltmeisterschaft ist obwohl es nur in Deutschland ist und keine andere Nation mitmacht. Müsste das dann nicht eine Deutsche Meisterschaft sein?“

Rudi: „Eine sehr gute und berechtigte Frage. Dadurch, dass wir jedes Jahr Neue Zuschauer dazugewinnen werden wir auch nicht müde, dass immer wieder zu erklären. Aber  Adolf kann es viel besser erklären. Denn durch seine Professionalität, die seine neutrale Subjektivität bewahrt, schafft er es  auch den Neulinge es so gut zu erklären, dass keine Fragen offen bleiben. Also Adolf die Bühne gehört dir.“

Adolf: „Wir haben die anderen gefragt, keiner wollte mitmachen und Sie haben uns den Vogel gezeigt.“

Rudi: „Danke Adolf, das kann nur ein Experte. Kurz, knackig, auf den Punkt. Aber kommen wir nun zum Event. Es ist alles bereit. Der Linienrichter ist noch mal die Startboxen abgegangen um zu gucken, dass auch alle hinter der weißen Linie sind. Ja er hat das Ok gegeben. Die Lichter sind noch auf Rot. Gelb. Grün. Sie sind gestartet und auf den Rängen ist die Hölle los. Detlef von Team 1 ist ganz vorne dicht gefolgt von Team 4, 5, 12, dann schon mit etwas mehr Abstand das restliche Feld. Adolf wieso haben die Teams es so eilig? Ist das nicht schon Verschwendung an Kräfte?“

Adolf: „Nein, man versucht sich am Anfang  im Zentrum gut zu positionieren. Von da aus kann man viel besser agieren beziehungsweise auch von draußen haben die Teammitglieder einen eine viel bessere Chance den Läufer in die richtige Richtung zu weisen. Guck wie Olga in das Mikrofon brüllt und versucht Detlef schon in die richtige Richtung zu navigieren. Wobei man sagen muss, dass das alles Vermutungen sind und bevor das Ziel bekannt wird muss Olga sich auf ihr Gefühl verlassen. Detlef verteidigt seine Position gegenüber den Anderen. Guck Mal Rudi, das ist ganz großer Sport. Detlev ist aggressiv aber immer fair, auch wenn sein Aussehen das nicht vermuten lässt.“

Rudi: „Ja Adolf ich sehen es und bald müsste auch das Ziel bekannt gegeben werden. Doch ich sehe Team 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10,11 und 12 aber wo ist Team 9. Eigentlich müssten alle sich ungefähr im Zentrum aufhalten, denn nur so gewinnt man. Adolf siehst du das Team 9 irgendwo?“

Adolf: „Nein, das wundert mich auch. Ich gucke noch mal zum männlichen Navigator aber er wirkt gefasst. Strahlt schon eine fast ansteckende Ruhe aus besonders im Kontrast zu Olga, die daneben steht. Sie wirkt wie ein Vulkan voller Emotionen, die man aber kaum erkenne kann, weil das Gesicht so Rot und angeschwollen ist. Doch worauf wartet er? Ist das vielleicht eine neue Taktik? Das sieht mir eher planlos aus.“

Rudi: „Die Läuferin schlendert eher. Während alle Anderen sich schon in Position begeben, geht sie ganz außen herum. Adolf sehe ich das richtig, dass sie sich schon Richtung Kasse bewegt, wenn ja warum geht das Team ein so hohes Risiko ein?“

Adolf: „Rudi das ist keine Taktik. Für mich ist das eher eine Kamikazeaktion. Das Team ist neu. Ich weiß nicht ob sie sich überhaupt Gedanken gemacht haben worauf es in diesem Spiel ankommt. Man kann noch nicht mal sagen ob sie es ernst nehmen oder einfach das alles ins Lächerliche ziehen. Guck dir Detlef und Olga an. So sehen Profis aus. Die nehmen diesen Sport ernst. Das merkt man an deren aggressiven positiven Leidenschaft.“

Rudi: „Ach Adolf du nimmst es einfach zu ernst. Man muss auch der Jugend mal eine Chance geben. Vielleicht steckt doch eine Taktik dahinter. Der männliche Navigator hat auch gerade der Läuferin einen ausgestreckten Daumen nach oben gezeigt. Anscheinend steckt doch ein Plan dahinter.“

Adolf: „Ja da sehe ich auch die Hoffnung. Doch es ist eine Art Verzerrung des Spiels. Die Aktion ist im Zentrum. Wir Kommentatoren leben vom Spiel  und nicht vom statischen Stillstand.“

Rudi: „Ja da hast du recht Adolf. Aber guck wieviel wir jetzt über das Team 9 geredet haben und das obwohl sie nicht im Zentrum sind.“

Adolf schweigt  und tut so als ob im Zentrum etwas Aufregendes passiert ist. So viel zu seiner neutralen Subjektivität.

Rudi: „Nun gut. Bald müsste das gesuchte Objekt erscheinen. Den Menschen vor den Fernseher wird es links oben angezeigt auf den Fernsehbildschirmen, dem Publikum hier, die live vor Ort sind wird das Objekt auf der Leinwand gezeigt. Die Navigatoren bekommen über einen kleinen Bildschirm, der wie eine Armbanduhr um das Handgelenk befestigt ist, das Bild geliefert. Sie müssen dann ganz schnell reagieren. Über das Headset geben sie dem Läufer Bescheid, der sich dann auf den Weg macht. Adolf was muss der Läufer beziehungsweise der Navigator beachten?“

Adolf: „Als hier ist die Kommunikation zwischen beiden Partnern wichtig. Während der Navigator für die Motivation zuständig  ist und auch, dass die richtige Information ankommt, muss der Läufer schnell eine Taktik finden wie er am schnellsten zum Ziel kommt ohne dass jemand das sofort merkt. Es ist einfach ganz großer Sport“

Rudi: „ Adolf was erwartest du als Objekt. Wir sind schon im 7ten Jahr. Kann man da schon ein Muster erkennen beziehungsweise eine Prognose wagen?“

Adolf: „Hmh also es wird wieder etwas Kreatives sein. Vielleicht wird dieses Mal der Fokus auf das Kind gelegt. Das wird dann ganz spannend, weil die Objekte sehr leicht kaputt gehen und so groß sind, dass man sie beim Transport  nicht gerade Mal einfach unter dem Arm klemmen kann.“

Rudi: „Genau. Nur ein paar Sekunden dann kommt das Objekt. Der Bildschirm ist noch schwarz…. Da ist es und es ist…..ein Gutschein? Adolf sehe ich das richtig, die haben diesen Mal einen Gutschein als Objekt gewählt.“

Adolf lacht hysterisch und kann nicht antworten. Es ist ein Mix aus heulen und lachen.

Rudi: „Adolf scheint den Verstand verloren zu haben. Also hängt es von mir alles ab. Im Zentrum herrscht Ratlosigkeit, die Navigatoren gucken ungläubig auf ihren kleinen Bildschirm.  Das Publikum ist ganz still. Ich bin selber noch ein wenig geschockt von dieser Information. Aber da! Der männliche Navigator von Team 9 hat anscheinend sich bewegt und dadurch seiner Läuferin ein Zeichen gegeben.  Sie sprintet los. Wie schnell die Dame ist, das ist der Wahnsinn, wobei man sagen muss, dass sie es nicht weit hat zur Kasse, denn sie hatte dort in der Nähe schon Position bezogen. Hier überschlagen sich die Ereignisse ich komme nicht mehr hinterher. Adolf wir brauchen dich. Die Welt braucht den alten Adolf wieder.“

Adolf: „ Da bin ich wieder. Ich entschuldige mich bei den Zuschauern. Aber der Gutschein ist so unkreativ, dass bei mir die Sicherung durchgebrannt sind.“

Rudi: „Zum Glück hast du nur gelacht Adolf es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Manche Menschen zeigen es in Gewalt und Schreckensherrschaft.“

Adolf: „Da ist es schon wieder dieser Unterton. Ich werde nicht das Gefühl los, dass du auf irgendwas anspielst Rudi.“

Rudi: „Da täuscht du dich….denke ich. Also Adolf schilderst du uns was auf dem Spielfeld passiert?“

Adolf: „Na gut ich werde dir glauben. Kommen wir zurück zum Spiel. Team 9 ist ein sehr hohes Risiko eingegangen, aber es hat sich gelohnt. Guck dir Olga an, wie sie am ausrasten ist. Sonst ist es kontrollierte Wut bei ihr aber hier haben die Emotionen die Überhand gewonnen.  Detlef versucht wenigstens noch zu retten was zu retten ist. Zwar hat er Zeit verloren, weil er für einen Moment die Orientierung  und Olga als Navigator verloren hat. Doch er eilt zur Kasse anscheinend hatte er es doch irgendwie mitbekommen. Doch keine Chance Team 9 steht als Sieger fest und wahrscheinlich kann Detlef noch den zweiten Platz retten. Oh es wird Knapp! Aber er schafft es.“

Rudi:“ Ja Team 9 wird als Sieger gefeiert. Team 1 ist zweiter. Was für ein Spiel. Das Publikum ist aus dem Häuschen. Die Underdogs haben gewonnen. Irgendein Fazit Adolf?“

Adolf: „Es war ein spannendes Spiel. Zwar hat das Team 9 auf eine sehr unkonventionelle  Art das Spiel gewonnen, aber ich Adolf Schweitzer bin subjektiv neutral und gratuliere ihnen zu diesem überraschenden aber nicht unverdienten Sieg. Es wird dieses Turnier auf einen neue Stufe erheben. Ich hoffe die Organisatoren haben das erkannt.“

Rudi: „Danke Adolf. Es war wie immer mit dir eine Ehre  und ich danke auch dem Publikum, das sie eingeschaltet haben.  Aber nur weil wir nicht mehr zu hören sind schalten sie nicht ab, denn im Anschluss kommt die Siegerehrung bis dahin wird sich auch Olga beruhigt haben. Man kann schon erkennen, dass sie eindeutig entspannter ist und fair Team 9 gratuliert. Das hat ihr Teamkollege Detlef schon nach dem Zieleinlauf getan hatte und steht noch bei Team 9.“

Adolf: „Ich danke auch dem Publikum und dir Rudi und ich hoffe nächsten Mal wird es genauso spannend.“

Rudi: „Das hoffen wir alle Adolf, das hoffen wir alle. Also schalten sie auch das nächste Mal ein wenn es heißt…“

Rudi und Adolf: „ Die Weltmeisterschaft im Einkauf am 24.12!“

Ein Heißer Tag (Start der Adventssonntage)

Guten Tag Freunde der Geschichten,

es ist wieder soweit. Für alle, die letztes Jahr hier noch nicht unterwegs waren bedeutet es  nicht schlimmes. Um euch einen schönen Advent zu wünschen stelle ich zu jeden Adventssontag eine Geschichte rein. Es sind selbstgeschriebene Geschichte/Gedichte, die das Thema Weihnachten/Weihnachtsvorzeit beinhalten. Wie man die Geschichte sehen kann überlasse ich den Leser, mir persönlich bringt es einfach Spass den Wirrwarr in meinem Kopf auf „Papier“ zu bringen.

Wenn irgendwelche Fehler da sind, die den Lesefluss stören meldete euch und ich korrigieren es so bald ich Zeit habe. Alle andere Rechtschreib- und Ausdruckfehler  zähle ich zur „küsntlerischen Freiheit“ (habe ich früher meinen Deutschlehrern auch gesagt, die hatten mich nur ratlos angeschaut) ;D

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen ,außer dass ich euch einen schönen ersten Adventsonntag wünsche.

Es grüßt euch

Jan Erichson

Ein heißer Tag

Von Jan Erichson

 

Es ist ein heißer Tag so wie die anderen letzten Tage. Die Sonne lässt die Straße brennen. Die Menschen laufen in T-Shirts und kurzen Hosen herum. Sandalen sind an ihren Füßen und manche laufen sogar Barfuß durch die Stadt. Kinder spielen in den Straßen, denn sie haben Ferien. An der Feuerwehr sind die Hydranten geöffnet. Hüpfend und jauchzend springen die Kinder durch den Wasserstrahl während die Männer der Feuerwehr dabei zusehen. Manch einer würde behaupten, dass so etwas Wasserverschwendung wäre, doch das Lachen der Kinder löscht jeden Gedanken an Verschwendung aus.

In der Stadt gibt es eine Straße, die mit Pflastersteinen verziert ist. Ein Gemüse- und Obsthändler verkauft seine frische Ware. Die Farben der Ware leuchten in Rot, Gelb, Grün und lockt die Menschen. Der Händler preist mit lauten Rufen sein Gemüse und Obst an. Auch er ist diesem charmanten Ruf erliegen. Nun geht er durch die Straße mit einer Rebe Weintraube in den Händen. Mit seiner linken Hand löst er die Trauben einzeln von der Rebe und schiebt sie sich in den Mund, wo er sie dann genüsslich sich auf der Zunge zergehen lässt. Es ist wieder ein schöner Tag, die Menschen sind draußen. Pärchen halten sich Hand in Hand. Er schlängelt sich durch die Menschen, denn heute ist sehr viel los in der Stadt. Das Geschäft auf das er zusteuert sieht verloren aus zwischen den anderen Geschäften. Die Türen rechts und links von den Gebäuden öffnen sich ständig während die Tür vom Gebäude in der Mitte gemieden wird.  Bevor er die Tür, die jeder meidet öffnet schaut er nach rechts und nach links. Die Menschen schauen trotz der Sonne ernst und  sie haben es eilig. Ständig diese Eile. Das kurze aufleuchten eines Lachens ist eine Lüge, die nicht aufrechterhalten werden kann, je weiter der Tag voran schreitet. Mit einem verachtenden Kopfschütteln und einem Lächeln auf den Lippen öffnet er die Tür.

Die Glocke an der Tür bimmelt und kündigt, dass kommen eines Kunden an. Freudig guckt der Verkäufer auf doch als er den Menschen erblickt, der hereingekommen ist wandern seine Mundwinkel wieder in die neutrale Zone. „Ach du bist es nur“ kommt es aus dem Mund des Verkäufers. „Ich wünsche dir auch einen wunderschönen Tag“ kommt es mit einer gespielten Höflichkeit vom Mann, der eingetreten ist zurück. „Mhm“ ist die Erwiderung vom Verkäufer. Die Regale vom Laden sind leer und verstaubt. Spinnweben hängen von der Decke. Der Verkäufer hat es nicht leicht gehabt in seinem Leben. Zuerst hat er Filme verkauft, dann kam das Internet. Dann hat er Bücher verkauft doch die Kunden blieben aus. Mit Klamotten ist es auch nicht gut gelaufen, denn rechts neben seinem Geschäft hat ein Klamottenladen geöffnet, der besser war. Als er später Musikinstrumente verkaufte machte links von seinem Geschäft ein Musikinstrumentenladen auf, der auch besser war. Mit Lebensmitteln hat er erst gar nicht angefangen, weil er viel zu sehr das Obst und Gemüse mag vom Händler, der es auf der Straße verkauft. Der einzige Trost für den Verkäufer ist, dass das Haus in dem sein Laden sich befindet ihm gehört. „Hast du heute nicht etwas Besseres zu tun als bei mir vorbei zuschauen.“ Insgeheim ist der Verkäufer aber froh, dass sein Freund doch wie jeden Tag vorbeigekommen ist. „Nö. Du weißt doch eine Steppvisite in deinem „Laden“ gehört zu meinem Alltag.“ Dabei betont der Freund das Wort Laden als ob das hier eigentlich gar kein Laden ist.  Der Verkäufer ist sich manchmal selber nicht mehr so sicher ob man das hier als ein Laden bezeichnen kann. Schließlich ist er aber zu dem Urteil gekommen, dass er solange er sich als Verkäufer sieht, das auch hier ein Laden ist.  „Irgendwas spannendes passiert?“ fragt sein Freund ihn. Der Verkäufer überlegt während sein Freund ihm eine Weintraube anbietet, die er dankend annimmt. Der Tag war bis jetzt wie jeder andere. Er ist aufgestanden, hat gefrühstückt und den Laden geöffnet. Nichts Auffälliges.  Der Freund vom Verkäufer geht im Laden umher und guckt sich die Regale an als ob Ware dort präsentiert wird.  Diese Trauben sind einfach köstlich. Da sind beide sich einig. Sie haben sonst in vielen Themen unterschiedliche Meinungen. Nach ihren ganzen vergangenen Diskussionen sind beide zu einem Fazit gekommen. Man kann über alles streiten bis auf Drei Themen: Kunst, Glaube und die Natur.  „Hey willst du mal was sehen?“ Der Freund kommt neugierig zur Verkaufstheke. Der Verkäufer greift unter die Theke und holt eine braune Box hervor. Er öffnet die Box und legt den Deckel daneben.  Dann greift er in die Box. Sein Freund hört auf zu kauen und wartet gespannt was sein Freund der Verkäufer aus dieser Box holt. Es ist ein Weihnachtsmann in einem Bananenrock, nackten durchtrainierten Oberkörper braungebrannt und einer schwarzen Sonnenbrillen im Gesicht. Warum der Freund weiß, dass diese Gestalt ein Weihnachtsmann ist, sind die typische Merkmale, die da wären: Rot-Weißen Mütze, schwarze Stiefel und den weißen Bart, die die Figur trägt. Der Freund guckt von der Figur in das Gesicht des Verkäufers. Figur, Verkäufer. Halbnackter Weihnachtsmann, breites Grinsen des Verkäufers. Der Freund sucht nach Worte doch das einzige, das aus seinem Mund kommt ist die Frage: „Was zum Teufel ist das denn?!“ Der Verkäufer genießt, dass er seinem Freund einen kulturellen Schock verpasst. „Diese Schätzchen“, der Verkäufer spricht wie in alten Zeiten „hat neben diesem bombastischen Aussehen noch eine zusätzliche Funktion.“ Bevor der Freund darauf etwas erwidern kann betätigt der Verkäufer einen kleinen schwarzen Schalter, der am Rücken befestigt ist. Der Weihnachtsmann macht daraufhin mit seiner Hüfte kreisende Bewegungen und singt dabei Driving Home for Christmas. Während der Freund entsetzt auf die Figur starrt nickt der Verkäufer zum Takt der Musik mit dem Kopf mit. „Du hast echt nicht mehr alle Tassen im Schrank.“ Das ist das einzige was der Freund zum Verkäufer sagt als der Weihnachtsmann, wenn man ihn als solchen bezeichnen kann, aufgehört hat zu singen.  Der Verkäufer antwortet nur mit einem Lachen. Das Lachen ist so ansteckend, das auch der Freund nach der ersten Verwirrung anfängt zu Lachen.

Die Menschen draußen halten inne in ihrer Bewegung. Woher kommt dieses Lachen? Es strahlt Freude aus. Für einen Moment bleibt die Welt stehen und lauscht dem Lachen zweier Männer, die einfach das Leben genießen. Keiner bekommt mit das diese Zwei Menschen in einem leeren nicht beachtenden Laden stehen. Als das Lachen aufhört beschließt die Welt sich weiter zu drehen. Nun etwas schneller, denn sie muss die Zeit aufholen.

„Ok ist schon gut du hast mich überzeugt. Dieses Spielzeug hat schon seinen Reiz“ Der Freund ist vor Lachen ganz rot im Gesicht geworden. „Ich wusste es würde dir gefallen. Deswegen habe ich auch einen für dich geholt.“ Mit diesen Worten holt der Verkäufer eine Zweite Box hervor. Der Freund weiß nicht ob er wieder Lachen oder in Tränen ausbrechen soll. In solchen Momenten merkt er was sein Freund der Verkäufer vermisst. Einen Laden mit Ware. Doch wie soll er ihm helfen. Schließlich hat er nicht die Mittel finanzielle Unterstützung zu geben beziehungsweise weiß er auch, dass sein Freund der Verkäufer es ablehnen würde. Es kamen schon mal Menschen hier her, die ihm eine beträchtliche Summe geboten haben für das Haus. Doch der Verkäufer hat sie alle wieder Heim geschickt. Seine Ideen sind alle gescheitert, doch er wird nicht das verkaufen was der Grundstein für seine Ideen ist sagte er dann danach jedes Mal. „Und was hast du heute noch so vor?“ Der Verkäufer guckt Richtung Fenster und lässt sich Zeit mit der Antwort. Er denkt darüber nach was er eigentlich so vor hat an diesen heißen Tag. „Kommst du heute noch vorbei auf ein Bier?“ „Ach weiß du eigentlich habe ich noch viel im Laden zu tun.“ Der Freund guckt sich im Laden um. Zupft sich wieder eine Traube von der Rebe und hält sie zwischen seinen Daumen und Zeigefinger fest. Es  kommt ein langgezogenes „Aha“ und dann landet die Traube in seinen Mund. „Ist ja schon gut. Selbe Uhrzeit?“ „Selbe Uhrzeit.“ Der Freund nimmt die Schachtel, in dem  die Weihnachtsmannfigur ist, an sich. Er wird sie in seiner Wohnung aufstellen. Das hat sein Freund der Verkäufer verdient. Der Freund des Verkäufers geht zur Tür. Der Verkäufer bleibt an der Theke stehen, da wo er jeden Tag steht und sieht wie die Momente an ihn vorbeiziehen. Manchmal hebt er die Hand und winkt diesen Momenten zu und manchmal beachtet er sie nicht. Sein Freund bleibt an der Tür noch einmal stehen. „Ach übrigens ich wünsche dir eine Frohe Weihnacht. Auf einen neuen heißen heilig Abend“ Mit diesen Worten geht der Freund wieder hinaus in die Hitze, die seit Jahrzehnten herrscht. Der Verkäufer schaut seinen Freund hinterher. Sein Blick wandert zur Sonne und dann zu der Weihnachtsmannfigur „Frohe Weihnachten“ flüstert er, doch sein Freund hört ihn nicht mehr.

Ein sicherer Hafen

Es ist schon ertsaunlich was man alles findet, wenn man mal gründlich aufräumt. Blätter mit lauter Notizen und auf einem dieser Blätter ist sogar etwas Vollständiges. Es ist aus der Zeit bevor ich mein fehlendes Puzzelteil gefunden bzw. es mich gefunden hat. Zufall? Laut diesen Zeilen wohl eher nicht….

Ein sicherer Hafen

von Jan Erichson

Ein Sturm der draußen tobt

Bäume schwanken

Menschen wanken

Ein Sturm der draußen tobt

 

Eile herbei

Weile bei mir

Du suchst Schutz

Schutz wirst du finden

 

Habe keine Angst

Habe keine Furcht

Nimm meine Hand

Halt sie so fest wie du kannst

 

Doch ich kann dir nichts geben

Du wirst bei mir nichts finden

Bleibe trotzdem hier

Bleibe bei mir

 

Mein Herz ist müde

Es sucht ein Zuhause

Viele Male abgewiesen

Immer wieder in den Sturm getrieben

 

Bald keine Lust mehr

Der Mut verlässt mich

Die Wut ist verlässlich

Mein Kopf ist leer

 

Ich will nicht auf das Meer

Einsam im Boot

Allein am Ruderblatt

Ich bin kein Steuermann

 

Das Meer ist wild

Die Wellen sind hoch

Kein Hafen in Sicht

Kein Leuchturmlicht

 

Doch ich werde warten

Geduld ist meine Tugend

Oder war es in meiner Jugend?

Alles Kreuz und Quer

 

Ich verhaare in der Kälte

Die Hand ist ausgestreckt

In der Hoffnung einer nimmt Sie

In der Hoffnung Du findest Sie

 

 

 

3.Oktober Tag der Deutschen Verschlossenheit

 

Tag der Deutschen Verschlossenheit

Von Jan Erichson

In den Straßen herrscht Trubel

Die Menschen strahlen vor Glück

Eine Parade ist auf den Straßen

Alles im militärischen Gleichschritt

Deutschland ist ein schönes Land

 

Offenheit wird präsentiert

Toleranz wird proklamiert

Menschen genießen die Demokratie

Jagd auf fremde Menschen existiert

Deutschland ist einfach wunderbar

 

Hass und Neid ist immer da

Fremde Menschen beleidigen

Salonfähig und  Stilvoll

Die Kinder wird es beigebracht

Deutschland du lernst auch nie

 

Häuser brennen lichterloh

Armut wird ignoriert

Gesellschaft ist gespaltet wie nie

Die Vergangenheit droht der Gegenwart

Deutschland feiert die Einheit

 

Eine Einheit ist etwas Ganzes

Eine Einheit ist etwas vollständiges

Eine Einheit ist fern von Unstimmigkeiten

Deutschland weiß du wofür der 3. Oktober steht?

Anscheinend nicht, feiert schön

Das Weihnachtsstück

Hallo liebe Freunde des Lesens,

euch allen wünsche ich einen schönen 4. Advent. Lasst euch nicht stressen und schaltet alle mal auf Zeitlupe. Ihr werdet erstaunt sein was ihr dann alles entdeckt.

Nun weiter mit meiner Aktion. Es ist der 4. Advent und somit präsentiere ich die 4. Geschichte. Falls einer die anderen Geschichten nicht kennt ihr könnt sie alle nachlesen in diesem Blog. Falls Fehler auftauchen, die den Lesefluß stören bitte melden, das kann ich nicht oft genug sagen. Ich werde es dann schnellstmöglich korrigieren.

Ich werden versuchen nächste Woche noch einen Buchtipp reinzustellen. Aber falls es nicht klappt wünsche ich euch allen eine schöne Weihnacht und besinnliche Feiertage wie man so schön sagt.

Viel Spaß bei der Geschichte

Jan Erichson

Das Weihnachtsstück

Von Jan Erichson

Ein Theater im Stadtzentrum. Menschen in schwarzen und grauen Mänteln und Jacken strömen aus der eisigen Kälte in die wohltuende Wärme. Bevor man die steinerne Stufen, die mit einem roten Teppich bekleidet sind, empor steigt, geht ein jeder zur der Garderobe um seine schwere mit sich gebrachte Last los zu werden, die man wegen dem Winter auf seinen Schultern mit sich trägt. Die Mäntel und Jacken werden auf Bügeln gehängt und bilden wie stramme Soldaten, ein Meer aus schwarzen und grauen inhaltslosen Objekten. Dann folgt man dem roten Teppich, der einen in den Saal führt, wo das Spektakel, die Unterhaltung, das Schauspiel stattfinden wird. Wie ein wohl geordnetes Heer, strömen sie in den Saal und suchen ihren Platz. Ein gedämpftes Murmeln und Tuscheln schwebt über den Köpfen und hüllt den Saal in eine Blase. Hände werden zum Gruß gehoben andere Hände zum Gruß geschüttelt bevor man seinen Platz gefunden hat und sich hinsetzt gespannt auf die Darbietung wartet. Ein großer samtseidender roter Vorhang versperrt die Sicht auf die Bühne. Das Licht der Lampen strahlt so hell wie die Sonne an warmen Julitagen. Es sitzen alle. Nein, einer rennt noch panisch von Hinten nach vorne, suchend nach seinem Sitzplatz. Die Blicke der Anderen folgen ihm erzürnt, ungeduldig, mitleidig, desinteressiert, bis auch er Platz genommen hat. Die Lichter werden gedämmt und mit dem Licht dämmt sich auch das Getuschel und Gerede. Als wäre die Menschen durch einen Regler wie das Licht kontrollierbar. Die Türen werden geschlossen. Das Schweigen breitet sich aus und kann nicht mehr aus dem Raum entweichen. Vereinzelt wird gehustet und sich geräuspert, aber ganz leise, denn man will nicht, dass das Schweigen einen rügt. Ein Rascheln erfüllt den Saal während der rote Vorhang hoch gezogen wird.

Ladies und Gentlemen lassen sie die Bühne von den Schauspielern einnehmen. Lassen sie sich in eine Welt entführen fernab der Realität. Es soll sie zum Nachdenken anregen. Sie sollen entspannen und glücklich sein. Denn nur die Intelligenten verstehen diese Art von Kunst und sie gehören eindeutig dazu. Sie haben genug Geld diese Intelligenz aus einer anderen Dimension auf der Bühne war zunehmen. Sie gehören zu den Glücklichen. Also Pssst und jetzt viel Spaß bei der Unterhaltung.

Das Bühnenbild: Eine Leinwand auf der mit der Hand ein Fenster gemalt ist mit einer angedeuteten weißen Landschaft im Hintergrund. (Das Publikum sieht, dass anscheinend dieses Stück in einer kalten Jahreszeit spielt. Wegen dem Weiß, vermuten die meisten, dass es der Winter sein muss.) Ein Tannenbaum steht auf der Bühne, der mit Kerzen, Kugeln und anderem Schmuck verziert ist. (Das Publikum kombiniert scharf, dass der Schmuck auf dem Baum eine Festlichkeit darstellen soll, den sonst sind Bäume nie geschmückt. Jedenfalls die, die im Wald herumstehen.) Auf einmal geht durch die Menge im Saal ein erstauntes Raunen, dass das Schweigen für einen kurzen Moment in die dunklen Ecken des Saales verweist.  Die Blicke haben auf der Leinwand über dem Fenster den großen fetten Schriftzug entdeckt, der alles überragt. WEIHNACHTEN.  Das Wort erhellt den Horizont des Publikums, das ansonsten noch sehr lange im Trüben gefischt hätte. Das Bühnenbild ergibt ein Gesamtbild. (Das Publikum weiß nun, dass diese Festlichkeit, die auf der Bühne präsentiert wird, Weihnachten heißt. Mit diesem Hintergrundwissen kann sich das Publikum nun auf das Schauspiel konzentrieren.)  Damit das Publikum dieses Feeling wirklich aufnimmt und in das Gefühl hinab taucht wird von einem alten Grammophon eine alte Platte aus Vinyl abgespielt mit einem Weihnachtsjingel.

Auftritt der 1. Person auf der Bühne. (Verhaltender Applaus vom Publikum. Das signalisiert, dass diese Person beim Publikum keinen hohen Bekanntheitsgrad genießt.)  Der Bühnenboden gibt knarrende Geräusche von sich, während die Person auf der Bühne auf und ab geht. (Chronisch gehen die Köpfe des Publikums mit der Person mit. Nach rechts, nach links und wieder nach rechts.)

„Ach ist das ein schöner Weihnachtsbaum für unsere Weihnacht und so schön geschmückt.“

Mit diesem einem Satz  ist dem Publikum etliches klar geworden beziehungsweise ihr Blick geht jetzt über den eigenen Tellerrand hinaus oder um es noch künstlerischer auszudrücken: Es hat sich eine Sphäre der Freiheit eröffnet, die den Horizont des Denkens erweitert hat. Denn jetzt weiß das Publikum, dass diese Festlichkeit, die auf der Bühne präsentiert wird tatsächlich Weihnachten ist. Es wird getuschelt: „Habe ich dir doch gesagt.“ Manch einer murmelt in sich hinein. „Wusste ich es doch.“ Die Person auf der Bühne verschwindet kurz darauf hinter einer Wand und kommt dann mit einem rechteckigen Objekt, dass sie in ihren Händen hält, wieder hervor. Dieses Objekt ist in buntes Papier eingewickelt und mit einer roten Schleife dekoriert. Die Person auf der Bühne sagt nun folgende Satz während sie das Objekt unter dem Baum packt: „Jetzt wenn ich dieses Geschenk unter dem Baum lege kann das Fest beginnen.“ Auch dieser Satz ist ein Clou in diesem Stück. Nun werden dem Publikum mehrere Fragen gleichzeitig beantwortet:

  1. Diese Objekt nennt man Geschenk
  2. Es wird unter dem geschmückten Baum gestellt.
  3. Anscheinend ist so etwas üblich an dieser Festlichkeit, die man Weihnacht nennt.

Ein Hoch auf die Theaterkunst und ein Hoch auf das Publikum, das intelligent genug ist um so etwas zu verstehen und sich auch darauf einlässt.

Auftritt der 2. Person:  Sie kommt von der rechten Seite und tut so als wenn sie durch eine Tür geht, welche aber nicht auf der Bühne vorhanden ist. Tolles Schauspiel. Man sieht einen Profi bei seiner Arbeit. (Das Publikum tobt. Frenetischer Applaus von Pfiffen begleitet endet in ein freudiges Johlen und Jauchzen. Anscheinend genießt diese Person einen sehr hohen Bekanntheitsgrad um ein vielfaches höher als die 1. Person. Das muss ein schönes Gefühl sein.) Die 2. Person stemmt die Arme in die Hüfte und ruft empörend in den Saal: „Wir brauchen mehr Lametta.“ (Das Publikum lacht. Dieser alte Gag funktioniert immer wieder. Ein Evergreen.) Auf der Bühne findet nun eine Diskussion statt zwischen der 1. und der 2. Person. In dieser Phase kann sich das Publikum innerlich nun folgende Fragen stellen über die nach dem Stück weiter eine intelligente Diskussion stattfinden kann:

  1. Ist der Baum nicht schon schön genug?
  2. Sieht der Baum mit mehr Lametta vielleicht wirklich schöner aus?
  3. Wie geht der Streit aus?
  4. Wird es eskalieren?
  5. Was ist eigentlich Lametta?

Fragen über Fragen. Vielleicht wird man auf manche Fragen antworten bekommen, vielleicht bleiben manche Fragen unbeantwortet und schweben ständig in den Köpfen der Menschen herum. Aber genau das soll ja ein Theater ausmachen und es steckt auch der Reiz da drin. Auf der Bühne werden sich Argumente an den Kopf geworfen und jedes Argument findet im Publikum seine Fürsprecher und seine Gegenstimmen. (Ein Lob an Denjenigen, der die Dialoge verfasst hat.) Die Spannung steigt. Aber bevor es auf der Bühne zur Eskalation kommt betritt aus dem Nichts ein Kind die Bühne. Die beiden Streithähne (1. und 2. Person) halten inne und sind ganz still geworden.  Ihre Blicke wandern zum Kind hinüber. Das Kind steht in einer heroischen Haltung  da und ruft mit voller Inbrunst: „Liebe Mama, lieber Papa! Bitte streitet euch nicht. Weihnachten ist ein Fest der Liebe. Lass uns alle lieb haben statt Zorn und Hass in unseren Herzen zulassen.“ Vom Publikum kommt ein herzzerreißendes: „OOOOHH!“. Die 1. und die 2. Person starren sich an. Dann gehen sie aufeinander zu und umarmen sich. Während der Umarmung winken sie zum Kind hinüber, dass es sich doch dazu gesellen soll. Jetzt umarmen sie sich zu Dritt. Man hört vereinzeltes Schluchzen im Publikum. Es ist eine Szene die Selbst ein Herz aus Eis zum Schmelzen bringt. Der Vorhang schließt sich. Das Publikum applaudiert lautstark. Der Vorhang hebt sich wieder. Die Zwei Personen und das Kind verbeugen sich. Es werden Blumen auf die Bühne geworfen. Dann schließt sich der Vorhang und diese Mal bleibt er auch unten. Das Publikum verlässt aufgeregt den Saal.  Wie eine Herde Kühe gehen sie die Treppen hinunter und unterhalten sich angeregt über das Stück. Dieses Stück hatte einfach alles zu bieten. Humor, Drama, Happy End. Einfach alles. Das Meer der grauen und schwarzen Soldaten in der Garderobe lichtet sich, bis keiner mehr übrig ist.

Während das Publikum nach Hause geht, fragen sich die Menschen woher diese Künstler ihre Ideen herbekommen. Ist es denn wirklich möglich so ein Fest der Liebe und Weihnacht zu feiern oder ist das alles nur ein Fantasiegebilde aus der Feder eines Autors entstanden? Mit diesem Gedanken im Kopf, der jetzt auf ewig dort spucken wird gehen sie nach Hause.  Die Schritte hinterlassen Spuren im Schnee. Durch die dunkle Nacht begleitet das Sirenengeheul die Menschen. Sie verschließen sich in ihre Luftschutzbunker und warten auf den Regen aus explodierenden Geschoßen die vom Himmel kommen werden.

Das Räuchermännchen

Hallo liebe Freunde des Lesens,

ersteinmal wünschen ich euch allen einen schönen 3. Advent. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben sollten ich habe eine kleine Aktion gestarte, dass ich zu jedem Adventsonnatg eine Weihnachtsgeschichte von mir selber geschrieben präsentiere. Nun ist es wieder soweit.

Habt Ihr euch schon mal gefragt wozu die Pfeife bei einem Räuchermänchen da ist und was in der Nacht passiert wenn alle Menschen schlafen gehen? Nein? Dann viel Spaß bei der Geschichte.

Falls Fehler auftauchen sollten die den Lesefluß stören dann bitte euch wieder mich darauf hinzuweißen. Ich werde es dann korrigieren.

Jan Erichson

Das Räuchermännchen

Von Jan Erichson

Auf einem Tisch steht ein Räuchermännchen. Eine Pfeife im Mund, ein Vollbart aus Watte verziert sein Gesicht.  Mit großen, weit aufgerissenen Augen starrt es in den Raum, die Arme im Neunziggradwinkel vom fülligen Holzbauch abstehend.  Seine Hose ist grün bemalt, seine Schuhe schwarz, so steht er auf dem Holzsockel. Goldene Knöpfe sind auf  seiner blauen Jacken, die auf seinem Oberkörper gemalt ist. Aus seinem Mund kommt Rauch, in seinem Körper glüht ein Weihrauchzäpfchen, welches einen weihnachtlichen Duft erzeugt.  So steht er da den ganzen Tag über. Beobachtet wie kleinen Menschen miteinander spielen, wie große Menschen sich miteinander unterhalten. So vergeht der  Tag. Die Sonne tauscht mit dem Mond die Plätze. Die Zeiger der Uhr gehen der Zwölf entgegen. Zuerst gehen die kleinen Menschen, müde vom Spielen, aus dem Raum. Die großen Menschen bleiben noch etwas länger, trinken rote Flüssigkeit aus einer durchsichtigen Schale, die auf einer Stange, die auch durchsichtig ist,  befestigt ist.  Auch die großen Menschen verlassen den Raum nach einer Weile. Die Sonne ist schon längst auf der anderen Seite des Erdballs. Die Zeiger der Uhr  stehen kurz vor beginn ihrer erneuten  Reise um die Scheibe. Ein Teufelskreis.  Der letzte große Mensch pustet die Kerzen am grünen Baum aus  und schaltet das Licht aus. Der Raum liegt im Dunklen. Man hört, dass Personen Treppen hochgehen, denn knarrende Geräusche sind zu vernehmen. Türen  öffnen sich und schließen sich. Vereinzelt sind Gute Nacht Rufe zu hören. Dann ist es Still im Raum. Alle sind schlafen gegangen, keiner wird mehr den Raum betreten.

„Hust…pfff…..ätze“, schallt es auf einmal durch den Raum.  Das Räuchermännchen erwacht zum Leben. Zuerst bewegen sich die Augen, dann die hölzernen Arme. Plötzlich beugt es sich nach vorn und übergibt sich.  Auf den Tisch breitet sich schwarze Asche aus. „Bäh…Pfui….“, mit den Händen geht es in seine Mundöffnung um die letzte Reste der Asche zu entfernen, denn nichts ist schrecklicher als die ganzen Zeit einen Geschmack von Asche auf der Zunge zu spüren.  Die Pfeife fällt dabei herunter und bleibt am Ende des Tisches bei der Weihnachtspyramide liegen. „Na toll“, grummelt das Männchen. Es guckt hinunter auf seine hölzernen Beine. Man glaubt es nicht, wie schnell man vergisst die Beine zubewegen, wenn man den ganzen Tag steht ohne auch nur eine winzige Bewegung zu machen. Ächzend und mit einer gewissen Langsamkeit hebt er sein rechtes Bein hoch. Leichtes splittern des Holzes ist zu hören.  Langsam noch leicht schwankend, wegen der Unsicherheit, steigt er vom Holzsockel. Er bleibt erstmal stehen  und macht Kniebeugen, wobei er seine Arme wieder in dieser für ihn unangenehmem Neunziggradwinkelhaltung strecken muss, um sich aufzuwärmen.  Nach ein paar Übungen fühlt er sich bereit die Strecke in angriff zu nehmen. Mit seinen kleinen Holzbeinen macht er kleine Schritte und nähert sich der Weihnachtspyramide. „Hey Männchen! Wohin des Weges?“, ruft jemand aus einer gewissen Entfernung. Das Männchen guckt in die Richtung aus der der Ruf kommt. Der Grüne Baum steht dort, an seinen Ästen hängen Figuren. Jede Figur hat seinen eigenen Ast.  Ein Zinnsoldat ist es, der gerufen hat. Ansonsten hängt ein Schaukelpferd, ein paar Kugeln und ein paar Engel an den Ästen, dazu gesellen sich noch anderen Figuren, die das Räuchermännchen nicht identifizieren kann.  „Ja Genau Männchen! Wohin des Weges?“ äfft das Pferd den Zinnsoldaten nach.  „Ich habe mein Pfeife verloren, nun liegt sie…..hust“, ein bisschen Asche kommt aus seinem Mund. Das Räuchermännchen muss sich räuspern und fährt dann fort, „… dort hinten bei der Weihnachtspyramide.“  „Welche Raucher verliert seine Pfeife?!“  „Ja Genau welcher Raucher verliert seine Pfeife? Du Pfeife!“ Der Zinnsoldat guckt das Pferd argwöhnisch an. „Entschuldigung.“, murmelt es leise. Nach dieser kurzen Verwirrung spricht der Zinnsoldat weiter, „Nun vielleicht soll das bedeuten, dass du aufhören sollst zu Rauchen.“ „Ja Genau…“ „Nein du hältst jetzt erstmal dein Maul Pferd. Du solltest wissen, dass du meine Geduld genug  strapaziert hast.  Wenn du dich weiter einmischt, dann bekommst du Ärger. Das garantier ich dir.“ Das Pferd gar nicht dumm, ist sich der Tatsache bewusst, dass der Zinnsoldat  zwei Zweiglängen entfernt ist und  seine Drohung nur heiße Luft ist. So antwortet das Pferd frech mit neuem Selbstbewusstsein: „Was willst du machen? Mich hängen? Da muss ich dich enttäuschen, denn hängen tue ich schon.“ Der Zinnsoldat wird rot vor Zorn. Doch im Gegensatz zum Räuchermännchen ist  sein  Körper an der Schnur befestigt  und so schafft er es nur, dass der Ast sich ein klein bisschen bewegt, aber noch nicht mal bedrohlich. Dies entzürnt den Zinnsoldaten umso mehr und bald ärgert er sich nicht mehr über das Pferd, sondern über den Zweig. Das Pferd kommentiert diese ganz Situation mit einem Wiehern, dass  anscheinend ein  Lachen darstellen soll. Das Räuchermädchen beachtet die Beiden nicht mehr und schaut in Richtung Weihnachtspyramide. Doch seine Pfeife kann er nicht sehen. Er versucht das Gefühl der Enttäuschung  in sich zu ignorieren.  „Räuchermännchen? Wieso so traurig?“, ertönen Kinderstimmen im Chor. Das Räuchermännchen guckt nach Rechts. Auf einer Kommode, welche nicht weit entfernt vom Tisch ist, ist ein Engelschor aufgestellt. Die zarten Gesichter gucken ihn  an, als ob sie seine Seele sehen  können.  Eigentlich will das Räuchermännchen weiter gehen, doch kann es sich von diese Blicken nicht lösen, also erzählt es: „Nun ich musste mal wieder die ganze Asche aushusten, irgendwie war es dieses mal Schlimmer als zuvor. Ich glaube die Menschen hatten vergessen mich vorher zu reinigen.  Jedenfalls beim Husten ist mir meine Pfeife aus dem Mund gefallen über den ganzen Tisch hin zur Weihnachtspyramide gerollt. Doch  ich kann sie nicht mehr sehen. Es ist meine einzige Pfeife. Ich mein was bin ich für ein Räuchermännchen ohne Pfeife im Mund, das hat doch gar keinen Sinn mehr. Ich brauche sie. Sie ist meine Identität.“ Der Engelchor hört schweigend zu. Ihre traurigen, zarten Gesichter sehen so zerbrechlich aus, wenn das Räuchermännchen könnte würde es jetzt weinen.  „Du brauchst nicht traurig sein, wir sehen deine Pfeife von hier aus. Sie ist hinter die Weihnachtspyramide gerollt, deswegen kannst du sie nicht sehen.“  Das Räuchermännchen hat wieder neuen Mut gesammelt: „Ich danke euch vielmals.“ Noch nicht mal ein Lächeln ist auf den traurigen Gesichtern zu sehen und wo das Räuchermännchen noch kurz Mitgefühl gezeigt hat, regt sich jetzt leicht Verachtung: „Mein Güte, die können wenigstens  mal Lächeln. Schließlich bin ich es der seinem Platz verlassen muss um seine Pfeife zu finden“, denkt es sich.

Von der Weihnachtspyramide sind die Kerzen abgebrannt nun liegt sie da im Dunklen. Strahlt immer noch eine Schönheit aus, auch wenn sie jetzt  in der  Dunkelheit liegt.  Das Rad wirft keinen Schatten mehr an die Decke, dabei ist das immer das Schönsten an der ganze Pyramide. Das Räuchermännchen bleibt noch eine Zeitlang davor stehen. Er überlegt, dass er doch mal öfter vorbei kommen sollte, auch wenn er nicht gerade seine Pfeife sucht. Jetzt muss er nur noch hinter die Pyramide um seine geliebte Pfeife zu holen, dann hat er es geschafft. Ein Stöhnen lässt ihn inne halten.  Dunkle Umrisse sind auf der Weihnachtspyramide zu sehen. Das Räuchermännchen schaudert  bei diesem Anblick. Der Mond scheint durch das Fenster und gibt genügend Licht auf die Umrissen. Es waren die Figuren der Weihnachtspyramide, die sich hockend, liegend, stöhnend sich winden. „Boah ist mir übel!“  klagt die Joseph Figur. Maria ist vorne übergebeugt und pustet Luft aus. „Frag uns mal.“ Klagen die Engelsfiguren, die ganz grün im Gesicht sind. Ihre Trompeten benutzen sie als Gehhilfen. „Entschuldigung…“, kommt es zögerlich vom Räuchermännchen, „kann einer von euch mir helfen meine Pfeife zu holen?“ Böse Blicke schauen auf ihn herunter. Eine Hirte meldet sich zu Wort: „Hör mal zu! Wir drehen uns jeden Tag im Kreis und finden nur in der Nacht Ruhe.  Unser Leben ist eine einzige Karussellfahrt, die uns Schwindel und Übelkeit bringt. Erwartest du etwa, dass wir dann noch die Zeit haben deine dämliche Pfeife zu holen.  Du stehst nur den ganzen Tag da, rauchst und machst es dir bequem!“  Das Räuchermännchen hat genug. Nicht nur, dass er seine Pfeife verloren hatte, von einem Zinnsoldaten und einem Pferd beleidgt wurde,  depressiv dreinblickende Engel ertragen musste, jetzt muss er auch noch eine Standpauke von einem mickrige Hirten über sich ergehen lassen.  Sein Geduldsfaden ist gerissen, wobei ihm jetzt erst bewusst wurde, dass er einen hatte. „Du denkst also ich rauche gerne?!“, schreit er den Hirten an, welcher von der  aggressiven Lautstärke überrascht ist und verdutzt drein blickt, „Ich sage dir mal was“, fährt das Räuchermännchen unbeirrt fort. Ihm ist es egal wie laut er ist und dass alle ihn jetzt anstarren, selbst der Zinnsoldaten am Tannenbaum guckt schockiert. „Ja ich bin ein Räuchermännchen und ja ich stehe den ganzen Tag rum. Aber ich möchte eins klar stellen nämlich, dass das Rauchen für mich eine Folter ist. Es brennt innerlich und jedes Mal der ätzende Qualm, welcher sich bildet und sich durch meine Mundhöhle schiebt. Ständig schmecke ich Asche auf der Zunge und du denkst ich genieße das? Verdammt noch mal ich bin Nichtraucher!“ Alle sind still. Keiner hätte gedacht, dass ein Räuchermännchen ein Nichtraucher ist. Selbst die Engelsgesichter haben  nicht mehr einen depressiven, sondern einen mitleidigen Blick auf den Gesichtern. Man hört nur noch die Uhr Ticken und das laute ein- und ausatmen des Räuchermännchen, welches erstmal nach Luft schnappen muss, nach dieser anstrengenden Standpauke. „Vielleicht ist das Gefühl des Schwindels nicht allzu schlecht.“, murmelt der Hirte in sich hinein „Also“, fährt das Räuchermännchen jetzt unbeirrt, aber immer noch mit einer gewissen Drohung in der Stimme fort, „ wo ist meine Pfeife, denn sie ist das einzige was mich beruhigt, ohne sie könnte ich diese Qualen nicht ausstehen. Sie gibt mir frische Luft. Die Pfeife ist eine Art Filter, dir mir den Aufenthalt in der Hölle erträglicher macht.“ Alle Figuren von der Weihnachtspyramide zeigten gleichzeitig auf eine Stelle. Dort halb versteckt unter der Weihnachtspyramide liegt sie seine Pfeife.  Er hebt sie auf und geht zu seinem Platz, gefolgt von den Blicken der anderen. Es kümmert ihn nicht, er freut sich einfach, dass er seine Pfeife wieder hat. Schnell noch holt er einen kleinen Besen aus seiner Jacke um die Asche wegzufegen. Letztendlich steht er wieder auf dem Holzsockel und hat die Arme  im Neunziggradwinkel, als die Sonne wieder auftaucht.

Als erstes sind die kleinen Menschen gekommen. Haben sich heruntergeschlichen um die Geschenke schon zu öffnen. Plötzlich fangen an sich welche zu streiten, während der kleinste Mensch sich dem Tisch nähert, wo das Räuchermännchen steht. Fasziniert guckt  er das Räuchermännchen an und nimmt dabei mit seinen kleinen Händen die Pfeife aus dem Mund.  „Was macht ihr den schon hier unten?“   Ein großer Mensch steht plötzlich im Türrahmen. Blickt böse die beiden Streithähne an. Die hatten aufgehört und gehen mit gesenkten Köpfen aus dem Raum hinauf in ihr Zimmer. Der kleinste Mensch steht immer noch, faszinierend von der Pfeife, vor dem Tisch. Der große Mensch kniet sich in die Hocke. „Du gehst am besten auch erstmal wieder nach oben, Wir werden euch rufen wenn es soweit ist.“ Der kleine Mensch geht Richtung Treppe. „Na Hast du nicht was vergessen?“, kommt es vorwurfsvoll vom großen Mensch.  Schnell hat der kleine Mensch die Pfeife zurück in den Mund von dem Räuchermännchen gelegt. „Wieso ist es wichtig, dass die Pfeife da ist?“ kommt von ihm geflüstert. „Hast du schon einmal ein Räuchermännchen ohne Pfeife gesehen?“ Staunend schüttelt der kleine Mensch den Kopf und als ob seine Frage damit beantwortet wäre, verschwindet auch er in seinem Zimmer. Der große Mensch guckt dem kleinen hinterher,  bevor er den Blick zum Tisch wendet. Konnte es sein, dass vor dem Räuchermännchen die Krümel weg sind, als ob sie jemand wegfegt hat? Nein, anscheinend hatte er sich das Gestern eingebildet, dass vor dem Räuchermännchen Krümel von den Keksen lagen. War auch schon spät und er hatte das ein oder andere Glas Wein getrunken.  Schnell noch einen Blick auf die Geschenke und ein leichtes schmunzeln breitet sich auf seinen Lippen aus. Er erinnert sich wie auch er als kleines Kind versucht hatte die Geschenke zu öffnen und auch sein Vater hatte ihn immer erwischt. Er verlässt den Raum. Wenn doch nur der große Mensch wüsste, das er gerade dem Räuchermännchen einen riesen großen Gefallen getan hat, aber so bleibt das Geheimnis geheim. Nur die Weihnachtsfiguren wissen jetzt die Wahrheit.